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„Vom Seuchenschutz bis zum Klimawandel - 60 Jahre WHO“


17.04.2008 (C. Herdeanu) Kategorie: Gesundheit

Der 7. April 2008 stand wiederholt ganz im Zeichen der Gesundheit – die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veranstaltete den alljährlichen Weltgesundheitstag unter dem Motto „Vom Seuchenschutz bis zum Klimawandel – 60 Jahre WHO“. Schon mit dem Titel sollte die Aufmerksamkeit auf den globalen Klimawandel, seine Auswirkungen auf die Gesundheit und gleichzeitig auch das 60-jährige Bestehen der WHO gelenkt werden.

Die 1948 gegründete Sonderorganisation der Vereinten Nationen versteht sich als Koordinationsbehörde für das internationale, öffentliche Gesundheitswesen. Besonders deutlich wird dies an dem 1977 eingeführten Motto „Gesundheit für alle“. Themen mit strategischer Bedeutung für die Entwicklung und den Ausbau von nationalen Gesundheitssystemen, wie zum Beispiel die primäre Gesundheitsvorsorge, stehen seitdem im Mittelpunkt des Interesses. Mittlerweile umfasst die WHO 93 Mitgliedstaaten. Deutschland ist der internationalen Organisation 1950 beigetreten und veranstaltet seit 1954 den Weltgesundheitstag.

Das Ziel des Schwerpunktthemas „Klima und Gesundheit“ war es, die Gefährdung der Gesundheit durch den Klimawandel ins Bewusstsein der Weltbevölkerung zu rücken. Gleichzeitig sollte der Öffentlichkeit vor Augen gehalten werden, dass es sich hierbei um ein Thema von globaler Relevanz handelt. Besonders wurde auf die zum Teil dramatischen gesundheitlichen Verhältnisse in Entwicklungsländern eingegangen. Damit war auch ein Appell an die Industrieländer eingeschlossen: Den weniger entwickelten Ländern soll sowohl durch finanzielle, als auch durch personelle Unterstützung in Zusammenarbeit mit der WHO geholfen werden.

Wegen der weltweiten Verschiebung der Klimazonen können sich Krankheiten ausbreiten, die eigentlich bereits als eingedämmt galten. Krankheitserreger finden neue Lebensräume, so dass Infektionskrankheiten auch in den Industrieländer zunehmen zu einer ernstzunehmenden Gefahr werden können. Ein Beispiel hierfür ist das Dengue-Fieber. In den 70er Jahren kam es nur noch in neun Ländern vor, mittlerweile hat es sich jedoch auf 100 Länder ausbreiten können.

Eine große Gefahr sieht die WHO in der Ausbreitung von Malaria. Die Infektionskrankheit ist in Teile Südeuropas und Südafrikas entlang der Küste des indischen Ozeans zurückgekehrt oder gar neu aufgetreten. Durch den Temperaturanstieg vermehren sich die Stechmücken, die den Erreger der Krankheit verbreiten, schneller und saugen häufiger Blut. Wissenschaftlichen Schätzungen zufolge verdoppelt sich bei einem Temperaturanstieg von drei bis fünf Grad in den tropischen Regionen die Ansteckungsgefahr mit Malaria. In den gemäßigten Breiten verzehnfacht sich die Wahrscheinlichkeit einer Infizierung sogar. Selbst Mitteleuropa würde zum malaria-gefährdeten Gebiet werden, so dass rund zwei Drittel der Menschheit von der Krankheit bedroht wären.

Am stärksten wären die ärmsten Länder der Welt betroffen. Bereits jetzt stirbt alle 30 Sekunden ein Kind an Malaria, da Präventionsmaßnahmen und medizinische Versorgung nicht alle Menschen erreichen. Die Erwärmung der Welt wird verstärkt dazu führen, dass noch mehr Menschen mit eigentlich vermeidbaren Krankheiten infiziert werden und sterben. Allein die Gefahren für die Gesundheit durch den Klimawandel sind also neben Natur- und Umweltschutz schon Grund genug dafür, diesem stärker und effektiver als bisher entgegenzusteuern.



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