|
|
Der Tag des Bieres - „Allein Gersten, Hopfen und Wasser“
20.04.2008 (C. Herdeanu)
Kategorie: Lifestyle
|
|
Was wäre der Deutsche und sein Land ohne den weltweit berühmten und beliebten Gerstensaft? Mag es ihn wohl auch in anderen Teilen der Welt geben, so ist doch die Liebe der Deutschen zu ihrem Bier einzigartig. Es ist nicht nur ein Getränk sondern hat zugleich den Status eines Kulturgutes inne und ist mit einer langen Tradition verbunden. War es doch in Deutschland, wo am 23. April 1516 die Reinheit des Bieres gesetzlich festgelegt wurde, um so die Qualität zu garantieren. Von nun an durften allein Gersten, Hopfen und Wasser zum Brauen verwendet werden und solch abenteuerliche Zusätze wie Kreidemehl, Fliegenpils und Ruß wurden gänzlich aus dem Brauprozess verbannt.
Der Kenner wird sich wundern, dass in dieser Aufzählung die Hefe nicht erwähnt wird. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass zum damaligen Zeitpunkt die genaue Wirkungsweise der Hefe noch unbekannt war. In der Braupraxis wurde zum einen ein kleiner Anteil des Gärproduktes aus dem vorhergehenden Brauprozess in die neu zu vergärende Bier-Mischung hinzugegeben und zum anderen die Gärung durch Hefesporen aus der Luft beeinflusst.
Das durch Herzog Wilhelm IV. in Ingolstadt erlassene „Reinheitsgebot“ stellt gleichzeitig das älteste Lebensmittelgesetz der Welt dar, wodurch die Tradition des Bierbrauens und -trinkens verdeutlicht wird. Auch wenn seit diesem Datum viele Jahre und Ereignisse ins Land gingen, so gilt das Deutsche Reinheitsgebot seit 492 Jahren noch immer und die über 5.000 verschiedenen Biersorten in Deutschland werden auch weiterhin wie im Mittelalter nur aus den gleichen vier Zutaten gebraut.
Seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts steht der 23. April nun offiziell ganz im Zeichen des beliebten Getränkes. Der „Tag des Bieres“ wird so auch dieses Jahr wieder mit zahlreichen Aktionen, angefangen von Ballonfahrten über Jazzfrühshoppen bis hin zu Brauereiführungen, bundesweit zelebriert werden. Einige kleine Familienbrauereien, die sich in Süddeutschland zur „Gütegemeinschaft Traditionsbier“ zusammengeschlossen haben, nutzen gar die Gunst der Stunde und brauen seit 2003 jedes Jahr limitierte Spezialbiere namens „Jahrgangsbier 23. April“. Die ca. 6.000 Liter pro Brauerei kommen 120 Tage später in nummerierten Flaschen auf den Markt und erfreuen sich unter Kennern großer Beliebtheit.
Der Tag des Bieres kann also als Anlass betrachtet werden, sich der reichen Bierbrauer-Tradition in Deutschland bewusst zu werden – oder einfach auch, um den Gaumen mit den wohlschmeckenden Freuden eines schön gekühlten Bieres zu erfreuen. In diesem Sinne: Prosit und wohl bekomm’s! Eine genaue Auflistung der verschiedenen Veranstaltungen in ganz Deutschland finden Sie auf der Internetseite des „Deutschen Brauereibundes“: www.brauer-bund.de.
|
|