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Der Begriff „Soft Skills“, zu deutsch die „weichen Fertigkeiten“, ist aus den Köpfen von Unternehmensberatern und Jobsuchenden sowie der Ratgeberliteratur für ideale Bewerbungen nicht mehr wegzudenken. Die vom Unternehmensnetzwerk „media.net berlinbrandenburg“ geführte Studie „Employability 2006“ belegt, dass die Mehrheit der Unternehmen der Medienbranche beispielsweise „Soft Skills“ für wichtiger erachten als das Fachwissen („Hard Skills“) eines Berufseinsteigers.
Für den beruflichen Erfolg sind „Soft Skills“ also unabdingbar geworden. Doch was verbirgt sich genau hinter dem Begriff? Die meisten verstehen darunter die viel zitierte Team- und Kommunikationsfähigkeit. Doch es steckt wesentlich mehr dahinter. Es sind vor allem Unternehmens- und Personalberater, die inhaltliche Konzepte über die „weichen Fertigkeiten“ entwerfen.
Es gibt dabei zahlreiche, zum Teil unüberschaubare Ansätze. Sie fordern verschiedene wünschenswerte Eigenschaften von Führungskompetenz bis hin zu Vermittlungsfähigkeit von den zukünftigen Arbeitnehmern ein. Weitgehend anerkannt ist jedoch das dreigliedrige Kompetenzmodell, bei dem unter „Soft Skills“ die so genannten Selbst-, Sozial- und Methodenkompetenzen verstanden werden.
Die Selbstkompetenzen beziehen sich auf Eigenschaften, die ein Beschäftigter weiterentwickeln sollte, um sich bei der Jobsuche und im Beruf gut vermarkten zu können. Dazu zählen unter anderem Verantwortungs- und Risikobewusstsein, eine gute Ausdrucksfähigkeit, Ausdauer, vernetztes Denken und Handeln sowie Lern- und Veränderungsbereitschaft. Wichtig sind ebenso Zeitmanagement, die Fähigkeit zur Selbstkritik und eine optimistische Lebenseinstellung.
Während die Selbstkompetenzen vor allem den Arbeitnehmer an sich betreffen, beziehen sich die Sozialkompetenzen auf die Fähigkeit zur guten Umgangsweise mit anderen Menschen, seien sie Kollegen oder Kunden. Personalberater achten in dem Bereich vor allem auf Einfühlungsvermögen, Motivations- und Führungsfähigkeit, die Tauglichkeit für die Teamarbeit, Menschenkenntnis sowie Konfliktfähigkeit. Dazu gehören auch der Aufbau und die Pflege eines Netzwerkes an wichtigen Kontakten, Überzeugungsvermögen und Verhandlungsgeschick.
Letztlich sollte der Jobsuchende auch Methodenkompetenzen aufweisen. Nicht nur für Berufseinsteiger, sondern auch für alteingesessene Berufstätige sind sie unabdingbare Bestandteile des modernen Arbeitslebens geworden. Es geht um die Fähigkeit zur schnellen Informationserfassung und -verarbeitung und das wirkungsvolle Präsentieren von Fakten. Auch eine gute Problemlösungskapazität sollte der Arbeitnehmer besitzen und zudem in der Lage sein, Projekte selbständig durchzuführen sowie zu leiten.
Bei dem Jobsuchenden sollte jede der drei Kompetenzen in einem ausgewogenen Verhältnis oder den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle entsprechend vorhanden sein. So ist die methodische Fähigkeit des Projektmanagements laut den Ergebnissen der Studie „Employability 2006“ für die Musikbranche wichtiger als für die restliche Medienbranche. Auslandserfahrungen, welche interkulturelle Kompetenz vermitteln, werden grundsätzlich als sehr nützlich eingeschätzt.
„Soft Skills“ sind im Gegensatz zum erworbenen Fachwissen nicht leicht aus den Bewerbungsunterlagen herauszulesen. Sie werden daher im persönlichen Bewerbungsgespräch und durch ausgeklügelte Testverfahren ermittelt. Personalberater greifen bei der Suche nach geeigneten Stelleninhabern auf Persönlichkeits- und Intelligenztests sowie Gruppenverfahren mit Diskussionen unter den Bewerbern und Rollenspiele zurück
Die an den Arbeitnehmer gestellten Anforderungen wachsen somit stetig. Er muss nicht nur das passende und möglichst aktuelle Fachwissen erlernt haben. Dazu sollte er noch mobil, flexibel, empfindsam und kommunikativ sein. Niemand wird die perfekte Mischung auf Anhieb anbieten können, doch das ist kein Grund zur Resignation.
Die bei den „Soft Skills“ geforderten Teilkompetenzen können in Weiterbildungsseminaren oder durch das Selbststudium schrittweise erlernt werden. Schüler, Studenten und Auszubildenden werden sie häufig schon in der Ausbildung vermittelt. Letztendlich kommt es auch auf ein solides Selbstbewusstsein an. Nur so kann sich der Jobsuchende im Bewerbungsgespräch mit all seinen Fähigkeiten gut präsentieren.
Wurden Sie im Bewerbungsgespräch schon einmal nach Ihren „Soft Skills“ gefragt? Was halten Sie davon, sind die weichen Fertigkeiten wirklich so wichtig? Diskutieren Sie mit uns im Life-Go-Forum. Lesen Sie dazu auch: „Bewerbungsgespräch, Gruppendiskussion, Assessment Center und Co. – Wege zum neuen Job“
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