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Die Kamille ist eine der bekanntesten Allheilmittel und sollte nicht nur im Teeschrank vertreten sein. Ihre Heilwirkung ist beachtlich, wobei sie auch ein schöner Blickfang in jedem Garten ist und einen angenehmen Duft verbreitet. Zu unterscheiden ist die echte Kamille von der „unechten“ römischen Kamile, welche ungenießbar ist.
Der lateinische Name der echten Kamille (Matricaria chamomilla) weist bereits auf die Verwendung und Kennzeichen der Pflanze hin, denn matricaria leitet sich von matrix ab und bedeutet „Gebärmutter“ oder „Mutterleib“. Dagegen bedeutet chamomilla abgeleitet von chamaimelon „am Boden wachsender Apfel“ und verweist auf den apfelähnlichen würzigen Duft. Heimisch ist sie in Europa und Asien. Allerdings ist sie auch in Amerika zu finden. Die Samen kamen dabei durch den Getreide-Import mit ins Land. In Deutschland ist die Pflanze auf Äckern, Schuttplätzen, Wegrändern, Böschungen, Feldern sowie auf der Wiese zu finden.
Das Kraut zählt zu den Korbblütlergewächsen, wird bis zu 50 Zentimeter groß und hat einen aufrechten und sehr verzweigten Stängel. Die durchschnittlich 15 Blüten haben einen hohen, gelben Kopf und werden aufgrund ihrer Form Zungenblüten genannt. Sie sind dabei das auffälligste Unterscheidungsmerkmal zur römischen Kamille, die eine vollere Blütenpracht und kleinere Blütenköpfe besitzt.
Die Blüten sind auch für die Aussaat der Kamille verantwortlich. Die Pflanzen werden im Frühling oder Herbst ausgesamt und später einzeln ausgesetzt. Die Pflanze ist dann an sonnigen, humusreichen und lehmigen Plätzen ein bis zwei Jahre haltbar. Nach der Blüte sollte die Pflanze zurückgeschnitten werden. Die Blüten können dabei getrocknet werden und dienen im nächsten Jahr als Saat. Bei der Ernte von Mai bis Juni werden ausschließlich die Blüten gesammelt. Sie werden im Schatten oder bei maximal 40 Grad Celsius getrocknet und später in Papiertüten oder Papierkartons für maximal ein Jahr aufbewahrt, weil sich die Wirkstoffe mit der Zeit verflüchtigen.
Die Kamille verdankt ihre Wirkung den ätherischen Ölen, den Bitterstoffen und verschiedenen Enzymen wie den Flavonoiden. Die Wirkung geht wiederum von den Blüten aus, die sowohl äußerlich als auch innerlich angewendet werden. Selbst in der Homöopathie finden sie Anerkennung. Die Wirkungen werden dabei unterschieden in die Linderung von Krämpfen, Hilfe gegen Entzündungen des Verdauungsapparates und andere entzündliche Erkrankungen sowie die Besserung von äußerlichen Erkrankungen.
Im Einzelnen helfen die Blüten bei Krämpfen wie zum Beispiel Menstruationsbeschwerden und Nierenkoliken. Dagegen verspricht sie Verbesserungen bei entzündlichen Beschwerden des Verdauungsapparates wie beispielsweise Durchfall, Brechreiz, Übelkeit und Blähungen. Bei entzündlichen Krankheiten wurden hingegen Erfolge im Bereich der Atemwegserkrankung wie zum Beispiel Erkältung, Halsentzündung und grippale Infekte erzielt. Behandelbar sind auch äußerliche Erkrankungen wie Nagelbettentzündung, schlecht heilende Wunden und Abszesse.
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