|
Ben Campbell (Jim Sturgess), 21 Jahre, kann einen Bilderbuchlebenslauf vorweisen: einen Abschluss als Jahrgangsbester auf dem College, beste Noten im Mathematikstudium auf der renommierten Universität MIT (Massachusetts Institute of Technology) in Cambridge, USA. Er ist hochintelligent. Das Einzige, was ihm fehlt, sind 300.000 Dollar, die er für seinen Lebenstraum, ein weiterführendes Studium in der Medizin, dringend benötigt.
Micky Rosa (Kevin Spacey), Ben Campbells Mathematikprofessor, hat im Geheimen ein 4-köpfiges Team aus außergewöhnlichen Mathematikstudenten zusammengestellt. Jedes Wochenende unternehmen sie einen Trip nach Las Vegas, um dort mithilfe eines Systems beim Kartenglücksspiel „Black Jack“ das Glück selbst zu bestimmen und die Kassen der Kasinos leerzuräumen. Micky Rosa möchte die Gruppe um Ben Campbells Genie erweitern. Er weiß um dessen finanzielle Sorgen und lockt ihn mit rosigen Geldaussichten. Ben Campbell stellt sich als gute Ergänzung für das Team heraus und verhilft zum Geldsegen. Das System des Teams fliegt jedoch auf, die Gruppe wird aus dem Kasino gejagt. So führt die Verlockung des im Gegensatz zum Uni-Alltag aufregenden Partylebens in Las Vegas zur Eskalation.
„21“ startete am 14. April 2008 in den Kinos, FSK 12. Der Film unterhält über 120 Minuten vom Anfang bis zum Schluss. Wie das Spiel „Black Jack“ (auch bekannt unter dem Namen „Siebzehn und Vier“ oder „Einundzwanzig“) und das System des Teams funktioniert, wird angedeutet. Es kann vom Zuschauer erahnt, aber nicht verstanden werden, was für das Verständnis des Films aber auch nicht von Nöten ist. Rasante Kamerafahrten und Großaufnahmen von Chips und Karten beschleunigen die monotonen Abläufe am Spieltisch. Das bunte Treiben Las Vegas’ wird dem Zuschauer von seiner besten Seite gezeigt und schmackhaft gemacht.
Die Leistung der an Kevin Spaceys Seite spielenden unbekannten Akteure überzeugt. Sie stellen das Team dar und verkörpern gekonnt ihre Rollen: Jacob Pitts als Jimmy Fischer, Kind reicher Eltern, Aaron Yoo als Choi, der freakige Asiate, Liza Lapira als Kianna, die hübsche Asiatin und Kate Bosworth als Jill Taylor, Kind eines spielsüchtigen Vaters und Ben Campbells spätere Romanze. Vor allem Jim Sturgess alias Ben Campbell meistert gekonnt den Spagat zwischen dem schüchternen Jungen in Cambridge und dem Lebemann in Vegas.
Wer „Ocean’s Eleven“ mag, wird diesen Film lieben. Während Danny Oceans
Tresorraubzüge jedoch rein fiktiver Natur sind, ist die Kasinoausbeute in „21“ nach einer wahren Begebenheit: In den 90er Jahren verhalfen Bostoner College-Studenten ihrem Glück in Vegas auf die Sprünge. Ein Thema, das der Autor Ben Mezrich in dem Buch „Bringing Down the House“ verarbeitet und nun von Regisseur Robert Luketic auf die Leinwand gebracht wird.
Der Zuschauer kann zufrieden den Kinosaal verlassen. Er hat einen Film gesehen, der unterhalten möchte und dabei nach keiner tieferen moralischen Aussage sucht. Diesem Anspruch wird „21“ voll und ganz gerecht. „Mathematik macht sexy!“, so könnte die Essenz des Filmes lauten. Die Versuchung das „Kartenzählen“ selbst einmal auszuprobieren wird geweckt.
|