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Am 9. Mai 2008 ist es wieder soweit: Die europäische Gemeinschaft feiert ihren Gründungstag. Sie nahm am 9. Mai 1950 mit der Bildung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) ihren Anfang. Mit dem ersten Zusammenschluss verpflichteten sich die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Italien und die Niederlande dazu die militärstrategisch wichtigen Rohstoffe Stahl und Kohle gemeinsam zu verwalten.
Mittlerweile ist die Europäische Gemeinschaft auf ein wirtschaftliches und kulturell immer enger verflochtenes politisches Gebilde mit 27 Mitgliedstaaten angewachsen. Um die anhaltende Solidarität zu festigen und den Bürgern „ihr“ Europa näher zu bringen, beschlossen die Staats- und Regierungschefs im Jahr 1985 den Europatag als feierlichen Anlass einzuführen.
Im Jahr 2008 lautet das prägende Motto des Europatags „Interkultureller Dialog“. Durch die beständige Erweiterung der europäischen Gemeinschaft in den letzten Jahren wächst die kulturelle Vielfalt. Allein im Jahr 2004, dem Beitrittsjahr der Superlative, kamen zehn neue Mitgliedsländer – vorwiegend aus dem osteuropäischen Raum – zur Gemeinschaft hinzu. Verschiedene Sprachen, Glaubensformen und Lebensweisen machen Europa zu einem einzigartigen Ort der Begegnung.
Um ein verständnisvolles Miteinander der europäischen Mitgliedsstaaten zu fördern, sollen im Rahmen des Projektes „Europäisches Jahr des Interkulturellen Dialogs 2008“ in jedem Land nationale Projekte zur Förderung des interkulturellen Dialogs unterstützt werden. Die Idee stammt vom Europäischen Rat und dem Europäischen Parlament.
In Deutschland führt beispielsweise der „Deutsche Volkshochschulverband International“ Aktionstage durch. Dort werden an ausgewählten Volkshochschulen bundesweit Informationsabende, Workshops, Planspiele und Diskussionen zum Thema „Interkulturelle Kommunikation“ durchgeführt. Speziell auf Jugendliche zugeschnitten sind die Angebote des Sächsischen Jugend- und Kinderfilmdienstes mit seinen Europäischen Filmwochen und des Projektes „Heimathafen Berlin“. Das Projekt richtet sich an Berliner Schüler mit verschiedener ethnischer Herkunft.
Während das Projekt des „Interkulturellen Dialogs“ die europäischen Bürger das ganze Jahr begleiten wird, so gibt es in der Woche um den 9. Mai europaweit jeweils einzelne Feierlichkeiten in zahlreichen Städten. Ob im Norden oder im Süden – Deutschland feiert die Gründung der Gemeinschaft. So finden nördlich in der Hauptstadt Berlin beispielsweise Lesungen, Vorträge zu politischen und wirtschaftlichen Themen, Ausstellungen über verschiedene Mitgliedsländer, wie Finnland und Polen sowie Straßenfeste statt.
Der Süden Deutschlands wartet am Europatag auf dem Münchner Marienplatz mit diskussionsbereiten Politikern aus dem Europäischen Parlament und dem Bayrischen Landtag auf. Der Generalkonsul Sloweniens, Matjaž Jevnišek, stößt als Repräsentant der derzeitigen EU-Ratspräsidentschaft ebenfalls hinzu. Informationsstände zu den europäischen Institutionen sowie ein musikalisches und kulinarisches Angebot runden die Feierlichkeiten ab.
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