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Hannover Messe - Kampf der Roboter
15.05.2008 (R. Rehle)
Kategorie: Technik
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Vom 21. bis 25. April 2008 fanden sich in Hannover über 5.000 Aussteller aus mehr als 60 Ländern zur Hannover Messe (HM) ein. Sie ist somit die größte Industriemesse der Welt und findet seit 1947 jedes Frühjahr statt. Dieses Jahr bestaunten rund 200.000 Besucher in 22 Messehallen die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schwerpunktthemen, Industrieautomation, Zukunftstechnologien, Nachwuchsförderung, Energietechnik und Energieeffizienz.
Neu in diesem Jahr war der Ausstellungsbereich „Mobile Roboter und Autonome Systeme“. Mobile, das heißt selbstständig agierende, Roboter können heute schon Informationen ihrer Umgebung aufnehmen sowie auswerten und so auf ihre Umwelt reagieren. Dem Besucher wurden Informationen über aktuelle Entwicklungen und Einsatzgebiete von fahrerlosen Transportsystemen über Kanalreinigungsroboter bis hin zu Staubsauger-Robotern geliefert. Außerdem waren Roboter in Aktion auf Spielfeldern und in den Arenen der „RoboCup German Open“ zu sehen.
Die „RoboCup German Open“ sind 2001 ins Leben gerufene Wettbewerbe der internationalen „Mobilen Robotik“. Seitdem finden sie jährlich statt. Im Jahr 2007 wurden sie zum ersten Mal auf der HM vom Fraunhofer Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme und dem „Nationalkomitee RoboCup“ ausgerichtet. „RoboCup“ ist eine internationale Initiative zur Förderung der Forschung in den Bereichen „Künstliche Intelligenz“ und „Autonome Mobile Roboter“. Die teilnehmenden Teams, in der Regel bestehend aus Studierenden und Wissenschaftlern renommierter Hochschulen, können auf dieser Bühne ihre jüngsten Erkenntnisse in der Robotertechnik vorführen. Sie treten in den Disziplinen „RoboCupSoccer“, „RoboCupRescue“ und „RoboCup@Home“ gegeneinander an.
„RoboCupRescue“ und „RoboCup@Home“ sind verstärkt auf reale Anwendungen ausgerichtet. Die Roboter müssen Katastrophenszenarien durchspielen oder sich in Alltagsaufgaben bewähren: zum Beispiel Hindernisse überwinden, simulierte Opfer auffinden, den Haushalt machen oder mit Menschen kommunizieren. All diese Dinge wirken auf den ersten Blick technisch-spielerischer Natur. Später sollen sie jedoch einen praktischen Einsatz erfahren und Menschenleben retten beziehungsweise erleichtern.
Die ursprüngliche Disziplin des „RoboCups“ ist der „RoboCupSoccer“. Zwei Mannschaften à sechs Roboter spielen gegeneinander, ähnlich dem menschlichen Fußball. Der wesentliche Unterschied besteht im Erscheinungsbild der Spieler. Ein Roboterfußballer ist 80 Zentimeter hoch und rollt statt zu laufen. In sieben Ligen gilt es Titel zu verteidigen. Die bedeutendste ist die „Middle-Size League“. Hier gewann 2008 „Tech United“ der Technischen Universität Eindhoven aus den Niederlanden vor „CoPS Stuttgart“ der Stuttgarter Universität. Der Titelverteidiger „Brainstormers Tribots“ der Universität Osnabrück schaffte es auf den dritten Platz.
Es findet sogar eine Weltmeisterschaft statt, dieses Jahr vom 14. bis 20. Juli in China. Der Traum von „RoboCup“ ist es, in 40 Jahren den Fußballweltmeister mit lebensgroßen Robotern auf dem Fußballrasen zu bezwingen.
Für die Wettkämpfer ist die Teilnahme an den „RoboCups“ mehr als Spiel und Spaß. Ihre Hoffnung ist es als Nachwuchstalente im Ingenieurbereich erkannt zu werden. Für alle, die dieses Jahr keinen Erfolg hatten, ergibt sich nächstes Jahr wieder die Chance sich im Kampf der Roboter zu beweisen: auf der Hannover Messe 2009 vom 20. bis zum 24. April 2009.
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