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Eine Schülerin der Freiburger Staudinger-Gesamtschule war Ende März 2008 an den hoch ansteckenden Masern erkrankt, hatte allerdings noch weiterhin am Schulbetrieb teilgenommen, so dass die Wahrscheinlichkeit, dass noch weitere Schüler angesteckt wurden, sehr hoch war. Nach dem Bekannt werden ihrer Krankheit fiel am Donnerstag, den 10. April 2008, der Unterricht an der Staudinger-Gesamtschule komplett aus. Bis zum 23. April 2008, dem Ende der Inkubationszeit, durften nur Personen mit ausreichendem Impfschutz oder einem negativen Laborbescheid das Schulgebäude betreten. Trotz der Maßnahmen gab es aber bereits Meldungen von Neuansteckungen: Etwa 30 Kinder und junge Erwachsene waren nach Angaben des Freiburger Gesundheitsamtes an Masern erkrankt. Seit Jahresbeginn soll es in ganz Baden-Württemberg schon 150 Krankheitsfälle gegeben haben.
Ein Grund für die schnelle Ausbreitung der Infektionskrankheit war die geringe Impfquote in der betroffenen Region Freiburg. Der Epidemiologe des Landesgesundheitsamtes in Baden-Württemberg, Günther Pfaff, befasst sich mit den Ursachen und Folgen der Ausbreitung von Krankheiten. Laut seiner Aussage gehört die Impfquote in den betroffenen Regionen sogar zu den niedrigsten des Bundeslandes. Nur rund 75 Prozent der Freiburger Schüler sind durch einen ausreichenden Impfschutz vor Masern geschützt. In ganz Deutschland sind immerhin 83 Prozent der Schulanfänger im Jahr 2006 gegen die Masern geimpft gewesen. Das Robert-Koch-Institut betonte jedoch, dass auch diese Quote immer noch zu niedrig sei, um eine Ausbreitung der Infektionskrankheit effektiv aufhalten zu können.
Ein weiteres Problem ist, dass viele Kinder erst zu spät geimpft werden. Empfohlen wird eine Impfung vor dem zweiten Lebensjahr. Klaus Rodens, der Vorsitzende des Landesverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), betonte ausdrücklich, dass die Impfstatuskontrollen bei den Schuleingangsuntersuchungen eindeutig zu spät kommen würden. Der Verband fordert, dass nur Kinder mit einem vollständigen Impfstatus Gemeinschaftseinrichtungen, wie etwa Kindergärten, besuchen dürfen. Gerade an Orten wo sich viele Menschen aufhalten ist die Ansteckungsgefahr besonders groß. Mit einem ausreichenden Impfschutz wird die Gefahr eingedämmt. Ansteckende Krankheiten wie zum Beispiel Masern könnten sich dadurch nicht mehr so schnell und weit ausbreiten.
In Österreich, von wo aus sich die Krankheit nach Süddeutschland ausgebreitet hatte, war die Epidemie immer noch nicht ausgestanden. Am 7. April 2008 waren in Salzburg noch 183 Infektionen öffentlich bekannt. Ihren Ausgangspunkt hatte die Krankheitswelle in einer Waldorfschule in Salzburg genommen. Auch an dieser Schule waren der Zutritt und die Teilnahme am Unterricht nur mit einem ausreichenden Impfschutz gestattet. Allerdings bestand nach Aussagen des Amtes der öffentlichen Ordnung im Magistrat der Stadt Salzburg trotz aller Vorsichtsmaßnahmen die ernstzunehmende Möglichkeit einer zweiten Epidemiewelle.
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