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Rauchfreie Welt?


30.05.2008 (L. Haug) Kategorie: Welt

Bild: 24punkt.de

Der Weltnichtrauchertag, der am 31. Mai 2008 zum 21. Mal stattfindet, wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen. Das weltweit vorgegebene Thema lautet „Tobacco-Free Youth“ („Rauchfreie Jugend“). Das internationale wie auch das deutsche Motto zum Thema 2008 wird erst demnächst festgelegt. In den letzten zwei Jahren waren das „Rauchfrei genießen“ (2007) und „Tabak: Tödlich in jeder Form“ (2006).

Das jährlich wechselnde Motto wird stets von der WHO festgelegt und dann von der „Nichtraucher-Initiative Deutschland e.V.“ (NID) ins Deutsche übertragen. Hierbei handelt es sich um eine Nicht-Regierungs-Organisation in Deutschland, die sich mit den Gefahren des Rauchens auseinandersetzt. Sie wurde 1988 gegründet und hat inzwischen 4.500 Mitglieder.

Eine ebenfalls große deutsche Vereinigung wurde 1992 gegründet. 80 Verbände schlossen sich in Bonn zur „Koalition gegen das Rauchen“ zusammen. Ihr Ziel ist es aktiv über die Gesundheitsrisiken des Rauchens aufzuklären und einen gesetzlichen Schutz für die Nichtraucher zu erreichen. Das geschieht in Form von Plakaten, Informationsbroschüren und -veranstaltungen. Die 80 Verbände wurden dann 2003 zu dem „Aktionsbündnis Nichtrauchen“ (ABNR). Das Bündnis setzt sich unter anderem aus der „Deutschen Krebsgesellschaft“, der Krebshilfe und der Bundesärztekammer zusammen.

Der Schutz aller Menschen, vor allem der Jugendlichen, steht bei allen Nichtraucherverbänden im Vordergrund. Die erschreckenden Zahlen des Deutschen Krebsforschungszentrums von 5,4 Millionen Rauchern sowie 3.300 Passivrauchern, die jährlich an den Folgen des Rauchens sterben, beunruhigen deshalb enorm. Politiker werden aus diesem Grund immer massiver bedrängt, gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Eine kleine Hoffnung stellt allerdings die Zahl der rauchenden Jugendlichen in den vergangenen Jahren dar. Sie ist leicht gesunken. Insgesamt rauchen aber immer noch 18 Prozent der Zwölf- bis Siebzehnjährigen regelmäßig. Eine Initiative, um die Jugend über die Risiken des Rauchens aufzuklären, ist der Nichtraucherwettbewerb „Be Smart“, der vom 12. November 2007 bis zum 26. April 2008 an den Schulen stattfand. 11.350 Klassen hatten sich in diesem Schuljahr angemeldet.

Eine weitere Schutzmaßnahme war es, die Altersgrenze für das Rauchen von 16 auf 18 Jahre anzuheben. Das geschah am 1. September 2007. Vier Monate später wurde in den meisten Bundesländern das Rauchverbot in Gaststätten eingeführt. Seit 2006 gilt auch das EU-rechtsgültige Gesetz, das die Tabakwerbung in Medien und Presse verbietet.

Die Einschränkungen haben bisher jedoch keine allzu große Wirkung gezeigt. Es rauchen deutschlandweit immer noch circa 19 Millionen Menschen. Das Rauchen ist allerdings der größte Risikofaktor für Krebserkrankungen. Außerdem kommt es zu einer vorzeitigen Hautalterung und einer verzögerten Wundheilung. Bei langfristigem „Genuss“ kann sogar das Gehirnvolumen kleiner werden. All die Nebenwirkungen sind seit langem bekannt. Der nahezu jährlich ansteigende Preis sollte zudem den Konsum hemmen. Raucher nehmen die Risiken jedoch meistens nicht ernst, da sie ihr Rauchbedürfnis nicht als Suchtverhalten einschätzen. Die Wirkung des Nikotins wird als entspannend und anregend beschrieben. Eine weitere Argumentation ist, dass die Raucherpause dazu dient, sich kurz dem Alltagsstress zu entziehen. Die appetitsenkende Wirkung wird zudem als Vorteil angesehen.

Was ist also zu unternehmen, damit es weltweit weniger rauchende Todesopfer gibt? Die Möglichkeit des Verbotes besteht, aber ist das überhaupt möglich? Die ganze Problematik wird schon in unserem Grundgesetz deutlich. Hier heißt es in Artikel 2: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.“ Raucher dürfen sich also nicht mehr frei entfalten, wenn jedem Bürger das Recht auf rauchfreie Luft gewährt werden soll. Die Rechte der Nichtraucher werden jedoch ebenfalls angegriffen, sobald in der Öffentlichkeit geraucht wird. Die Freiheit einer Gruppe wird immer zum Problem der anderen. Der Staat kann allerdings nie das Rauchen konsequent in allen Lebensbereichen verbieten. Das Thema „Rauchfrei“ wird somit noch eine längere Zeit für Komplikationen sorgen.



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