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Immer häufiger sind auf den Straßen und in den U-Bahnen Menschen mit verschlungenen Mustern aus Ecken und Zacken in den Haaren zu sehen. Die so genannten Haar-Tribals, die meist von männlichen Köpfen zwischen 18 und 25 Jahren getragen werden, sind aus den Tribal-Tattoos entstanden und werden in die Haare hinein rasiert und / oder auch gefärbt.
Ein Mitarbeiter bei dem Intercoiffeur Strassl Schaider, selbst Träger eines leuchtend blauen Haar-Tribals, meint, den Trend gäbe es schon seit etwa zwei Jahren. Er würde in regelmäßigen Abständen beliebter werden und dann wieder abflauen. Momentan ist der Trend anscheinend wieder im Aufwind. Zwei bis drei Haar-Tribals rasiert der Friseur in der Woche. Dabei gibt es keine bestimmten Muster oder Motive, die besonders beliebt sind. Gute Friseure setzen ihre kreativen Ideen freihändig um. Andere benutzen eine Schablone, die am Kopf aufgelegt wird, damit der Friseur lediglich die freien Stellen wegrasieren muss. Wer seinen eigenen Entwurf auf dem Kopf tragen möchte, kann zum Teil auch selbst angefertigte Skizzen mitbringen. Der Friseur kann die Vorlage dann mit gezielter Präzision in den Schopf rasieren.
Für besonders Mutige werden die verschiedenen Haarpartien zusätzlich in den unterschiedlichsten Farben gefärbt. So entstehen kreative Haarschöpfungen, an denen kaum jemand vorbeischauen kann. Tribals sollen aber nicht einfach nur auffallen, sondern haben auch einen künstlerischen Wert. Tribal-Anhänger finden die verschlungenen Verzierungen faszinierend und ästhetisch und tragen zum Beispiel auch gerne mit Tribal verzierte Klamotten wie Shirts und Jacken. Jenny Ernst, Studentin aus Wien und ein großer Fan des Trends, sagt zudem, dass die Reaktionen, die sie auf ihr Tribal bekommt, durchweg sehr positiv wären.
Tribals waren ursprünglich Stammeszeichen, die hauptsächlich im gesamten orientalischen und asiatischen Raum weit verbreitet waren. Noch heute werden sie einerseits als ästhetisch angesehen und sollen dem Träger andererseits Respekt von seinen Stammesmitgliedern einbringen. Mit der Eroberung der Stämme durch die westliche Welt wurde das Ritual der Tribal-Tätowierungen in den Stämmen nahezu vollkommen ausgerottet. In den 90ern wurden die Tribal-Tätowierungen dann in der westlichen Welt zu einem großen Trend. Die verschlungenen Zeichen befinden sich meist auf der Schulter oder im Nacken ihres Trägers. Eine andere, besonders zu den Anfangszeiten beliebte Variante des Tribal-Tattoos, war das so genannte „Arschgeweih“, welches auf dem Steiß der meist weiblichen Trägerinnen platziert ist.
Die etwas andere Art Tribals zu tragen ist nun also die Variante auf dem Kopf. Etwas teuer wird die Frisur, wenn die Tribals lange Zeit zu sehen sein sollen. Bei einer Durchschnittslänge der verbleibenden Haare von sechs Millimetern muss die Frisur etwa alle zwei Wochen nachgeschnitten werden, damit das Muster gut sichtbar bleibt. Eine Rasur kostet dabei circa 18 Euro.
Der Trend um die Haar-Tribals ist schon in weite Teile Europas vorgedrungen, Tendenz steigend. Die Frisurenkreationen können bei vielen, besonders auf junge, ausgefallene Frisuren spezialisierten Friseursalons, angefertigt werden.
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