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Das Kind im Mann - EM-Sticker von Panini
13.06.2008 (S. Lausch)
Kategorie: Sport
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Für leidenschaftliche Sammler ist das Leben am 21. April 2008 wieder um eine Spur lebenswerter geworden. An diesem – für manche vielleicht schon historischen – Tag startete das Unternehmen Panini mit dem Verkauf des neuen Sammelalbums für die Europameisterschaft 2008.
Seither laufen Väter der gesamten Nation Zeitschriftenhändlern und diversen Sammlerbörsen sprichwörtlich die Türe ein, um ein Sammelalbum und Sticker für die lieben „Kleinen“ zu ergattern. Doch kaum ein Kind wird je das Heft der Begierde in den Händen halten, ohne vom väterlichen Vorbild ein mahnendes „Nicht die Seiten knicken!“ zu hören zu bekommen. Selbstredend wird auch jeder Sticker liebevoll vom Familienoberhaupt eingeklebt, denn die Söhne und Töchter würden es sicher schief platzieren.
Es ist eine erschreckende Ähnlichkeit zu dem „Modelleisenbahn-Phänomen“ festzustellen. Denn ehrlich: Welcher Vater hat seinem Kind nicht schon einmal die Märklin-Lokomotive oder die Carrera-Bahn geschenkt und sich damit selbst die größte Freude gemacht? Genauso verhält es sich offensichtlich mit den allseits geschätzten Panini-Alben.
Dabei gestaltet sich das Sammeln von Stickern nicht unbedingt kostengünstig. Denn um das Panini-Album komplett mit wirklich allen Stickern zu bereichern, müssen insgesamt 65 Euro hingelegt werden. Das allerdings nur in dem günstigen aber reichlich unrealistischen Fall, wenn kein einziger Sticker doppelt gekauft wird.
Doch warum ziehen die Aufkleber ganze Generationen in ihren Bann? Womöglich lässt es sich auf den Sammeltrieb aus längst vergangenen Urzeiten zurückführen. Oder ist es doch gar die verzweifelte Suche nach vergessenen Kindheitserinnerungen und Geborgenheit? Auch wenn sich diese essentiellen Fragen vermutlich nicht restlos klären lassen, ist es vermutlich ratsam, sich pro Haushalt mehrere der heiß umkämpften Panini-Alben zu ergattern. Das würde zumindest den Familienfrieden sichern. Zudem hätten die „Herren der Schöpfung“ dann auch ein paar willige Tauschpartner innerhalb der Familie und müssten sich beim Stickerhandel nicht mehr von Arbeitskollegen übers Ohr hauen lassen.
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