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Die Brooklyn Bridge in New York City zählt mit ihren 125 Jahren zu den ältesten Brücken der USA. Das 486 Meter lange Bauwerk dient als Verbindungsstück zwischen den Stadtteilen Manhattan und Brooklyn und galt lange Zeit als die längste Hängebrücke der Welt. Die beiden mächtigen Brückenpfeiler, 14.000 Meilen Drahtseil – kreuz und quer über den East River gespannt – und eine Straße, die Platz für vier Fahrbahnen bietet, lassen das monumentale Bauwerk in vielen Augen als architektonisches Wunder erscheinen.
Ganze 14 Jahre lang waren über 6.000 Arbeiter mit dem Bau des Kolosses aus Stahl und Beton beschäftigt. Verantwortlich für die über 15 Millionen US-Dollar teure Konstruktion zeigte sich Johann August Röbling. Der deutschstämmige Architekt entdeckte schon früh seine Faszination für Hängebrücken und konnte seine bisherigen Erfahrungen mit in den Bauvorgang einfließen lassen.
Ohne den engagierten Einsatz Johann Röblings wäre das imposante Bauwerk wohl nie entstanden, da die New Yorker Stadtväter zunächst große Zweifel hegten: Kann eine Hängebrücke den starken Winden trotzen, die über den East River fegen? Nehmen die Einwohner überhaupt einen so langen Fußmarsch zur anderen Seite in Kauf? Und lohnt sich der Bau aus finanzieller Sicht?
Der bitterkalte Winter 1866/1967, der den Fährverkehr behinderte und tausende Bürger zu spät zur Arbeit erscheinen ließ, kam dem deutschen Einwanderer zu Hilfe. Die Stimmen aus der Bevölkerung, die den Bau einer Brücke forderten, wurden immer lauter und erzwangen die Zustimmung der Stadtväter. Im Jahre 1869 konnte schließlich der erste Spatenstich getätigt werden.
Johann Röbling selbst konnte die Fertigstellung seines „Traums“ leider nicht mehr miterleben. Wenige Wochen nach Beginn der Bauarbeiten wurde sein Fuß bei einem Unfall zerquetscht. Aufgrund des daraus resultierenden Wundstarrkrampfes verstarb der Architekt einen Monat nach seinem 63. Geburtstag auf tragische Weise noch im selben Jahr.
Sein Sohn Washington Röbling, der nach dem Tod seines Vaters dessen Position übernahm, hatte ebenfalls kein Glück mit dem Bau der Brücke: Wie viele der Arbeiter wurde er Opfer der so genannten „Caissonkrankheit“, die durch extreme Druckverhältnisse ausgelöst wird. Die Krankheit zwang ihn letztendlich dazu, den Rest seiner Tage im Rollstuhl zu verbringen.
Am 24. Mai 1883 wurde die Brücke feierlich eröffnet. Allein am ersten Tag überquerten 150.000 Menschen und knapp 2.000 Fahrzeuge die Brooklyn Bridge. Um die skeptischen New Yorker Bürger zu beruhigen, ließen die Verantwortlichen im Vorfeld 21 Elefanten des Zirkus Barnum die Brücke überqueren. Auf diesem Wege sollte Vertrauen in die Stabilität der Konstruktion geschaffen werden.
Einige Tage nach der Eröffnung kam es dennoch zu einer Katastrophe: Beim Überqueren der Brücke entwickelte sich eine Massenpanik, die 34 Menschen das Leben kostete. Der Vorfall sollte jedoch der Einzige seiner Art in der 125-jährigen Geschichte der Brooklyn Bridge gewesen sein. Für die Menschen im Arbeiterviertel Brooklyn entwickelte sich die Brücke trotz des Unglücks schnell zum Symbol für ein besseres Leben, das sie auf der anderen Seite des East Rivers erwartete. Deshalb wird sie heute noch als „Sehnsuchtsbrücke“ bezeichnet.
Wer selbst einmal in New York zu Besuch ist, sollte es sich nicht nehmen lassen, das architektonische Meisterwerk zu überqueren. Auf diesem Wege lässt sich ein Teil der Faszination erahnen, die das Wahrzeichen der Millionenmetropole auf die damalige Bevölkerung ausgeübt hat und warum die Brooklyn Bridge auch heute noch von Vielen als Wunder angesehen wird.
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