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Frauen gelten häufig (vor allem beim männlichen Geschlecht) als die schlechteren Fahrzeugführer. Doch beim Blick auf die Statistiken ergibt sich ein anderes Bild. Weibliche Verkehrsteilnehmer bauen seltener Unfälle und gelten als vorsichtiger. Sie halten sich mehr an Tempolimits und fahren seltener unter Alkoholeinfluss. So kommt es, dass 80 Prozent der Punkte in Flensburg von Männern angesammelt wurden. Doch vor lästigen Autopannen sind Frauen trotz aller Umsicht genausowenig gefeit, wie das angeblich starke Geschlecht.
Hartnäckig hält sich das Vorurteil der hilflos winkenden Fahrerin am Autobahnrand, während ein männlicher Fahrer selbstverständlich bei einem geplatzten Reifen aussteigt, selbigen wechselt, einsteigt und weiterfährt. Ob diese Vorstellung noch der Realität entspricht, ist fraglich. Die Fahrerinnen haben nämlich schon lange herausgefunden, dass die Nummer des bekannten Automobil-Clubs mit dem Handy schnell gewählt ist und in Folge dessen freundliche Hilfe in Form von „Gelben Engeln“ naht.
Wer jedoch als Frau in Zukunft auf das Telefon verzichten und stattdessen selbst Hand anlegen möchte, dem sei ein Besuch eines speziellen Pannenkurses für Fahrerinnen empfohlen. Sie werden mittlerweile von vielen regionalen Fahrschulen, Autohäusern und etwa vom TÜV Nord angeboten. Bei den Schulungen, die in der Regel einen halben Tag dauern, werden Reifenwechsel, Starthilfe, Verhalten im Falle einer Panne und das Abschleppen geübt. Zu den Kursinhalten gehört daneben auch das Thema Kleinreparaturen. Dabei werden das Auswechseln von Glühbirnen und Scheibenwischern, sowie das fachgemäße Kontrollieren von Flüssigkeitsständen erlernt. Außerdem wird den Teilnehmerinnen gezeigt, wie der Reifendruck korrekt geprüft wird. Häufig werden die Kurse kostenlos angeboten, mancherorts wird eine geringe Gebühr etwa für die Verpflegung erhoben. Ein Lehrgang beim TÜV Nord ist mit 25 Euro pro Teilnehmerin verhältnismäßig teuer.
Für zahlreiche Fahrerinnen ist die eigenständige Pannenhilfe im Schadensfall ein Thema, das in Angst und Schrecken versetzt. Genau das soll aber durch die Teilnahme an einem Pannenkurs verhindert und durch die nötigen Kenntnisse zur „Selbsthilfe“ ersetzt werden. Die Tatsache, dass Pannenkurse speziell für Frauen und nicht als gemischter Lehrgang angeboten werden, hat seinen Sinn. Die Erfahrung der Anbieter zeigt, dass in gemischten Kursen die Männer das Werkzeug in der Hand halten, während die anwesenden Damen nur zuschauen und den Herren das Feld überlassen. Um den Lerneffekt für die Kfz-Halterinnen zu vergrößern, sollen sie ermutigt werden, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen. Platzt dann tatsächlich einmal der Reifen, wird Frau aussteigen, den Reifen wechseln, einsteigen, weiterfahren und weder telefonieren noch winken.
Wer sich entschlossen hat, an einem solchen Pannenkurs für Frauen teilzunehmen, kann unter folgenden Links einige entsprechende Angebote finden:
www.tuev-nord.de
www.kfz-sachverstaendigenbuero.de
www.vfbe.org
fahrschule-kappel.de
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