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Schon seit Beginn der kommerziellen Luftfahrt in den 1920er Jahren gibt es das Papierticket. Doch die farbenfrohen Zeugnisse von Flugreisen, ob exotischer Urlaubstrip, Kurz- oder Dienstreise, haben ausgedient. Die International Air Transport Association (IATA) und die ihr angeschlossenen Fluglinien haben ihr System ab dem 1. Juni 2008 gänzlich auf das elektronische Ticket (Etix) umgestellt. Es speichert die Reise- und Passagierdaten virtuell. Somit reicht schon die Vorlage von Reisedokumenten, Kreditkarte oder Buchungsnummer aus, um eine Bordkarte am Check-In-Schalter oder Automaten zu erhalten. Das Ticket aus Papier gehört damit der Vergangenheit an.
Laut IATA würde die Abschaffung des Flugtickets auch die Umwelt schützen, da 50.000 Bäume pro Jahr weniger zu Papier verarbeitet würden. Vermutlich wird sich diese optimistische Erwartung jedoch nicht erfüllen, da ein Großteil der Passagiere mit einem Ausdruck ihrer Buchungsbestätigung am Check-In-Schalter erscheinen wird.
Abgesehen davon bietet das elektronische Ticket für Passagiere zahlreiche Vorteile: Da es virtuell existiert, kann es im Gegensatz zu seinem Vorgänger aus Papier nicht mehr verloren, verlegt oder gestohlen werden. Zudem eröffnet das elektronische Ticket auch die Möglichkeit, online oder per Handy einzuchecken.
Für die Fluglinien, die sich der IATA angeschlossen haben, ist das Etix ein finanzieller Segen, denn für die durch horrende Kerosinpreise belastete Airline-Branche bedeutet es vor allem wirtschaftliche Erleichterung. Nach Berechnungen der IATA kostet die Produktion, Verwaltung und Nachbearbeitung von Papierflugscheinen das Zehnfache eines elektronischen Tickets. Dazu kommt noch, dass von vielen Fluggesellschaften der kostengünstigere Trend zum Check-In in eigener Regie, das heißt durch Automaten, gefördert wird.
Die Umstellung von Papier auf das elektronische Ticket macht laut IATA auch vor vielen exotischen Flughäfen keinen Halt. Das Vorzeigebeispiel dafür sind zwei kleine Flughäfen auf den kenianischen Inseln (Lamu und Manda). Obwohl das kleine, mit Stroh gedeckte Terminal des Regionalairports Manda über keinen Strom verfügt, werden die Passagiere dort schon mittels Etix eingecheckt. Dies geschieht auf eine sehr einfache aber durchaus effektive Art: Auf der Hauptinsel Lamu wird die Passagierliste mit allen Buchungsdetails ausgedruckt und kurz darauf mit einem Boot nach Manda gebracht.
Doch trotz aller Mühen der IATA wird es noch weiterhin Regionen geben, in denen es Papiertickets geben wird. Zum einen sind nicht alle Fluggesellschaften der Welt der IATA angeschlossen, zum anderen verfügen auch nicht alle Gegenden über infrastrukturelle und/oder technische Möglichkeiten, um den Luxus des elektronischen Tickets anbieten zu können.
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