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Die Sonne - eigentlich ein Körper, der von uns Erdbewohnern keine besondere Beachtung erhält. Sie ist ja immer da. Mal verschwindet sie zwar hinter Wolken und Regen, lässt uns aber niemals ganz im Stich. So ist es immer gewesen und so wird es immer sein. Oder vielleicht doch nicht?
Bereits in den 50er Jahren wurde eine Abnahme des Sonnenlichts beobachtet. Damals stellten australische Forscher in Israel einen Rückgang der Wasserverdunstungsmenge fest ( Pfannen-Verdunstungs-Verfahren) und erkannten, dass dies auf die Reduktion des Sonnenlichts zurückzuführen ist.
Auch in Bayern kam man zu demselben Ergebnis. Globale Verdunklung sorgt durch die Reflexion der Sonnenstrahlen schon in höheren Luftschichten für eine Abkühlung des Klimas auf der Erde. Die Entdeckung wiedersprach jedoch der von den Wissenschaftlern bisher vertretenen These von der globalen Erwärmung. Diese Tatsache erschwerte zwar die Forschung auf dem Gebiet der globalen Verdunkelung, weil nur eine Minderheit an deren Existenz glaubte, konnte sie aber nicht ganz stoppen.
20 Jahre später wiederholten dieselben Wissenschaftler ihre Messungen und verglichen die Daten. Die Ergebnisse waren erstaunlich: Das Sonnenlicht war um 22% zurückgegangen! Nun wurden selbst die größten Skeptiker aufmerksam. Zwischen 1950 und 1990 nahm die Sonnenstrahlung weltweit zwischen 10% (in den USA) und 30% (in Russland) rapide ab.
Man begann nun nach den Ursachen für dieses globale Phänomen zu suchen. Zunächst vermutete der amerikanische Klimaforscher David Travis als Ursache die Kondensstreifen der Flugzeuge. Als am 11. September 2001 das World Trade Center zerstört und daraufhin der gesamte Flugverkehr gesperrt wurde, sah er seine Chance. „Das war das einzig Gute an diesem Tag“, sagte der Wissenschaftler später in einem Fernsehinterview. Er hatte nur mäßigen Erfolg bei seinen Messungen und erkannte, dass die Kondensstreifen für die globale Verdunkelung doch nicht ausschlaggebend sein konnten.
Wieder stand man am Anfang. Doch es sollte nur wenige Jahre dauern bis man erneut auf eine heiße Spur stoßen würde. Denn heute weiß man, dass der Grund für die Abnahme der Sonnenstrahlung der Mensch oder genauer gesagt die von ihm verursachte Luftverschmutzung ist. Die in der Luft enthaltenen Aerosole (Stoffe, die keinen oder nur einen sehr geringen Wasseranteil haben) reflektieren nämlich zusammen mit den Schmutzpartikeln aus den Abgasen unserer Autos und Fabriken das Sonnenlicht. Zudem kondensiert an ihnen das Wasser, was zu Wolkenbildung führt. Da Aerosole besonders klein sind und so auch nur kleine Wassertropfen bilden, bleiben die Wolken länger bestehen, es regnet seltener und die Verdunstung auf dem Boden verringert sich. Der so entstandene Wolkenspiegel hält die Sonnenstrahlen ab und führt somit zur Abkühlung des Klimas auf der Erde und eben zu globaler Verdunkelung.
Dies hat verheerende Folgen:
Wegen der langen Erhaltung der Wolken in der Luft und der geringen Verdunstung am Erdboden gibt es global gesehen immer weniger Niederschlag. Deshalb kann es vor allem in den Ländern der „Dritten Welt“ vermehrt zu Wasserarmut und Dürre- bzw. Hungerkatastrophen kommen. Wir, die Industriestaaten, sind die Verantwortlichen, denn hier kommt ein entscheidender Nachteil der Industrialisierung zutage.
Wie bereits oben erwähnt beschränken sich die negativen Folgen von Industrieabgasen aber nicht allein auf die vermehrte Bildung von nicht regnenden Wolken. Der Klimaforschung zufolge wird sich die Erde bereits in 100 Jahren um ganze 10% erwärmt haben. Ein derart drastischer Anstieg der Temperatur fand zuletzt vor 4 Milliarden Jahren statt.
Bleibt nur zu hoffen, dass die Wissenschaft so bald wie möglich einen Lösungsweg aus diesem Dilemma findet und die Industriestaaten ein Umdenken in ihrer Klimapolitik vollziehen.
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