|
|
Schumacher startet in der Superbike IDM
03.07.2008 (T. Kaiser)
Kategorie: Sport
|
|
Michael Schumacher gilt als Ausnahmesportler, Motorsport-Legende und Vorbild zahlreicher Hobby-Rennfahrer. Kein anderer deutscher Athlet hat seine Sportart so nachhaltig geprägt, wie der gebürtige Kerpener. In seiner einzigartigen Karriere konnte der siebenmalige Formel-1-Weltmeister 91 Grand-Prix-Siege verbuchen – ein Rekord für die Ewigkeit.
Die Saison 2007 war nun endgültig die letzte in der Königklasse für Michael Schumacher. Nach 17 erfolgreichen Jahren überließ er das Feld der jüngeren Konkurrenz und kehrte dem Formel-1-Zirkus den Rücken zu. Doch die Rennsportkarriere des 39-jährigen scheint noch lange nicht vorbei. Anstatt seinen Lebensabend gemütlich auf der Couch zu verbringen, zieht es den Vollblut-Sportler erneut auf die Piste. Nur dass er diesmal sein vierrädriges Gefährt gegen eines mit zwei Rädern eingetauscht hat: Ein Motorrad des Typs Honda CBR-1000-Fireblade.
Mit der 185 PS starken und 260km/h schnellen Maschine des Holzhauer-Racing-Teams hat Schumi nun als Gastfahrer an seinem ersten offiziellen Motorrad-Rennen auf deutschem Boden teilgenommen. In Oschersleben (18. Mai 2008) konnte er erstmals sein Können in der Deutschen Motorrad-Meisterschaft (IDM) unter Beweis stellen. Zuvor war der Wahl-Schweizer bereits bei nicht offiziellen Rennen in Ungarn und Spanien an den Start gegangen.
Um den befürchteten Medienrummel zu vermeiden, hatte sich der Rekord-Weltmeister zunächst unter dem Decknamen Marcel Niederhausen für das Rennen angemeldet. Der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) lenkte jedoch ein und verweigerte dem 39-jährigen die Teilnahme unter dem Pseudonym. Michael Schumacher musste sich daraufhin mit richtigem Namen in die Rennlisten eintragen lassen.
Dadurch war es mit der Ruhe vorbei. Knapp 19.000 Zuschauer – unter ihnen 135 Journalisten – wollten sich die Fahrkünste des Superstars nicht entgehen lassen. Die Verantwortlichen der Motorsport Arena Oschersleben zeigten sich euphorisch: „Schumacher ist ein Glücksfall für die IDM“, erklärte der Motorrad-Koordinator Ralph Bohnhorst.
Das Rennen selbst verlief für Michael Schumacher dann jedoch weniger erfolgreich. Aufgrund eines Elektronikdefekts im zweiten Durchlauf der Qualifikation reichte es nur für einen Startplatz aus der letzten Reihe. Trotz einer beachtlichen Aufholjagd im ersten Tagesrennen (Rang 28), musste der Ex-Weltmeister wegen eines Fahrfehlers vorzeitig das Handtuch werfen. An Position 21 liegend verlor er die Kontrolle über seine Honda und rutschte von der Strecke.
Schwerwiegende Folgen hatte der Unfall nicht. Der Kerpener blieb unverletzt. „Das ist genau das, was man Lehrgeld nennt“, ärgerte sich Schumi über seinen Fehler. „Man fährt bei der Formel 1 ganz andere Linien, das lässt sich nicht vergleichen.“ Dennoch zog er am Ende ein positives Fazit: „Insgesamt war das doch ein großer Spaß.“
Wer Michael Schumacher kennt, weiß, dass ihn Rückschläge dieser Art nicht aus der Bahn werfen. Seine erzielten Rundenzeiten lassen jedenfalls viel Potential erkennen. Sein Teamkollege Martin Bauer sagt ihm sogar eine neue Karriere voraus: „Wenn er so weiter macht, wird er in die Spitze vordringen können.“ Dem ehrgeizigen Nordrhein-Westfalen ist das durchaus zuzutrauen.
Schumis „Teamchef auf Zeit“, Jens Holzhauer, zeigte sich grundsätzlich zufrieden mit der Leistung des Publikumslieblings. Am Nürburgring (30. Mai bis 1. Juni 2008) wird Michael Schumacher erneut für das Holzhauer-Racing-Team an den Start gehen. Weitere Auftritte des Deutschen in der IDM sind vorerst aber nicht geplant. Dennoch will Jens Holzhauer „mal schauen, was die Zukunft so bringt“.
|
|