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Am 25. April 2008 ist die neueste Erfindung des Videospieleherstellers Nintendo auf den Markt gekommen: Wii-Fit, ein Sportgerät für „Faule“ und „Unsportliche“, das das tägliche Workout für jedermann ermöglichen soll. Für 90 Euro ist das Wii-Fit Balance-Board, das auf den Druck der Hände und Füße beziehungsweise Gewichtsverlagerungen reagiert, erhältlich und nur in Verbindung mit der 250 Euro teuren Wii-Konsole anwendbar. Das Board muss dann nur noch an die handelsübliche Wii-Konsole angeschlossen werden. Ein digitaler Coach führt durch das Work-Out Programm. Bevor es richtig losgehen kann, erfolgt eine Einstufung der körperlichen Fitness durch Angabe von Gewicht, Geschlecht, Alter und Größe. So wird das Work-Out individuell auf den Kunden zugeschnitten.
Der Anwender kann zwischen verschiedenen Sportarten wie Balance, Yoga, Aerobic, Muskelaufbau und Ausdauer wählen. „Für jeden Spieler“, so Nintendo, „soll das richtige dabei sein“. Das Wii-Fit-Spiel gehört zu einer neuen Art Computerspiele der Wii-Reihe wie Wii-Sports, Wii-Play und Mario Kart, die den ganzen Körper fordern und nicht nur, wie herkömmliche Spiele, die Hände. Zu Beginn wird vom Nutzer ein persönliches Trainingsziel festgelegt. Je mehr trainiert wird, desto mehr neue Übungen stehen zur Verfügung.
Auch die Möglichkeit, das Gerät mit Freunden gemeinsam nutzen zu können, fügt dem Sport die typischen Elemente des Wettbewerbs hinzu. Der Ehrgeiz, dass jeder besser sein will als der andere, machen aus den zu Beginn geplanten 20 Minuten Sport an der Konsole schnell mehr. Alles, was den „echten“ Sport manchmal so kompliziert macht, entfällt mit der Wii-Fit. Weder Terminplanung, die Wetterbedingungen noch die Suche nach den richtigen Räumlichkeiten halten den Sportwilligen vom Training ab. Die Wii-Fit passt sich den eigenen Bedürfnissen an. Der Nutzer gibt das Tempo an und, wenn die Lust ausbleibt, wird die Konsole eben ausgeschaltet. Die Kosten für das Fitnessstudio oder den Personal Trainer können gespart werden und es kann nach eigenem Befinden trainiert werden. Fühlt sich der Nutzer schlapp und von der Arbeit erschöpft, kann das Training problemlos auf den nächsten Tag verschoben werden.
Die Wii-Konsole erwischt den Sportmuffel da, wo er am häufigsten anzutreffen ist: auf dem Sofa vor dem Fernseher. Die Motivation zum Sport von der Coach auf das Fitness-Brett findet sich leichter, als der Weg ins Studio. Natürlich lässt sich die Wii-Fit auch austricksen, der elektronische Trainer kann nicht nachvollziehen, ob wirklich Liegestütze geübt werden, oder ob nur mit den Händen regelmäßig das Brett berührt wird. Wenn der Wille Sport zu treiben allerdings vorhanden ist, lässt sich mit der Wii-Fit durchaus ein Work-Out-Programm durchziehen, und der Sport kann ins Wohnzimmer ziehen.
Dennoch kann es mit dem Wii-Fit Balance-Board auch enden, wie mit den meisten Fitnessgeräten und Hometrainern. Zu Beginn sind sie neu und der Nutzer ist gewillt, jeden Tag zu trainieren. Doch auch das Balance-Board verliert, je länger es neben dem Fernseher steht, automatisch an Attraktivität. Hinzu kommt, dass es umso schwerer ist, sich alleine auf das Board zu stellen, wenn einmal in der Gruppe und mit Freunden trainiert wurde, da letzteres wesentlich mehr Spaß macht. Wenn der Nutzer allerdings seinen inneren Schweinehund überwindet und bereit ist, mehrmals wöchentlich das Balance-Board zu nutzen, dann ist der elektronische Trainer eine sinnvolle und kostengünstige Alternative zum Fitnessstudio.
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