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Diskussionen um Turbo-Abi gehen weiter


08.07.2008 (J. Wagner) Kategorie: Politik

Bild: www.spiegel.de

Bereits im April 2008 berichtete Life-Go über die Probleme des sogenannten Turbo-Abiturs. Nach wie vor ist das Konzept umstritten, bei dem sich die Schulzeit am Gymnasium um ein Jahr verkürzt. Da es sich dann nur noch um acht Jahre handelt, ist auch oft die Rede von G8. Die Bundesländer reagieren unterschiedlich auf die damit verbundenen Probleme.

Angeregt durch massive Elternproteste und Medienberichte über überforderte Schüler werden Veränderungen in der Schulpolitik geplant. In den vergangen Monaten wurden bereits mehrere Vorschläge laut, wie die Schüler entlastet werden könnten. Neben der „Entrümplung“ der Lehrpläne und einer vorgezogenen Einschulung war auch die Rede von der Wiedereinführung des Samstagsunterrichtes sowie einer Kürzung der Ferienzeit.

Anfang März 2008 fassten die Kultusminister dann schließlich Beschlüsse zu „Möglichkeiten der Flexibilisierung beim Abitur nach zwölf Jahren“, durch welche die Lehrer mehr Freiraum bei der Gestaltung der Stundenpläne haben. Außerdem empfahlen sie den Bundesländern eine Anpassung der Lehrpläne an die neuen Bedingungen. Weiterhin sollen sie den Schulen bei der Umsetzung finanziell und konzeptionell helfen. Gerade beim Ausbau von Ganztagsschulen ist Unterstützung notwendig.

Immerhin wollen alle Bundesländer weiterhin am Turbo-Abi festhalten. Konkrete Maßnahmen sind nun, vor allem in Bayern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, die Überarbeitung der Lehrpläne und eine Begrenzung der Wochenstunden. Besonders jüngere Schüler sollen entlastet werden, indem der Nachmittagsunterricht eingeschränkt wird oder gegebenenfalls Hausaufgaben entfallen. Probleme bereiten jedoch weiterhin die Bereitstellung neuer Lehrstellen und zusätzlicher Gelder.

Trotz des Festhaltens am G8 dürfen kooperative Ganztagesschulen in Hessen selbst entscheiden, ob sie das Gymnasium in acht oder neun Jahren absolvieren. Weiterhin ist es dort möglich, die Jahreswochenstunden bis zum Abitur freier zu verteilen und den Beginn der zweiten Fremdsprache entweder in der fünften, sechsten oder siebten Klasse anzusetzen.

In Rheinland-Pfalz wurde die Reform von Anfang an etwas ruhiger angegangen. Die Kultusministerin Doris Ahnen hatte vor Problemen gewarnt und daher drei Jahre lang zusammen mit Bildungsforschern und Pädagogen ein G8-Konzept ausgearbeitet. Dieses läuft zunächst nur als Modellversuch an neun der 141 Gymnasien. Außerdem soll es G8 nur in Verbindung mit Ganztagesschulen geben. Bisher läuft es laut Kultusministerium erfolgreich.

Scheinbar gibt es genug Lösungsansätze für die Probleme des Turbo-Abiturs. Wie erfolgreich sie sind, wird sich in Zukunft zeigen. Es bleibt jedenfalls zu hoffen, dass die Berichte über gestresste Schüler abnehmen. Die Reform zeigt, dass Schule nur durch ein Miteinander von Schülern, Eltern und Lehrern funktionieren kann.

Näheres zur Diskussion um die Verkürzung der Schulzeit finden Sie im folgenden Artikel: Abitur nach zwölf Jahren: Zu viel Stress für Schüler?



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