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Mehr als fünf Jahre nach ihrer letzten Live-Tour gehen Depeche Mode parallel zur Veröffentlichung eines neuen Studioalbums wieder auf Tournee. Die Band verriet auf einer Pressekonferenz, dass das neue Album im Oktober 2005 erscheinen soll. Mitte Januar 2006 starten Martin Gore, Dave Gahan und Andrew Fletscher eine europäische Live-Serie, die es in sich haben wird. Mehr als 45 Shows stehen von Mitte Januar bis Anfang April auf dem bisher umfangreichsten Tourplan der Kultband, die zum absoluten Phänomen der Popkultur aufstieg.
1979 gründeten die drei Schulfreunde Martin Gore, Andrew Fletcher und Vince Clarke im englischen Basildon die Band „Composition Of Sound“. Ein Jahr später stieß Dave Gahan als Sänger dazu. Er schlägt als neuen Bandnamen den Titel eines französischen Modemagazins vor: Depeche Mode.
Bis heute denkt der Labelboss Miller gerne an den Tag zurück, an dem er Depeche Mode 1980 im Vorprogramm von „Fad Gadget“ in London entdeckte. Er nahm die vier per Handschlag in sein neues Label „Mute“ auf. Obwohl sich die Band Anfang der 80er Jahre grässlich kleidete, holten sie doch aus ihren analogen Synthesizern Melodien heraus, die rasch Englands Interesse wecken sollten.
Erste Hits wie „Leave In Silence“ (1982) und „Just Can’t Get Enough“ kamen in die Charts. Nach dem ersten Album „Speak And Spell“ stieg Vince Clark bereits wieder aus und Martin Gore übernahm die Rolle des Songwriters.
Vince bot an, den verbleibenden Mitgliedern den Song „Only You“ zu überlassen, doch diese lehnten ab und so wurde der Song der erste Hit von „Yazoo“, dem neuen Projekt von Clark. Nach dem Zusammenbruch dieser Formation gründete er mit Andy Bell „Erasure“.
Durch eine Anzeige im „Melody Maker“ meldete sich Alan Wilder bei Depeche Mode und wurde neuer Keyboarder. Bei „Construction Time Again“ (1983) stieg Alan Wilder vom gebuchten Live-Musiker zum festen Bandmitglied auf, pünktlich zur Erforschung der Sampling-Technik, welche die Depeche Mode-Songs jener Zeit prägte.
Der Song „People Are People” kam im April 1984 in die deutschen Charts und führte sie drei Wochen lang an, später die Nachfolgehits „Master & Servant“ und „Blasphemous Rumours“. 1985 waren Depeche Mode mit dem Song „People Are People” zusammen mit einer Greatest-Hits-Scheibe in den USA erfolgreich. Zwei weitere Alben entstanden: „Black Celebration“ (1986) und ein Jahr darauf „Music For The Masses“.
Die „Music-Tour“ von Depeche Mode führte im März 1988 auch erstmals nach Ost-Berlin, wo man vereinbarte 5.000 Westmark (nicht Ostmark!) Gage einnahm und somit im Vergleich zu einem Auftritt im Westen etwa 10.000 Mark Verlust machte. Auch hier wurden sie von Fans lautstark gefeiert.
Das legendäre Live-Album „101“ und ein Video kamen in den Handel. Es entstand während des vorläufigen Höhepunktes der Band bei einem Auftritt im kalifornischen Pasedena am 18. Juni vor über 80.000 Fans. Eine solche Zuschauermenge hatten zuvor nur Pink Floyd und die Rolling Stones erreicht.
In dem Video ist zu sehen, wie die „wilden Jungs“ in die Tage gekommen sind. Statt wie beim ersten Auftritt sich mit Bier zu beruhigen, begnügen sie sich mit Flippern im Backstage-Bereich oder gehen vor dem Gig in aller Ruhe fischen. So geschah es einmal, dass Dave nicht aufzufinden war und man sich schon Sorgen machte. Erst wenige Minuten vor dem Auftritt tauchte er in aller Seelenruhe auf. Er war angeln gewesen!
Mit dem Erscheinen des „Violator“-Album veröffentlichten Depeche Mode 1990 ihren noch heute bekannten Hit „Enjoy The Silence“, der in mehreren Single-Versionen erschien und von BBC zur Platte des Jahres gekürt wurde. Unter anderem wurde eine Version des Stückes zusammen mit den Londoner Philharmonikern aufgenommen. Das Album verkaufte sich über sieben Millionen Mal.
Mit Nummer-Eins-Platzierungen in Deutschland, England und den Vereinigten Staaten begann 1993 eine Welttournee, die böse enden sollte. 14 Monate verbrachte man auf der Straße (174 Konzerte) und Dave Gahan als bekennender Jane’s Addiction-Fan fühlte sich durch das 1993 entstandene Album „Songs Of Faith And Devotion“ sichtlich wohl in seiner neuen Rolle als Rock-Gott.
Doch die Bandchemie stimmte nicht mehr. Alle vier hatten eigene Backstage-Räume, eigene Limousinen und wohnten in Hotels nicht nur auf verschiedenen Etagen, sondern auch diagonal, damit niemand die After-Show-Eskapaden eines Kollegen über oder unter sich mitbekam. Martin litt an Panikattacken, Alan mussten Nierensteine entfernt werden und Andrew erlitt einen Nervenzusammenbruch. Mitte 1994 endete die Tour und Alan Wilder stieg 1995 entnervt aus der Band aus mit der Begründung: „Unzufriedenheit über interne Angelegenheiten und die Arbeitsweise der Band“
Trotz eines Selbstmordversuches von Dave Gahan im August 1995 begannen Depeche Mode mit den Aufnahmen zum Album „Ultra“. Doch die seelischen Probleme von Dave Gahan spitzten sich zu. Am 28. Mai 1996 spritzte er sich einen Koks-Heroin-Mix und war für zwei Minuten klinisch tot. Er konnte von Rettungssanitätern wiederbelebt werden. Er begibt sich daraufhin in eine Therapie für Drogenabhängige. Nach 15 Monaten Arbeit erschien dann doch noch das Album. Aus Rücksicht auf Daves Probleme wird zum ersten Mal eine Tour ausgesetzt. Im Jahr 1998 ging das Trio auf eine fünfmonatige Welttour, die auch Dave gut überstanden hat.
Im Jahr 2001 existiert die Band immer noch, die Single „Dream On“ aus dem Album „Exiter“ kam Ende April in die deutschen Charts. Im Mai 2002 erschien mit „One Night In Paris“ die erste Live-DVD von Depeche Mode. Weitere DVDs folgten: „Videos 86-89“ und „Devotional“.
Andy Fletscher nutzte die Bandpause, die im Jahr 2003 stattfand, um sein eigenes Label zu gründen, Martin Gore und Dave Gahan veröffentlichten ihre Soloalben. 2004 kam das lange angekündigte Doppelalbum „Remixes 81-04“ heraus.
Im Frühjahr freute man sich, vermelden zu können, dass die Herren Dave Gahan, Martin Gore und Andy Fletscher tatsächlich in trauter Eintracht unter der Sonne Kaliforniens an neuen Songs werkeln, welche die Band auf ihrer Europatour zum Besten geben werden. Ihre alten und bekannten Songs werden bestimmt auch dabei sein.
Tourdaten
Da bleibt nur noch allen Fans, die das Glück hatten, rechtzeitig eine Karte zu ergattern, viel Vergnügen zu wünschen, da Depeche Mode eine Ikone der Musik ist, die man live erlebt haben sollte. Allen, die leer ausgegangen sind, bleibt nur noch, die Daumen zu drücken, dass kurz vor den Konzerten doch noch einige Karten auftauchen werden. Leider sind viele der Konzerte schon ausverkauft beziehungsweise die momentan noch zur Verfügung stehenden Karten nicht zu empfehlen, weil das Preis-Leistungsverhältnis sehr schlecht ist (die wenigen übrig geblieben Karten bieten nur noch Plätze sehr weit von der Bühne entfernt). Also bleibt nur zu hoffen, dass sich die Möglichkeit von Zusatzkonzerten ergibt oder man bei eBay wenige Tage vor dem Konzert eine Karte ergattern kann.
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