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Haare sind eine Angelegenheit für sich. Sie verändern sich im Laufe eines Menschenlebens – zum einen durch die Arbeit des Friseurs, zum anderen aber auch durch das Älterwerden. Die meisten Personen werden mit den Jahren grauhaarig, außerdem leiden viele Männer mit zunehmendem Alter unter Haarausfall. Das Ergebnis sind zunächst „Geheimratsecken“ und später die berühmt-berüchtigte Glatze. Doch viele Menschen leiden bereits zu einem früheren Zeitpunkt unter Haarschäden, die es oftmals stumpf oder strapaziert erscheinen lassen. Wie es dazu kommt und wie sie vermieden werden können, soll in diesem Artikel geklärt werden.
Aufbau des Haars
Das Haar besteht im Wesentlichen aus Hornfäden. Sie sind leblos und können sich nicht mehr regenerieren. Deswegen sind sie durch zahlreiche Einwirkungen von außen angreifbar. Insgesamt besitzen wir zwischen 80.000 und 150.000 Haaren, die pro Monat zirka einen Zentimeter wachsen. Ein Haar kann drei bis sieben Jahre alt werden, bevor es schließlich ausfällt. Es ist völlig normal, dass uns pro Tag etwa 100 Haare ausfallen. An deren Stelle wächst aus den Haarwurzeln, die unter der Kopfhaut liegen, neues Haar nach. Der sichtbare Teil wird Haarschaft genannt und ist aus drei verschiedenen Schichten, der Schuppenschicht (Cuticula), dem Faserstamm (Cortex) und dem Haarmark (Medulla) besteht. Letzteres ist nicht bei allen Menschen vorhanden, zudem ist seine genaue Funktion noch unbekannt.
Besondere Bedeutung beim Aufbau des Haars kommt dem äußeren Mantel, der Cuticula, zu, die eine schützende Funktion hat. Dachziegelartig liegen hier sechs bis zehn Zelllagen flach übereinander. Auf ihrer Oberfläche kann sich das Licht brechen, so dass das gesunde Haar glänzend wirkt. Geschädigtes Haar wirkt stumpf und ist ohne Glanz, denn die Schutzschichten der Cuticula werden teilweise abgebaut. Geschädigte Schuppen spreizen sich ab und legen den empfindlicheren Faserstamm des Haares frei, der für seine Elastizität und Reißfestigkeit verantwortlich ist. Nur wenn jedoch die Cuticula perfekt auf dem Faserstamm anliegt, ist dieser vor schädigenden äußeren Einflüssen geschützt.
Haarschäden durch Färbungen und Dauerwellen
Die grundsätzliche Struktur seines Haares ist jedem Menschen genetisch vorgegeben. So wird uns bereits in die Wiege gelegt, ob wir eine gelockte, schnurgerade, helle oder dunkle Mähne haben werden. Genauso ist vorherbestimmt, wann wir grau werden und ob Männer im Alter eine Glatze erwartet. Wer jedoch mit seinen Erbanlagen unzufrieden ist, kann heute mit Hilfe verschiedenster Verfahren an nahezu jede Art von Frisur gelangen. Doch nicht jedes Verfahren tut dabei dem Haar auch gut.
Eine der häufigsten Friseurbehandlungen ist das Ändern der Haarfarbe. Unterschieden werden hier Tönungen und Färbungen. Tönungen legen sich nur äußerlich als Farbpigmente um das Haar und beeinträchtigen es in der Regel nicht. Färbungen dagegen verändern die Haarstruktur auf Dauer. In diesem Fall ist danach besondere Pflege notwendig. Nach jeder Wäsche sollte eine Spülung verwendet werden. Diese verleiht dem Haar mehr Feuchtigkeit und macht es leichter kämmbar. Aber auch eine Dauerwelle kann Schädigungen verursachen. Sie setzt vor allem ohnehin schon verletztem und tendenziell trockenem Haar zu. Besonders wenn eine Dauerwelle mit zu langer Einwirkzeit oder zu hoher Temperatur durchgeführt wird, kann das Haar so stark aufquellen, so dass es unwiderruflich beschädigt wird.
Aufgepasst beim Waschen, Bürsten und Fönen
Auch bei falscher Pflege zu Hause kann es zu Haarschäden kommen. Tägliches Waschen ist beispielsweise nicht empfehlenswert, da es Haare und Kopfhaut austrocknet. Als Folge kann es zu Haarstrukturschäden wie Spliss kommen, bei dem sich die Haarenden aufspalten. Zudem können die Haare abbrechen. Um dem vorzubeugen, sollte beim Waschen nur einmal eingeschäumt und Shampooreste gut ausgespült werden. Dabei ausschließlich lauwarmes Wasser verwenden.
Ebenso kann das Abrubbeln mit dem Handtuch oder zu heftiges Bürsten nachteilig sein. Vor allem, wenn die Haare nass sind, sind sie wesentlich empfindlicher und brechen leichter ab. Deswegen sollte feuchtes Haar nur vorsichtig mit einem groben Kamm durchgekämmt werden. Im trockenen Zustand eignet sich eine Bürste mit Naturborsten. Zusätzlich kann die Hitze des Haartrockners das Haar so beeinträchtigen, dass es spröde und widerspenstig wird. Wer trotzdem nicht darauf verzichten möchte, sollte nur lauwarm und möglichst kurz fönen. Außerdem sollte dies nur in Wuchsrichtung geschehen, damit die Haare nicht unnötig aufgerauht werden.
Risikofaktoren Sonnenlicht, Salz- und Chlorwasser
Besonders beeinträchtigend ist zudem die Kombination von Salzwasser und Sonneneinstrahlung, die häufig im Urlaub auf das Haar einwirkt. Ebenso kann die Verbindung von gechlortem Wasser und Sonne negative Folgen haben, so dass beide Fälle als Gefahr nicht zu unterschätzen sind. Es kommt zu oxidativen Prozessen, die die Haarstruktur besonders stark schädigen können. Hier gilt: Je heller die Haare sind, desto schneller werden sie geschädigt. Ein Tuch oder Hut kann Abhilfe schaffen, weil dadurch verhindert wird, dass das Sonnenlicht unmittelbar auf den Kopf scheint.
Salzwasser dagegen führt zu einer starken Austrocknung. Hier können die Haare geschützt werden, indem vor dem Schwimmen und Baden Olivenöl einmassiert wird. Nach dem Kontakt mit Salz- oder gechlortem Wasser sollten die Haare mit normalem Leitungswasser gründlich ausgespült werden. Insgesamt gilt: Wer sie gut schützt und pflegt, darf sich auch nach dem Urlaub an schönen und gesunden Haaren erfreuen. Das gilt übrigens auch für Männer, denn beim Thema Haar gibt es (ausnahmsweise) so gut wie keine Unterschiede zwischen Mann und Frau.
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