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Arbeit allein macht nicht glücklich. Wie unglücklich allerdings die Deutschen mit ihrer Arbeit wirklich sind, zeigt eine Studie des Schweizer Personaldienstleisters „Kelly Services“ aus dem Jahr 2008. Laut den Erhebungen glauben 15 Prozent der Deutschen den falschen Berufsweg eingeschlagen zu haben. Neben unzureichendem Lohn sind auch schlechte Arbeitsbedingungen und die Vorbereitung auf das Berufsleben Gründe um die Wahl im Nachhinein zu bereuen. Obwohl die Entlohnung immer noch der wichtigste Zufriedenheitsfaktor zu sein scheint, so decken Umfragen des Deutschen Gewerkschaftsbundes zudem noch andere Gründe auf: Aufstiegschancen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind ebenso wichtige Grundlagen um sich im Job wohl zu fühlen.
Vor allem für gut Ausgebildete ist die Entlohnung ein wichtiges Kriterium, das für oder gegen die Zufriedenheit im Job spricht. Wer viel in seine Ausbildung investiert hat und dementsprechend gute Bildungsqualitäten vorweisen kann, gibt sich selbstverständlich nicht allzu lange mit einem niedrigen Lohn zufrieden. Eine Erhebung des Berliner Ökonomen Jürgen Schupp und des Duisburger Soziologen Stefan Liebig aus dem Jahr 2007 klärt auf, dass das Problem in den voreingenommenen Erwartungen der Arbeitnehmer zu finden ist. „Offenbar besteht hier die Vorstellung, dass die individuellen Bildungsinvestitionen keine entsprechende Kompensation erfahren“, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung zu den Ergebnissen. Laut der Untersuchung empfinden Männer ihr Einkommen eher ungerecht als Frauen.
Ebenso problematisch ist die Situation für Leih- und Hilfsarbeiter. Der Deutsche Gewerkschaftsbund fand im Jahr 2007 heraus, dass in diesen Berufen jeder dritte Beschäftigte besonders unzufrieden mit den Arbeitsbedingungen ist. Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Michael Sommer, betonte daraufhin, dass die Ergebnisse wieder einmal mehr ein Beweis für die schlechten Bedingungen im Niedriglohnsektor seien. Die Arbeit als Leih- und Hilfsarbeiter sei mit einer geringen Qualifikation und einem geringen Einkommen verbunden, ganz zu schweigen von verbesserungswürdigen Arbeitsbedingungen und einem erhöhten gesundheitlichen Risiko, so der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske.
Anscheinend ist auch die Vorbereitung auf das Berufsleben in Deutschland eher mangelhaft. Laut der Studie aus dem Jahr 2008 von „Kelly Services“ bemängeln 43 Prozent der Deutschen nicht umfassend genug auf das Arbeitsleben vorbereitet worden zu sein. Mittlerweile existieren in Deutschland in jedem Bundesland berufsvorbereitende Programme, unterstützt von den Kultusministerien, den Industrie- und Handelskammern sowie dem Arbeitsamt. Die genannten Institutionen betreiben ausreichend Informationsaufwand und bieten zukünftigen Arbeitnehmern bei der Berufswahl Unterstützung an. Die großen Informationsdefizite werden allerdings schon bei den Daten von Studiums- und Ausbildungsabbrechern deutlich. Deutschlandweit bricht jeder fünfte das Studium ab. Jeder vierte Lehrling beendet seine Ausbildung ohne Abschluss.
Laut einer Umfrage des Karriereportals „Monster“ vom September 2007 hält die Angst vor der Arbeitslosigkeit oder einer weiteren Verschlechterung der beruflichen Situation bisher noch viele Beschäftigte von einem Arbeitsplatzwechsel ab. Dennoch nutzen vor allem jüngere Arbeitnehmer lieber ihre Chance, als die Aussicht auf eine womöglich lebenslange Unzufriedenheit im Job hinzunehmen. Der Zeitaufwand für Umschulungen scheint für die Berufsumsteiger dabei weniger eine Rolle zu spielen. Das ist zumindest ein Gegentrend zu den momentanen Behauptungen in der Wirtschaft, deutsche Arbeitnehmer seien faul. „Fleiß und Pflichterfüllung stehen in Deutschland nach wie vor hoch im Kurs“, meint Bernd Jürgen Warneken, Professor am Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Tübingen. Hoch im Kurs stehen für deutsche Arbeitnehmer aber nicht nur das Gehalt oder die Aufstiegschancen, sondern auch, wie er betont, der Spaß an der Arbeit. Daran mangelt es scheinbar ganz besonders.
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