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Auf dem Ölmarkt herrscht Spannung. Das spüren wir alle. Die Benzinpreise klettern in ungeahnte Höhen und die Nebenkosten für die Heizung steigen ebenfalls. Nach dem neuen „mittelfristigen Ölmarkt-Report“ der Internationalen Energieagentur (IEA) gibt es aber keinen Grund zur Panik. Er beschäftigt sich mit der Entwicklung des Angebots und der Nachfrage bis 2013. Bis dahin ist die Versorgung jedenfalls gesichert.
Aktuell beträgt der weltweite Verbrauch etwa 87 Millionen Fass Öl pro Tag. Ein Fass entspricht 159 Litern. Bis 2013 soll er auf 94,1 Millionen Fass steigen. Die Zahlen beruhen auf der Annahme, dass sich der Ölverbrauch in den Industriestaaten wegen einer schwächeren Wirtschaft verringert. Gleichzeitig steigt er aber durch zunehmenden Wohlstand in den asiatischen und südamerikanischen Ländern, sowie im Nahen Osten. Im Jahr 2015 soll der Verbrauch dann jenem in den Industriestaaten entsprechen.
Um die wachsende Nachfrage auszugleichen, kann mehr produziert werden, als benötigt wird. Das soll außerdem unerwartete Verbrauchszunahmen und Ausfälle bei der Ölproduktion kompensieren. Die Kapazität könnte so auf 90,4 Millionen Fass 2008 bis 96,2 Millionen Fass 2013 gesteigert werden. Andere Experten kritisieren jedoch den Optimismus des Berichts.
So geht die Ausbeute der größten Ölfelder jährlich um 7,5 Prozent zurück. Zudem wäre die Förderung schon am Limit und die Möglichkeiten zur weiteren Steigerung sind begrenzt. Wie Werner Zittler von der „Energy Watch Group“ sagt, kann über eine Ausweitung des Angebots nur spekuliert werden. Den IEA-Experten wird vorgeworfen, die Zahlen nur zu Beruhigung von Politik und Wirtschaft vorzulegen.
Ein Anzeichen dafür, dass die Produktion nicht nennenswert ausgeweitet werden kann, ist die Entwicklung des Ölpreises. Er klettert von einem Höchststand zum nächsten. Dabei ist der Verbrauch in Deutschland sogar um 2,4 Prozent zurückgegangen. Ein Hauptgrund für die Preisexplosion ist der Rückgang der Reserven, vor allem der westlichen Länder. Außerdem können kaum noch Vorräte angelegt werden und so spiegelt der Preis direkt das Verhältnis von Angebot und Nachfrage wieder.
Ein weiterer Grund ist die Verteuerung der Kraftstoffproduktion. Rohöl wird in immer schlechterer Qualität gefördert. Die notwendigen Reinigungstechnologien sind kostenintensiv und tragen somit zur Preisexplosion bei. Engpässe oder Produktionsausfälle durch Unfälle oder Sabotage verstärken die Problematik zusätzlich. Dabei handelt es sich jedoch um Faktoren, die im IEA-Report außer Acht gelassen wurden.
Zudem bietet das Öl großes politisches Konfliktpotential. Die meisten Förderungsanlagen befinden sich in unsicheren Gebieten wie Saudi-Arabien, dem Iran oder Irak. Da die westlichen Vorräte zur Neige gehen, hängen die Industrienationen, also auch Deutschland, sehr stark von den bereits genannten Ländern ab. Diese Abhängigkeit gilt es zu reduzieren.
Sei es aus Kostengründen, aus politischer Sicht oder schlicht der Umwelt zu liebe, in jedem Fall ist es besser beispielsweise das Angebot alternativer Energiequellen auszubauen. Außerdem stehen jedem Einzelnen Möglichkeiten zu Verfügung seinen Ölverbrauch zu reduzieren. Nicht nur um dem Schock an der Tankstelle zu entgehen, sondern auch der Gesundheit zu liebe, kann es nicht schaden das Auto einfach mal stehen zu lassen.
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