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Das Kapital der Stimme
05.08.2008 (A. Strehle)
Kategorie: Wirtschaft
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Die Stimme ist unser wichtigstes Hilfsmittel in der Kommunikation mit anderen Menschen. Sie entscheidet zu einem wesentlichen Teil darüber, ob uns ein Gesprächspartner sympathisch ist oder nicht. Besonders im Berufsalltag wird der Erfolg des Redners durch die Wahrnehmung seiner Stimme beim Zuhörer beeinflusst. Das sollte für jeden Grund genug sein, sich mit diesem Kapital näher zu beschäftigen.
Frauen sprechen bekanntlich in einer höheren Frequenz als Männer. Das kann besonders im beruflichen Umfeld von Bedeutung sein. Eine weibliche Stimme ist nämlich in der Lage mehrere männliche Kollegen zu übertönen. Hohe Töne sind besser zu lokalisieren als tiefe und setzen sich deshalb durch. Das Prinzip funktioniert sowohl bei Alarmsystemen als auch beim weiblichen Geschlecht. Somit können sich Frauen einen klaren Vorteil in der Kommunikationssituation verschaffen, auch wenn sie im Durchschnitt leiser sprechen als Männer.
Häufig hören wir Menschen mit tiefen Stimmen besonders gern reden, da sie einen ruhigen und souveränen Eindruck auf uns machen. Sogenannte Piepsstimmen werden hingegen meist mit Emotionalität und sogar Unsicherheit verbunden. Hier fällt dem Gesprächspartner das Zuhören schwerer und er schaltet automatisch ab – kein guter Ausgangspunkt für den beruflichen Erfolg. In solchen Fällen hilft nur der Gang zum Sprachtherapeuten.
Um in der heutigen Berufswelt bestehen zu können, ist außerdem die Beherrschung des Hochdeutschen Grundvoraussetzung. Dialektsprecher fallen in der Regel auf. Ihre Sprechweise wird meist negativ bewertet oder sogar mit einem niedrigeren Bildungsniveau assoziiert. Allgemein tendieren Frauen dazu näher am Standarddeutsch zu sein als Männer, was ihnen zu einem klaren Vorteil verhilft. Der Dialekt am Arbeitsplatz muss jedoch nicht immer nachteilig sein. Oft wird dadurch eine gewisse Nähe und Vertrautheit zum Kunden geschaffen, so zum Beispiel im Außendienst. Ob eine bestimmte Sprechweise positiv oder negativ ankommt, hängt auch vom Gesprächspartner und dessen Einstellung zum jeweiligen Dialekt ab.
Für viele bedeutet der eigene Dialekt ein Stück Identität und Bekenntnis zur Heimat. Beides drückt sich im individuellen Sprachverhalten aus. Der Dialekt hat durchaus seine Berechtigung und wird daher in bestimmten Lebensbereichen wie Familie und Freundeskreis gesprochen. Im beruflichen Umfeld wird hingegen bewusst Hochdeutsch eingesetzt, um eine gemeinsame Gesprächsbasis zu schaffen und somit das Gelingen der Kommunikation zu sichern.
Wie viel Potenzial in unserer Stimme liegt, ist wahrscheinlich nur den wenigsten Leuten bewusst. Individuelle Reserven können dabei von Sprachtrainern heraus gekitzelt werden. Wer sich zudem die Verwendung des Dialekts im beruflichen Alltag abgewöhnen möchte, findet hier ebenfalls eine Anlaufstelle. Neben Tipps für das erfolgreiche Sprechen vor der Gruppe umfassen die angebotenen Kurse sowohl Sprachtraining als auch Atemübungen. Die schönste Stimme nützt nämlich nichts, wenn dem Redner die Luft ausgeht.
Beispiele für Stimm- und Atemübungen, mit denen Sie Ihre Stimme trainieren können, finden Sie unter www.focus.de. Bei der Suche nach einem Sprachtherapeuten in Ihrer Region lohnt ein Blick in die Gelben Seiten.
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