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Wir leben in einem Zeitalter, in dem scheinbar alles möglich geworden ist. Während Lord Kelvin im 19. Jahrhundert noch nicht glaubte, dass etwas fliegen könnte, das schwerer als Luft ist, gelang Jahrzehnte später die erste Mondlandung. Mittlerweile werden die ersten bemannten Marsflüge geplant. Das sind Vorstellungen aus Filmen und Büchern, die plötzlich Wirklichkeit werden. Welche Science-Fiction-Technologien könnten zukünftig noch realisiert werden?
Der Physikprofessor Michio Kaku von vom Verbund staatlicher Universitäten in New York stellte dazu Untersuchungen an. Er unterscheidet dabei Techniken, die in ein paar Jahrzehnten realisiert werden und solche, die erst in ein paar Jahrhunderten folgen. Schließlich gibt es noch Ideen, die nicht mit den Gesetzen der Physik vereinbar sind und daher wohl nie Wirklichkeit werden können.
Zur ersten Kategorie zählt laut Michio Kaku zum Beispiel Unsichtbarkeit. Um das zu erreichen, müsste das Licht um die betreffenden Gegenstände herum fließen. Einigen Physikern gelang es nun, sogenannte Metamaterialien zu erzeugen. Sie lenkten zunächst Mikrowellen und später auch rotes und grünes Laserlicht um die Objekte herum. Damit ist es zwar nur in der betreffenden Laserfarbe unsichtbar, doch es wird mit weiteren Erfolgen diesbezüglich in den nächsten 100 Jahren gerechnet.
Eine weitere denkbare Science-Fiction-Technologie sind Zeitreisen. Sie gehören zur Kategorie zwei und sind vielleicht erst in einer Million Jahren möglich. Das Schlüsselwort dafür heißt laut Professor Michio Kaku „Wurmloch“. Wenn es möglich wäre, solche Tunnel des Raums zu durchfliegen, käme das Raumschiff vielleicht an einem ganz anderen Ort und einer ganz anderen Zeit heraus. Doch bisher sind Wurmlöcher nur theoretische Konstrukte und zu ihrer Erzeugung wäre negative Energie erforderlich. Wie das realisiert werden soll, ist Wissenschaftlern bisher noch unklar.
Was wohl nicht möglich sein wird, ist die Vorhersage der Zukunft. Denn sie verletzt die Abfolge von Ursache und Wirkung. Doch Michio Kaku hütet sich davor, etwas als grundsätzlich unmöglich einzustufen. Das heutige Wissen um die Gesetze der Physik ist sehr wahrscheinlich noch unvollständig. Das bedeutet, dass es in sehr ferner Zukunft vielleicht Dinge geben könnte, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.
Aus diesem Grund arbeitet sogar die Europäische Weltraumorganisation (ESA) mit Science-Fiction-Autoren zusammen. Denn neben einer blühenden Fantasie besitzen sie oft auch ein breites technisches Hintergrundwissen. So durchforsten sie bei dem Projekt „Innovative Technologien aus der Science Fiction für Anwendungen im Weltraum“ Bücher, Filme, Bilder und Veröffentlichungen. Mit der Erforschung möglicher Ideen werden dann Universitäten beauftragt. In Machbarkeitsstudien erfolgt dann der endgültige Test, ob die Vorschläge brauchbar sind und realisiert werden könnten.
Neben der Raumfahrt gibt es auch große Fortschritte im Bereich der Bio-, Nano- und Neurotechnologien. So dürften die nächsten 50 Jahre sehr interessant werden. Wie Martin Rees in seinem Buch „Unsere letzte Stunde“ schreibt, werden beispielsweise „für die Mitte des Jahrhunderts […] von vielen übermenschliche Roboter vorhergesagt“. Desweiteren soll die Kommunikation der Maschinen untereinander wachsen. Durch kleine „Nanobots“ soll es möglich sein, Medikamente gezielt an erkrankte Stellen im menschlichen Körper zu transportieren. Prothesen, die durch Gedanken gelenkt werden, gelten heute schon nicht mehr als Zukunftsmusik.
Wer weiß, wie die Erde in ein paar hundert Jahren aussehen wird. Vielleicht bevölkern die Menschen dann schon längst andere Planeten. Wie würde es wohl unseren Vorfahren gehen, wenn sie heute leben würden und sehen, dass ihre Spinnereien real geworden sind? Die Frage lässt sich wohl nicht beantworten. Doch die Fantasie scheint ein ständiger Antrieb für die Wissenschaft zu sein.
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