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Andere Länder haben eine andere Kultur, andere Traditionen und andere Regeln. Soviel haben Menschen heute im Urlaub oder auch durch die internationale Zusammenarbeit in ihrem Beruf bereits gelernt. Dennoch treten immer noch häufig Missverständnisse auf, wenn sehr unterschiedliche Kulturen aufeinander treffen. Normalerweise haben eventuelle Verwirrungen für Urlauber durchaus auch lustige Aspekte.
Nicken für „Ja“ und Kopf schütteln für „Nein“? Selbstverständlich, so haben es schließlich alle Bürger der Welt von klein auf gelernt. Alle, bis die Griechen. Hier ist es genau andersherum. Wer also im schönen Athen oder auf Kreta Urlaub machen möchte, sollte den verbalen Ausdruck dem nonverbalen vorziehen, um nicht in unerwünschte Situationen zu geraten. „Ja“ und „Nein“ sagen scheint ohnehin der größte kulturelle Unterschied zu sein. In asiatischen Ländern wird statt einem direkten „Nein“, lieber eine freundliche Ablehnung bevorzugt.
Körpersprache sollte ebenso mit Bedacht genutzt werden. Nicht jedes Land hält bestimmte Zeichen für gleichermaßen angebracht. Das typische Taucherzeichen, ein „O“ geformt mit den Fingern, wird in Amerika und auch Deutschland sehr gern als positives Zeichen genutzt. Hier bedeutet das Zeichen soviel wie, „es ist alles in Ordnung“. Dasselbe Handzeichen gilt laut der Diplom Dolmetscherin Eva M. Nertinger in Mittelmeerländern und Teilen von Südamerika als vulgär. Ihr Vortrag über „Interkulturelle Kommunikation im Fremdsprachenunterricht“ erschien 2002 im Hueber Verlag. In Japan hingegen ist das Zeichen ein Symbol für Geldmünzen.
Während sich die meisten Urlauber über kulturelle Unterschiede amüsieren, oder sich nicht wirklich darauf einlassen müssen, ist dieses Thema für internationale Unternehmen wichtiger denn je. Die Globalisierung ermöglicht die Zusammenarbeit von Unternehmen auf der ganzen Welt und gerade der asiatische Markt wird für westliche Unternehmen immer attraktiver. Die Konsequenz aus diesen globalen Tätigkeiten ist jedoch, dass Geschäftsmenschen sehr genau die Kulturen des Partnerlandes kennen müssen, um dort erfolgreich tätig sein zu können. Interkulturelle Kompetenz scheint, wie es auch im Titel eines Thesenpapiers der Bertelsmann Stiftung heißt, die Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts zu sein. Die Forschungsergebnisse der US-Forscherin Darla Deardoff bildeten die Basis für das Thesenpapier sowie für einen amerikanisch-deutschen Workshop. Dieser befasste sich mit der Thematik „Was ist interkulturelle Kompetenz und wie kann sie vermittelt werden?“.
Unternehmen senden ihre Mitarbeiter zu Konferenzen oder Geschäftstreffen ins Ausland. Doch die internationale Geschäftssprache Englisch oder eventuelle Übersetzer reichen oft nicht aus, um kulturelle Differenzen auszugleichen. Insbesondere die Direktheit der Deutschen wird von vielen Kulturen, auch von europäischen, als gewöhnungsbedürftig empfunden. Allgemein mag es vor allem bei Beschlüssen, die Auslandsgeschäfte betreffen von Vorteil sein, klare und unmissverständliche Antworten zu geben. In asiatischen Ländern sind direkte Antworten nicht die Regel. In China oder auch Japan ist es wichtiger sein Gegenüber nicht durch allzu direkte Antworten bloßzustellen.
Das Thema interkulturelle Kommunikation oder Kompetenz ist sehr komplex. International tätige Unternehmen investieren viel Geld in Abteilungen, die sich ausschließlich mit eben dieser Problematik auseinandersetzen. Genauso sollten sich auch Urlauber mehr über fremde Kulturen informieren. Missverständnisse wird es immer wieder geben, aber die meisten sind vermeidbar, wenn sich Menschen mehr aufeinander einlassen. Um möglichen Verwirrungen oder gar Peinlichkeiten aus dem Weg zu gehen, sollten vor allem Einheimische beobachtet werden. So wie es ein altes britisches Sprichwort sagt: „Wenn du in Rom bist, mach es wie die Römer.“
Nähere Informationen zum Thema Schlüsselqualifikationen finden Sie in den Artikeln „Soziale Kompetenzen – Stark gefragt und kaum vorhanden“ und „Aber bitte mit Gefühl - Soft Skills im Arbeitsleben“.
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