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Datenträger: Der sichere Tod der Speichermedien
15.08.2008 (T. Kaiser)
Kategorie: Technik
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Der technische Fortschritt ermöglicht immer größere Datenmengen auf immer kleiner und billiger werdenden Trägern. Was heute noch als unglaubliche Datenkapazität gefeiert wird, reicht morgen nur noch für einfachste Anforderungen. Neue und bessere Formate ersetzen die alten und lassen die Vorgänger im digitalen Nirwana verschwinden. In diesem Zusammenhang kann getrost von einem „ewigen Kreislauf“ gesprochen werden.
Während in den 80er-Jahren die überaus erfolgreichen Heimcomputersysteme „Atari“ und „Commodore 64“ auf so genannte „Datasetten“ bauten, kennt heutzutage kaum noch jemand das damals weit verbreitete Speichermedium. Äußerlich einer Musikkassette ähnelnd, gehörte der klobige Datenträger zur Grundausstattung einer ganzen Generation von Computernutzern. Die Speicherkapazität einer durchschnittlichen Datasette betrug – zu damaligen Verhältnissen – sagenhafte 50 Kilobyte.
In den 90er-Jahren nahm die „Floppy-Disk“ ihren Platz auf dem Speicherthron ein. Mit 1,44 Megabyte konnte die Diskette dreimal so vielen Daten ein Zuhause bieten. Jahrelang blieb der kompakte Datenträger das Maß aller Dinge in Büros und Arbeitszimmern der Welt.
Abgelöst wurde der ehemalige „Speicherriese“ von der auch heute noch gebräuchlichen „CD-ROM“ (Compact Disc Read-Only Memory). Durch den Preisfall der Silberscheiben Mitte der 90er-Jahre und den wachsenden Speicherbedarf der neusten Generation von Computerspielen feierte die 750 Megabyte große CD-ROM ihren weltweiten Siegeszug.
Doch die Zeit des Silberlings neigt sich dem Ende entgegen: Obwohl die Kompakt-Disk im Jahr 2007 mit 393 Millionen verkauften Exemplaren das am häufigsten vertriebene Speichermedium war, ist ein eindeutiger Negativtrend abzulesen. So gingen 2006 noch 481 Millionen CD-ROMs über die Ladentheke.
Inzwischen hat die 4,7 Gigabyte große „DVD“ (Digital Versatile Disk) der CD verkaufstechnisch fast den Rang abgelaufen. Doch auch hier steht schon der Nachfolger in Startposition. Nach jahrelangem Formatstreit mit dem Konkurrenten „HD-DVD“ soll nun die „Blue-ray Disc“ das Speicherformat der Zukunft sein – vorerst.
Aufgrund der rasanten technologischen Entwicklung ist es schwierig, Prognosen für das nächste Jahrzehnt zu treffen. Mehr Speicherplatz heißt nicht automatisch höhere Verkaufszahlen. Das Schicksal der hoch gelobten „Zip-Diskette“ dient hier als bestes Beispiel. Obwohl der 100 Megabyte große Datenträger bis Ende der 90er als Revolution unter den Speichermedien galt, blieb ihm der große Durchbruch aus unerfindlichen Gründen verwehrt.
Welches Medium sich letztendlich durchsetzt, ist im Voraus nicht immer klar ersichtlich. Nur eines kann mit Sicherheit behauptet werden: Früher oder später steht jedem Speichermedium – wie gut und beliebt es auch sein mag – der digitale Tod ins Haus. Es ist alles nur eine Frage der Zeit.
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