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Gewaltfrei kommunizieren nach Dr. Marshall Rosenberg


23.08.2008 (S. Petersohn) Kategorie: Lifestyle

Bild: www.sxc.hu

Ob Streit mit dem Chef oder schwierige Situation zu Hause, vieles lässt sich durch ein Gespräch der Beteiligten klären. Doch selbst das scheinbar einfache miteinander Reden kann zu einer schwierigen bis unlösbaren Aufgabe werden. Daran sind zum großen Teil Vorwürfe, Werturteile und Verleugnungen schuld. Derartige Schwierigkeiten in der Kommunikation können jedoch umgangen werden. Life-Go zeigt Ihnen anhand der „Theorie der Gewaltfreien Kommunikation“ (GfK) des amerikanischen Psychologen Dr. Marshall Rosenberg, wie es funktioniert.

Verbale Gewalt im Alltag

Menschen sind „Bedürfniswesen“, immer wünschen sie sich etwas. Sei es Zuneigung, Anerkennung oder Aufmerksamkeit, hinter jeder Handlung lässt sich ein Begehren ausmachen. Leider werden Wünsche vor allem in Konfliktsituationen selten direkt ausgesprochen. Wenn jemand nicht weiß, was sich sein Gesprächspartner wünscht, so kann er ihn nicht verstehen.

Nach Marshall Rosenberg trennt jedoch nicht nur fehlendes Mitgefühl die Menschen voneinander, sondern auch bestimmte Kommunikationsweisen. Wenn Sie Ratschläge erteilen, loben oder strafen, Verantwortung leugnen oder moralische Urteile fällen, bauen Sie einen Graben zwischen sich und Ihrem Gegenüber auf. Für Marshall Rosenberg beinhaltet eine solche Art der Gesprächsführung die Ausübung verbaler Gewalt gegenüber dem Gesprächsteilnehmer.

Die Gesprächsführung neu erlernen in vier Schritten

Es geht jedoch auch ohne Gewalt im Gesprächsalltag und das können Sie in vier Schritten lernen. Stellen Sie sich eine Konfliktsituation vor. Es gab einen Streit und Sie möchten ihn klären. Als erstes müssen Sie die Situation ohne Bewertung oder Deutung erfassen. Es gilt also, sich bewusst Einhalt zu gebieten und gedanklich einen Schritt „zurückzutreten“.

Im zweiten Schritt sollten die eigenen Gefühle, welche Sie gerade verspüren, innerlich betrachtet werden. Sind Sie eventuell wütend oder traurig? Dies bildet den Ausgangspunkt für den dritten Schritt: das innerliche Formulieren der persönlichen Bedürfnisse. Was wünschen Sie sich in Anbetracht der Gefühle, die Sie gerade haben, von Ihrem Gegenüber? Zum Schluss überlegen Sie sich konkrete Bitten oder Wünsche, die das Erfüllen der Begehren zum Ziel haben, an ihr Gegenüber.

Nun gilt es, die vier Etappen für Ihr Gegenüber genauso zu durchdenken. Wie sieht derjenige die Situation, wie könnte er sich fühlen und was für Bedürfnisse stehen dahinter? Welchen Wunsch würde er oder sie diesbezüglich an Sie formulieren? Erst nachdem die vierstufigen Prozesse des Einfühlens (in sich selbst und den anderen) abgelaufen sind, sollten Sie Ihre Ergebnisse dem Streitpartner mitteilen. Hören Sie ihm anschließend genau zu und achten Sie auch auf Gestik und Mimik der Reaktion.

Gewaltfrei kommunizieren heißt besser leben

Nach einiger Übung werden Sie es merken: Sie sind in Ihrer Gesprächsweise einfühlsamer geworden und erhalten mehr Verständnis von Ihrem Gegenüber. Endlich können Sie sich von alten Kommunikationsmustern, die von den quasi militärischen Strategien des Angriffs, Rückzugs und der Verteidigung geprägt waren, lösen.

Die Haltung der GfK ist sicherlich nicht leicht oder schnell zu erlernen. Sie ist schließlich nicht nur eine Methode der Gesprächsführung, sondern eine Lebenseinstellung. Das lohnende Ergebnis aller Mühen ist eine wesentlich verbesserte zwischenmenschliche Kommunikation. Am besten, Sie beginnen sofort mit der Übung. Wer wünscht es sich schließlich nicht, Streit schnell beilegen zu können und selbst vom Chef und Ehepartner immer gut verstanden zu werden?

Wie streitet es sich am besten? Mit einer „offiziellen Anleitung“ oder einfach aus dem Bauch heraus? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns im Life-Go-Forum. Wir freuen uns auf Ihre Meinung!



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