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„Die Sims 2“ im IKEA-Land


24.08.2008 (T. Kaiser) Kategorie: Computer

Als der Computerspielentwickler „Maxis“ im Jahre 2000 „Die Sims“ auf den Markt bringt, ahnt noch niemand den unglaublichen Erfolg der Lebenssimulation voraus. Doch 2004 erscheint der zweite Teil des beliebten Vorgängers und steht ihm in nichts nach. Nach Angaben des Branchenriesen „Electronic Arts“ (EA), der unter anderem für den Vertrieb des Kultspiels verantwortlich ist, ging die erfolgreiche Reihe bisher insgesamt 100 Millionen Mal über die Ladentheke. Damit ist „Die Sims“ das am häufigsten verkaufte PC-Spiel aller Zeiten.

Überall auf der Welt wuseln „Die Sims“ über die heimischen Bildschirme und lassen Jung und Alt an ihrem virtuellen Leben teilhaben. Frei nach dem „Tamagotchi“-Prinzip muss sich der Spieler um die Bedürfnisse seiner Schützlinge kümmern, um sie bei Laune zu halten. Leichter gesagt als getan: Die Sims erweisen sich häufig als launische Gestalten und klagen über Hunger, Langeweile oder unglückliche Beziehungen. Bei angemessener Pflege durch den Spieler steht dem beruflichen Aufstieg und der erfolgreichen Familiengründung jedoch nichts im Weg. Die süchtig machende Spielmechanik findet vor allem bei weiblichen Konsumenten großen Anklang.

Der kommerzielle Erfolg veranlasste „EA“ dazu, nach und nach weitere, meist kostenpflichtige, Zusatzangebote zu veröffentlichen. So können die Sims mittlerweile ihren Urlaub in den Bergen verbringen, ein College besuchen oder sich ein Haustier zulegen – die passende Erweiterung vorausgesetzt. Trotz massiver Kritik von Seiten der Konkurrenz geht das amerikanische Großunternehmen mit seiner Marketingstrategie noch einen Schritt weiter und platziert neuerdings auch Markenwerbung in der Welt der Sims.

Nachdem bereits im Sommer 2007 ein kostenpflichtiges Werbepaket zusammen mit dem Modekonzern „H&M“ veröffentlicht wurde, kam im Juni 2008 die Mini-Erweiterung „IKEA Home-Accessoires“ für „Die Sims 2“ auf den Markt. Mit 60 IKEA-Möbeln – vom Ektorp-Sofa bis zum Malm-Doppelbett – kann sich der Spieler nun sein virtuelles Zuhause ganz nach seinen Wünschen gestalten. Damit wird vielleicht auch die Wartezeit auf „Die Sims 3“ versüßt, die voraussichtlich 2009 erscheinen werden. Doch im Gegensatz zum klassischen IKEA-Katalog ist das Werbemedium nicht kostenlos erhältlich, sondern muss für 15 Euro im Handel erworben werden.

Schon seit Jahren zählt „EA“ zu den Spitzenreitern in Sachen Computerspielwerbung. So fungieren Fußballsimulationen aus dem Hause „EA“ als Werbeträger, indem sie die Werbeflächen in den virtuellen Stadien vermieten. Das Kriegsspiel „Battlefield 2142“ geht sogar so weit, dass über ein integriertes Hintergrundprogramm das Verhalten der Spieler analysiert wird, um im Spiel maßgeschneiderte Werbung liefern zu können.

Den Aussagen der Verantwortlichen zufolge, gaben allein die Wünsche der Kunden den Anstoß zur IKEA-Erweiterung und nicht der lukrative Werbemarkt. „Bei den Sims-Spielern standen Möbel von IKEA ganz weit oben auf der Wunschliste. Wenn man sich die Wohnräume ansieht, die sie entwerfen, entsprechen diese oft dem IKEA-Stil”, erklärte Marketing-Funktionär Steve Seabolt.

Da die meisten Spieler nun mal nicht in Traumvillen und Luxus-Apartments wohnen, liegt es nahe, dass sie lieber die ihnen bekannte Welt nachbauen. Und dazu gehören eben Billy-Regale und Couchtische mit dem Namen Lekssvik. Über eins können sich die Sims jedenfalls freuen: Das lästige Schleppen und Zusammenschrauben der Möbel bleibt ihnen erspart.



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