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Am 10. September 2005 feierten 200.550.000 begeisterte Fans das Finale der „Friss oder stirb“-Tour der Toten Hosen - das vorerst letzte Konzert der Band mit diesen Ausmaßen. Und wo sonst sollte die Tour ihren Abschluss finden als in Düsseldorf, der Heimatstadt der dienstältesten Punks Deutschlands?
Die Party stieg in der neuen LTU-Multifunktionsarena auf dem Düsseldorfer Messegelände. Wegen Gewitter- und Regenwarnungen musste das Dach der Arena geschlossen werden, sodass sich die Halle in eine riesige Sauna mit einem Gemisch aus Hitze und Feuchtigkeit verwandelte. Da hatten es die Fans in den ersten Reihen gut, die hier und da eine Dusche aus Campinos Wasserflasche genießen konnten.
Das Konzert begann bereits um 17.15 Uhr mit den drei Vorbands El*ke, New Model Army und Beatsteaks. Um kurz nach 21.00 Uhr betraten dann endlich die Hosen die Bühne. Geboten wurde die volle Bandbreite an Hosen-Klassikern, d.h. die Band beschränkte sich nicht darauf, die Songs des aktuellen Albums „Zurück zum Glück“ darzubieten, sondern boten ein Medley aus 20 Jahren Tote Hosen. Von „Eisgekühlter Bommerlunder“ über „Hier kommt Alex“ und „Helden und Diebe“ bis hin zu „Walkampf“ war alles dabei.
Nicht nur die alten Songs, sondern auch die für ein Hosen-Konzert typischen Themen und Showeinlagen durften nicht fehlen. So spielte Sänger Campino bei „1000 gute Gründe“ auf die Bundestagswahl an und konnte es sich nicht verkneifen, einige bissige Bemerkungen über die Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel zu machen.
Auch der übliche Lokalpatriotismus wurde natürlich sowohl von der Band als auch von den Fans gebührend gepflegt. So begrüßte Campino die Fußballspieler von Fortuna Düsseldorf, was von den Fans mit begeisterten „Fortuna“-Gesängen und „Düsseldorf“-Sprechchören beantwortet wurde. Bei dem Song „Bayern“ konnten die Fans die Tore des legendären 7:1-Sieges der Düsseldorfer über die Bayern verfolgen, was mit regelmäßigem Jubel von Seiten der Fans quittiert wurde.
Die Gästeliste des Abends war lang. Die Beatsteaks durften den Fans zwar schon als Support-Band einheizen, Sänger Armin gab sich dann aber noch einmal während des Auftrittes der Hosen die Ehre. Campino berichtete über das Vorhaben, an Stelle der Bandmitglieder hatten eigentlich deren Väter das Konzert übernehmen sollen. Da aber leider außer dem Vater des Schlagzeugers Vom Richie alle Väter bereits verstorben und damit leider „verhindert“ waren, gab es dann doch nur eine kleine Gesangseinlage der „Richies“ bestehend aus Vater und Sohn. Hierbei konnte Campino mal wieder seinen alten Job als Schlagzeuger übernehmen, den er zugunsten des damaligen Schlagzeugers Trini vor etwa zwanzig Jahren aufgegeben hatte. Der Gast, der aber wohl am meisten gefeiert wurde, war „Wölli“, der ehemalige Schlagzeuger, der aufgrund von Rückenproblemen 2001 durch Vom Richie ersetzt worden war.
Etwas leisere Töne wurden bei nur einem Song angestimmt. Bei „Zu Besuch“ erinnerte Campino an die 16-jährige Niederländerin, die 1998 beim 1000sten Konzert der Hosen ums Leben gekommen war.
Nach anderthalb Stunden verabschiedeten sich die Hosen dann, was aber noch lange nicht das Ende des Konzertes bedeuten sollte. Es folgten eine Stunde lang Zugaben mit Liedern wie „Alles aus Liebe“. Höhepunkt des Abends war Campinos berüchtigte Kletter-Tour auf das Gerüst der Bühne, wo er eine rote Fackel aufleuchten ließ. Beendet wurde das Konzert dann definitiv mit „You Never Walk Alone“ und einer Fahnenparade zu Ehren des FC Liverpool.
Insgesamt lässt sich das Konzert als eine riesige Party beschreiben. Allerdings haben die Toten Hosen angekündigt, dass sie nach diesem Konzert eine längere Pause einlegen werden. Wie lang diese Pause sein soll, verrieten sie bisher nicht.
Endgültig und auf unbestimmte Zeit verabschieden wollen sich die Hosen Ende November bis Anfang Dezember mit ihrer „Abvent“-Tour 2005. Diese Tour beinhaltet sechs Konzerte in den Schauspielhäusern verschiedener Städte. Im Düsseldorfer Schauspielhaus werden die Hosen am 28. November spielen. Mehr dazu gibt es auf der Hosen-Homepage: www.dietotenhosen.de beziehungsweise www.dth.de.
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