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Mehr Gehalt für Frauen mit Biss


02.09.2008 (A. Zeuschner) Kategorie: Wirtschaft

Nach 50 Jahren Emanzipation bestehen immer noch scheinbar unüberwindbare Unterschiede zwischen den Gehältern bei Mann und Frau. Die gängige Meinung geht von immensen ungerechten Unterschieden aus. Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass die Gehaltsunterschiede oft minimal sind und nur in Branchen mit geringem Frauenanteil deutlich werden. Es bleibt jedoch festzustellen, dass es Gehaltsunterschiede gibt.

Zunächst gilt es, die Ursachen für die Gehaltsunterschiede ausfindig zu machen. Ein erster Grund ist die hohe Quote von Frauen mit Teilzeitjobs. Diese lässt sich mit dem Wunsch der meisten Frauen nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf erklären. Dafür wird eine geringere Bezahlung oft in Kauf genommen. Laut einer aktuellen Studie der Universität Hohenheim liegt ein weiterer Grund im geringen Verhandlungsgeschick der Frauen. Die Forderung einer Gehaltserhöhung ist für die meisten Frauen ein Tabuthema, weil sie dafür zu bescheiden sind oder es ihnen schlichtweg peinlich ist, nach mehr Geld zu fragen.

Frauen müssen sich mit geringeren Löhnen jedoch nicht abfinden. Sie können dagegen aktiv vorgehen, wenn sie wissen, wie gehandelt werden muss, um bei Verhandlungen mit dem Chef eine gute Figur zu machen.

Vorab müssen die eigenen Hemmungen überwunden werden und das eigene Selbstwertgefühl gesteigert werden. Der erste Schritt liegt in dem Willen und der Motivation mehr Geld zu fordern. Dies bedarf der genauen Kenntnis der eigenen Kompetenzen. Frauen, die wissen, was sie können, sind eher in der Lage einzuschätzen, welchen Wert ihre Leistung hat. Mit genauem Wissen über die eigenen Fähigkeiten können dann genaue Forderungen gestellt werden.

Des Weiteren müssen genaue Vorbereitungen getroffen werden. Hierbei geht es zunächst um die Steigerung des Bekanntheitsgrades in dem entsprechenden Unternehmen. Eine englische Statistik bestätigt, dass 60 Prozent des Gehalts darauf zurückzuführen ist.

Ein weiterer Punkt ist die Aufarbeitung der Fakten über das Unternehmen, um den eigenen Standpunkt in der Diskussion besser darlegen zu können. Die Für- und Gegenargumente sollten gut vorbereitet werden. Es ist immer von Vorteil den eigenen Standpunkt mit Zahlen und Fakten zu untermauern, damit die Forderung nach höherem Gehalt nicht nach Jammern klingt. Der nächste Schritt ist die Vorbereitung auf die Einwände des Vorgesetzten. Die entsprechenden Gegenargumente müssen hier sofort parat sein, um nicht direkt abgespeist zu werden. Wenn genug Argumente vorbereitet sind, steht einer sachlichen Diskussion nichts mehr im Weg.

Zuletzt gilt: Nur nicht aufgeben! Frauen übersehen oft, dass es nicht automatisch „Nein“ heißt, wenn ein Chef „Nein“ sagt. Jetzt gilt es durchzuhalten und standhaft zu bleiben. Aus einer „Opferrolle“ heraus kann schlecht verhandelt werden. Falls es dann doch nicht möglich ist, dass das Gehalt erhöht wird, sollte zumindest darüber nachgedacht werden, eine Ersatzleistung als Alternative vorzuschlagen. Diese sind vielmals profitabler als eine Gehaltserhöhung. Der Bonus kann in Form eines Firmenwagens, einer Sachzuwendung oder anderen Privilegien wie zum Beispiel mittels Leistungsprämien erfolgen.

Es ist nicht richtig, sich mit einer geringen Entschädigung für geleistete Arbeit zufrieden zu geben. Jede Leistung muss auch ihrem Wert entsprechend vergütet werden.



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