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Wissenswertes zum Thema Allergie


12.09.2008 (S. Gusenburger) Kategorie: Gesundheit

Bild: www.pixelio.de

Jeder dritte Deutsche leidet an einer Hypersensibilität, auch Allergie genannt. Hierbei handelt es sich um eine Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte Umweltstoffe wie zum Beispiel Pollen. In unserer Umwelt befinden sich schätzungsweise 20.000 Substanzen, die Allergien auslösen können. Die Überempfindlichkeiten auf bestimmte Fremdkörper äußern sich in Symptomen, die von leicht bis akut lebensbedrohlich reichen. Reaktionen darauf können Augenentzündungen, Beschwerden der Atemwege, Hauterkrankungen oder gar Magenschleimhautentzündungen sein.

Pollenallergie: Eine der am häufigsten auftretenden Allergien ist die Pollenallergie. Rund 16 % der deutschen Bevölkerung leiden jedes Jahr unter Heuschnupfen. Auftretende Symptome sind meist Augenjucken, Augentränen, starker Niesreiz, Fließschnupfen, Asthma oder Atemnot. Da die Pollenausschüttung in den Morgenstunden am stärksten erfolgt, wird Allergikern geraten zu dieser Uhrzeit die Fenster geschlossen zu halten. Die beste Therapie für Betroffene ist Blüten und Keime zu meiden. Das ist jedoch schwer realisierbar, da Blütenstaub kilometerweit durch die Luft fliegen kann. Ratsam ist, den Urlaub am Meer oder in Hochgebirgslagen zu verbringen, denn ist die Luft keimfreier. Außerdem wird empfohlen vor dem Schlafengehen die Haare zu waschen und die Kleidung außerhalb des Schlafzimmers aufzubewahren.

Berufsallergie: Oftmals wird das Allergie-Risiko am Arbeitsplatz unterschätzt. Ganz besonders stark davon betroffen sind Menschen, die in Berufen arbeiten, bei denen sie mit Staub und verschiedenen konzentrierten Substanzen in Berührung kommen. Jährlich werden den Berufsgenossenschaften über 5.000 Fälle von Bäckerasthma und über 5.000 Fälle von allergischen Hauterkrankungen im Bereich des Friseurhandwerks gemeldet. Aus diesen Gründen werden in jedem Jahr knapp 25.000 Lehrstellenabbrüche verzeichnet. Für Betroffene ist das eine Doppelbelastung, da zuerst die Lebensqualität stark durch die Allergie beeinträchtigt wird und im Anschluss häufig der Arbeitsplatz aufgeben werden muss.

Tierhaarallergie: Dabei handelt es sich um eine Überempfindlichkeit, die nicht wie fälschlicherweise angenommen von den Tierhaaren direkt ausgelöst wird, sondern von Schweiß, Talg, Speichel oder Urin der Zwei- und Vierbeiner. Sie verbreiten sich in der Luft und lösen erst dann allergische Reaktionen aus, wenn sie in den menschlichen Schleimhäuten oder Bronchien haften. Betroffene sollten den Kontakt zu Tieren am besten meiden. Des Weiteren sollten Kleidungsstücken und andere Artikel gemieden werden, die aus Tierhaaren hergestellt werden. In einigen Fällen ist eine Heilung durch spezifische Immuntherapien möglich.

Kreuzallergie: Bei der Kreuzallergie sind die Betroffenen gleich doppelt gestraft. Denn wer sensibel auf Pollen reagiert, zeigt oftmals auch eine empfindliche Reaktion auf die mit ihnen verwandten Nahrungsmitteln. So tritt eine Birkenpollenallergie meist in Kombination mit einer Nahrungsmittelallergie auf. Der Körper weist dann hypersensible Reaktionen auf Nüsse und Steinobst wie beispielsweise Äpfel, Pflaumen, Kirschen sowie Mandeln auf. Menschen die von der Krankheit betroffen sind, müssen mit Symptomen wie Juckreiz, Schwellungen der Mundschleimhäute oder Kreislaufbeschwerden rechnen. Feststellen lassen sich die einzelnen Allergietypen durch direkte Testverfahren, Blutuntersuchungen oder Provokationstests.

Weitere Allergieauslöser können Insektengifte, Nahrungsmittel und Schimmelpilzsporen sein. Außerdem nehmen Immunkrankheiten in Europa immer mehr zu. Unser Immunsystem scheint überlastet und wehrt sich gegen Umweltverschmutzung sowie neue auftretende Substanzen. Eine große Rolle spielen dabei auch der Erbfaktor und der individuelle Lebensstil eines jeden Menschen. Experten gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2010 etwa jeder Zweite mit einer Hypersensibilität zu kämpfen hat. Wird eine Allergie nicht rechtzeitig behandelt, kann eine Überempfindlichkeit zu einem Schock führen und somit tödlich verlaufen.

Besteht der Verdacht auf eine allergische Reaktion, dann können Sie sich vorab schon einem Symptomcheck (www.ecarf.org) unterziehen. Er ist natürlich kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung. Deshalb wird empfohlen stets einen fachkundigen Arzt hinzu zu ziehen. Weitere Informationen zum Thema Allergie und Therapiemöglichkeiten finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (www.aktionsplan-allergien.de) und im Artikel „Blütenpollen als Allergieauslöser“ (www.life-go.de).



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