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Absatzkrise bei deutschen Autoherstellern


16.09.2008 (T. Kaiser) Kategorie: Wirtschaft

Bild: www.pixelio.de

Seit jeher gilt die Automobilindustrie als Aushängeschild deutscher Wertarbeit. Aufgrund des hohen Qualitätsstandards und der damit verbundenen Zuverlässigkeit genießen Fahrzeuge aus Deutschland überall auf der Welt großes Ansehen. In der Vergangenheit sorgten heimische Fabrikate als Exportschlager ein ums andere Mal für ein wenig Entspannung in der krisengeschüttelten Wirtschaft der Bundesrepublik. Doch die deutsche Autoindustrie geht schweren Zeiten entgegen.

Nach dem „Horrorjahr“ 2007, dem umsatzschwächsten Jahr seit der Wiedervereinigung, bleibt die Lage auf dem deutschen Automarkt weiter angespannt. Laut Angaben des Verbands für Automobilindustrie (VDA) stieg die Zahl der Neuzulassungen im Juli 2008 zum zweiten Mal in Folge nur um magere 1,5 Prozent (262.600 Autos). Schlimmer erwischte es den lange Zeit erfolgsverwöhnten Export: Die Ausfuhren brachen um sechs Prozent auf 338.100 Wagen ein.

Als Grund für den sinkenden Absatz wird unter anderem ein Umdenken der Verbraucher angegeben. Dank der hohen Spritpreise setzen die Kunden aus Deutschland und den USA vermehrt auf kleinere, sparsame Fahrzeuge. Teure und sprithungrige Luxuskarossen fahren hierbei am Trend vorbei. Mit einer Steigerung von 17,4 Prozent konnte das Segment der Mini-Fahrzeuge den meisten Zuwachs verzeichnen. Auffällig ist auch das steigende Interesse an Flüssiggasfahrzeugen und Erdgasautos, deren Anteil bei den Neuzulassungen aber insgesamt immer noch weniger als ein Prozent ausmacht.

Neben dem hohen Ölpreis sorgen auch die steigenden Rohstoffkosten für Stahl und Aluminium für Kopfzerbrechen in der Branche. Der Wirtschaftsboom in China hat insbesondere den Rohstoff Stahl zu einem knappen Gut werden lassen. Aufgrund akuten Mangels gab es bei der asiatischen Konkurrenz bereits stillstehende Produktionsbänder zu verzeichnen. Auch wenn der Extremfall deutschen Werken bisher erspart blieb, machen die hohen Preise der Industrie auch hierzulande schwer zu schaffen.

„Der deutsche Markt lässt die erhoffte Dynamik nach dem schwierigen Jahr 2007 weiter vermissen“, kommentierte VDA-Präsident Matthias Wissmann die schwierige Lage. Trotzdem prognostiziert er bis Ende 2008 eine Steigerung der Neuzulassungen von 3,15 auf 3,2 Millionen und damit eine leichte Erholung des Marktes. Expertenmeinungen zufolge ist ein Eintreffen der Voraussage jedoch nicht zu erwarten.

Die deutschen Autobauer reagieren jedenfalls auf den Negativtrend. Daimler plant aufgrund der Mehrbelastung eine Drosselung der Produktion bis zum Jahresende 2008. Der bayrische Motorenhersteller BMW korrigierte bereits die selbst aufgestellte Gewinnprognose für das Jahr. Falls sich die Situation weiter verschlimmert, wird wohl mit einem Abbau von Arbeitsplätzen als letzte Konsequenz zu rechnen sein. Wohin die Reise schlussendlich geht, wird die Zukunft zeigen.



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