•  
    • Kultur & Lifestyle
    • Sport & Panorama
    • Europa & Die Welt
    • Wissenschaft & Gesundheit
    • Politik & Wirtschaft
    • Computer & Technik
  •  
    • Sicherheits-Tools
    • System-Tools
    • Browser & Dateimanager
    • Grafik-, Film- & Sound-Tools
    • Andere Tools
    • Unterhaltung
    • Sicherheits-Tools
    • System-Tools
    • Browser & Dateimanager
    • Grafik-, Film- & Sound-Tools
    • Andere Tools
    • Unterhaltung
 
 
 
 

Falsche Großzügigkeit mit Medikamenten


20.09.2008 (N. Karnal) Kategorie: Gesundheit

Bild: www.pixelio.de

Husten, Schnupfen und Kopfschmerzen – der Gang zum Arzt ist schnell getan. Doch wie schnell verschreiben die Mediziner Hustensaft, Nasenspray oder gar Antibiotika? Antworten auf diese Frage gibt der Arzneimittelreport 2008 der Gmünder-Ersatzkasse (GEK). Er zielt auf eine zunehmende Transparenz im Medikamentensektor. Das Team um den Bremer Experten auf diesem Gebiet Gerd Glaeske untersuchte die Entwicklungen zwischen 2006 und 2007 anhand der 1,6 Millionen Versicherten der GEK. Es zeigten sich in der Tat beunruhigende Tendenzen in Hinblick auf die ärztliche Freizügigkeit beim Verschreiben der Medikamente.

Insgesamt wurden im Jahr 2007 elf Prozent mehr Medikamente verschrieben als im Vorjahr und das ohne ersichtlichen Grund. Marion Caspers-Merk, die parlamentarische Staatssekretärin für das Bundesgesundheitsministerium kritisiert die hohe Konzentration der Arzneimittelausgaben auf einen kleinen Teil der Versicherten. Es entfallen 80 Prozent der Ausgaben auf 20 Prozent der Versicherten. Dieser Teil betrifft ältere Menschen und Kinder, denen bei bestimmten Krankheiten zunehmend unnötige Medikamente verschrieben werden.

So gibt es der GEK zufolge bei der Medikation von Depressionen ab dem 60. Lebensjahr zum Teil ein Über- und Fehlversorgung. Einerseits bekommen die Patienten Antidepressiva verschrieben, ohne dass vorher die Diagnose „Depression“ gestellt wurde. Andererseits erhalten 37 Prozent der Betroffenen die Medikamente nur für ein bis zwei Monate – eine Zeit, die zur erfolgreichen Therapie nicht ausreicht.

Ähnliches ist bei der jüngsten Generation zu finden, auf die sogar insgesamt 20 Prozent aller Ausgaben entfielen. Verschrieben werden vor allem Antibiotika und Präparate gegen das Aufmerksamkeitsdefizit / Hyperaktivitätssyndrom (ADHS). Antibiotika werden vielfach bei viralen Infekten verschrieben. Sie dienen aber eher dazu, die besorgten Eltern zu beruhigen, als etwas gegen die Viren auszurichten, da sie nur Bakterien bekämpfen. Dafür verursachen sie bei zu häufiger Einnahme Durchfall und Übelkeit. Außerdem entwickeln Bakterien bei einer Überdosis des Medikaments eine Resistenz gegen den Wirkstoff und sind somit bei der nächsten Erkältung immun gegen die Präparate. Hinzu kommt, dass derzeit 50 Prozent der bei Kindern eingesetzten Medikamente gar nicht oder unzureichend auf Nebenwirkungen getestet wurden.

Die falsche Grundhaltung „Viel hilft viel“ ist in Deutschland weit verbreitet. Denn gerade bei Antibiotika kann eine Fehl- oder Überversorgung, neben den bereits genannten noch andere Folgen haben. Antibiotika greifen völlig undifferenziert alle Bakterien, egal ob nützlich oder schädlich, an und vernichten sie. Viele wichtige Schutzbarrieren auf den Schleimhäuten des Körpers beruhen allerdings auf nützlichen Bakterien. Sind diese durch das Antibiotikum zerstört, können Erreger und Allergene viel leichter in den Körper eindringen und die körpereigene Abwehr (vor allem in der Darmschleimhaut) versagt. Dies führt zu dauerhafter Abwehrschwäche, Verdauungsproblemen und Allergien. Die Folge: Ein Arztbesuch und weitere Antibiotika. Es ist ein Teufelskreis.

Trotz allem steht außer Frage, dass Antibiotika eine segensreiche Entwicklung und Lebensretter sind. Es bleibt auch zu bedenken, dass die Gesellschaft immer älter wird und dies allein bereits einen höheren Arzneimittelverbrauch rechtfertigt. Umso wichtiger ist es für Ärzte eine erhöhte Sorgfalt beim Verschreiben an den Tag zu legen und Einzelfälle abzuwägen. Doch auch Patienten können mit ihrem Verhalten die eigene Gesundheit positiv beeinflussen. Es müssen nicht bei jeder noch so kleinen Erkältung sofort Medikamente verschrieben werden. Denn jeder Schnupfen trainiert das Immunsystem.



Redakteur:
Passwort:
 

Alles rund ums Drucken!

Radfritz.de Fahrrad Angebote

Spreadshirt Designer

 234x60 Kinderwelt

Preisvergleich
Ferienwohnung Deutschland Digitalkameras, News ... für Fotografen Duesseldorfer-Onlinemagazin
Ruhr-Guide.de

© 2005-2012 Life-Go
RSS-Portal.com - Newsfeed RSS-Portal.com - Newsfeed
Impressum | SiteMap | Über uns
Besucher 2007:
Diese Seite wurde in -0.778537 Sekunden generiert.

Klug Suchen! Die Suchmaschinen-Suchmaschine | submitter.de - Kostenloser Eintrag in über 1111 Suchmaschinen! | Internet Links | WSD-Profi | Kingtools.de | Webkatalog