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Die Lehre vom Glück - „Infit“ ist erste Optimistenschule Deutschlands


25.09.2008 (J. Lieberwirth) Kategorie: Panorama

Bild: www.pixelio.de

Es gehört nicht viel dazu, sich über das Leben zu beschweren und missmutig in die Zukunft zu schauen. Das Leben mit positiven Gedanken zu füllen und sich auf zukünftige Zeiten zu freuen, scheint jedoch für viele Menschen eine schwierige Aufgabe darzustellen. Das haben auch die beiden Wirtschaftler Thorsten Terwey und Georg Johannes Miller erkannt. Sie gründeten im Jahr 2007 die erste Optimistenschule Deutschlands, die Pessimisten mit bewährten Tipps und Tricks die alltägliche Denkweise eines Optimisten näher bringen soll.

„Die Deutschen neigen dazu vieles zu negativ zu sehen“, meint Thorsten Terwey, Geschäftsführer der Optimistenschule „Infit“. Der Unternehmensberater bezeichnet sich selbst als Frohnatur und möchte gemeinsam mit seinem Kollegen, Georg Johannes Miller, anderen Menschen zu einer positiveren Lebenseinstellung verhelfen. Viele Menschen meinen immer noch, dass eine positive oder negative Lebenseinstellung angeboren sei, und versuchen erst gar nicht sich neu zu „programmieren“. Die Lebenseinstellung einer Frohnatur wird jedoch niemandem in die Wiege gelegt. Schon von klein auf eignen wir uns bestimmte Verhaltensweisen an, die uns die Eltern und andere Bezugspersonen vormachen. Die erlernten Verhaltensweisen und Einstellungen sind in uns verwurzelt und laufen automatisch und blitzschnell ab. Doch laut den beiden Gründern ist Lebensfreude durchaus lernbar. „Oft fehlt nur der zündende Gedanke im Kopf, positiv zu denken.“, so einer der Geschäftsführer.

„Niemand verhält sich bewusst negativ“, lautet es auf der Internetpräsenz von „Infit“. Schwarzmaler machen sich allerdings selbst das Leben schwer, indem sie beispielsweise viel zu oft vergangene Erlebnisse und Erfahrungen Revue passieren lassen. Die zwei Dozenten bezeichnen das als „Sägemehl sägen“. Selbstverständlich mache jeder Mensch in seinem Leben negative Erfahrungen, aber es komme darauf an, wie das Erlebte verarbeitet wird. Krankheit und Tod seien natürlich auch für zufriedene Menschen ein Grund die positive Einstellung zum Leben zu vergessen. Dennoch würden Optimisten ganz anders mit schlechten Erfahrungen umgehen als Pessimisten. Es sei wichtig, dass Betroffene aus dem Erlebten lernen, aber es helfe nicht, sich selbst für Fehler der Vergangenheit zu kritisieren.

Typisch hoffnungslos und ebenfalls typisch deutsch seien auch das anhaltende Gejammer von Pessimisten. Schöne Erlebnisse werden gerne ausgeblendet und stattdessen die negativen hervorgehoben. „Positives wird sofort mit etwas Negativem in Verbindung gebracht“, so der Unternehmensberater. Für dieses Problem haben sie sich die so genannte „Kalendermalerei“-Methode einfallen lassen. Die Personen sollen die Kalendertage mit den Farben rot, gelb und grün kennzeichnen. Jede Farbe steht für eine andere Tagesstimmung. Rot steht für „ganz mies“, gelb für „geht so“ und grün für „alles so weit gut“. Für eine bessere Stimmung sei es ganz besonders wichtig, dass die Lernenden positive Erlebnisse erkennen und herausheben.

Für einen Schwarzseher mag der Schritt in die Zuversicht eine große Hürde sein. Letztlich muss er über seinen eigenen Schatten springen und den positiven Gedanken zulassen. Zufrieden und hoffnungsvoll wird aber keiner über Nacht und so stehen Pessimisten vor einem langen Weg, der sich jedoch lohnt. Eine US-amerikanische Langzeitstudie aus dem Jahr 2007 zeigte auf, dass Menschen mit einer positiven Lebenseinstellung mit weniger Krankheiten und einer höheren Lebenserwartung rechnen können als Menschen, die nur das Negative in allem suchen. Doch wie wird aus einem halb leeren ein halb volles Glas? Laut der „Infit“-Philosophie mit viel Geduld und einem konsequenten Training. „Seien Sie sich bewusst, dass auch ein Ziel erreichbar ist, wenn es im Moment noch ganz weit weg von Ihnen ist.“

Die Optimistenschule „Infit“ bietet jedoch nicht nur für Privatleute Sitzungen an. Auch für Unternehmen und Volkshochschulen haben sich die beiden spezielle Seminare ausgedacht. Für 120 Euro im Jahr können sich Interessierte den „Optimistenbrief“ zusenden lassen, der alle vierzehn Tage erscheint, verschiedene Themen wie Neid sowie Ärger behandelt und Lösungsansätze für eine zuversichtliche Handlungsweise anbietet. Laut Thorsten Terwey und Georg Johannes Miller sei der jüngste Abonnent gerade mal zwanzig Jahre alt und der älteste 80. Es sei nie zu spät, seine Einstellung zu ändern, und es sei niemals zu früh, um damit zu beginnen.



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