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Richtig und effektiv zu lernen bereitet vielen Probleme. Ganz besonders denen, die schon eine längere Zeit die Schule beendet haben. Denn dort hat es abgesehen vom Abitur meist ausgereicht wenige Tage vor einer Prüfung mit dem Lernen zu beginnen. Weiterführende Bildungseinrichtungen wie beispielsweise die Universität haben jedoch andere Ansprüche.
Im Studium sind andere Lerntechniken gefragt. Die Informationsaufnahme erfolgt nicht nur durch das Lesen wissenschaftlicher Literatur. Studenten erhalten ihre Informationen zum Großteil aus den Lehrveranstaltungen, die sie aufsuchen. Der Besuch allein reicht jedoch nicht aus, damit das Wissen im Gedächtnis haften bleibt. Im Folgenden wird aufgezeigt, welche Arbeitsschritte eine ordentliche Vor- und Nachbereitung umfassen sollte und wie es einfacher ist einer Lehrveranstaltung zu folgen.
Vorbereiten und Zuhören
Die Vorbereitung auf eine Lehrveranstaltung macht es leichter die Informationen in einer Vorlesung mitzuschreiben und zu verstehen. Bei der Aneignung von neuen Inhalten knüpft das Gehirn an bereits bekannte Dinge an. Es wird empfohlen sich die vorgeschriebene Literatur nicht erst auf die letzte Minute zu besorgen und das Buch oder das Skript zu überfliegen. Außerdem ist es ratsam Fremdwörter und unbekannte Begriffe nachzuschlagen. Es ist hilfreich Verständnisfragen, Fragen zu komplexen Zusammenhängen sowie zum Inhalt schriftlich festzuhalten, denn das macht es einfacher den Lernstoff zu strukturieren.
Aktiv Zuhören und Verstehen funktioniert nur mit einer guten Vorbereitung. Das bereits vorhandene Wissen kann so mit den neuen Informationen aus der Veranstaltung verknüpft werden. Während des Seminars ist es empfehlenswert sich auf spezielle Punkte zu konzentrieren. Hauptsächlich sollen die Kernaussagen herausgefiltert werden und der rote Faden, der sich durch eine Veranstaltung zieht, erkannt werden.
Mitschriften
Die Mitschrift steigert die Aufmerksamkeit und ist hilfreich für Prüfungsvorbereitungen. Hierbei kommt es weniger darauf an, das Gesprochene wortwörtlich zu notieren. Je intensiver die Veranstaltung aufbereitet wurde, desto weniger muss während des Seminars mitgeschrieben werden, da der Inhalt bereits bekannt ist. Durch Beispiele werden die Aufzeichnungen anschaulicher. Relevant sind auch die Quellen um bei Verständnisproblemen in der richtigen Literatur nachschlagen zu können. Auf inhaltliche Kommentare oder gar zentrale Fragen eines Dozenten muss explizit geachtet werden, denn diese könnten prüfungsrelevant sein.
Ein ganz wichtiger Aspekt ist die Struktur der Mitschrift. Die Skizzen sollten unbedingt nummeriert werden, damit kein Chaos entsteht. Für die Notizen werden im Idealfall Einzelblätter verwendet. Sie sollten nur einseitig beschrieben werden, damit Platz für Ergänzungen bleibt. Die Mitschrift sollte übersichtlich gestaltet und Überschriften farblich markiert werden.
Nachbereitung
Zuletzt sollte nicht auf die Nachbereitung einer Lehrveranstaltung verzichtet werden. Deshalb sollten Notizen im besten Falle direkt oder am folgenden Tag überarbeitet werden. Aus Untersuchungen der Lernpsychologie geht hervor, dass das Vergessen neu erlernter Inhalte sich in den ersten 24 Stunden am schnellsten vollzieht. Aus diesem Grund wird empfohlen, nicht erst kurz vor einer Klausur mit der Überarbeitung beziehungsweise dem Lernen zu beginnen. Einige haben mit Sicherheit schon einmal die Erfahrung gemacht, dass das Gehirn in einer so kurzen Zeit nur eine geringe Informationsmenge aufnehmen kann.
Die Nachbearbeitung erfordert eine Überprüfung sämtlicher Notizen, ganz besonders ob auf alle bisherig auftretenden Fragen eine Antwort gefunden wurde. Unklarheiten müssen genauer recherchiert und Unwichtiges herausgestrichen werden. Zum besseren Verständnis ist es sinnvoll die Notizen in seinen eigenen Worten noch einmal niederzuschreiben. Zu guter Letzt werden die Notizen in einem speziell dafür angelegten Ordner abgeheftet.
Wissenswertes
Eine sorgfältige Informationsaufnahme braucht seine Zeit. Am Besten ist es, wenn der Lernstoff in mehrere Einheiten eingeteilt und wöchentlich abgearbeitet wird. Hier gilt wohl der Sinnspruch: „Weniger ist mehr.“ Es kommt also auf die richtige Lerntechnik an. Das Gedächtnis kann nicht einwandfrei funktionieren, wenn die Nächte zum Lernen benutzt werden und dabei der Schlaf zu kurz kommt. Das Gehirn ist nicht länger als sechs Stunden am Tag aufnahmefähig. Am Effektivsten arbeitet es zwischen neun und zwölf Uhr vormittags und zwischen drei und sechs Uhr am Nachmittag beziehungsweise Abend.
Wichtig beim Lernen ist in jedem Falle eine positive Einstellung, die richtige Motivation, die Fähigkeit das Lernen zu planen und natürlich die richtige Lerntechnik. Die These, dass das Lernen in jungen Jahren leichter fällt als im Alter ist allerdings nicht korrekt. Zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr ist die Lernfähigkeit bei Erwachsenen konstant. Zudem lernen sie nicht schlechter als Kinder. Sie lernen lediglich anders. Es ist hilfreich, den Lernstoff über möglichst viele Sinneskanäle, wie zum Beispiel durch Augen und Ohren, einzuprägen. Sind viele Wahrnehmungsfelder im Gehirn beteiligt, dann fällt es leichter gedankliche Verknüpfungen zu dem Gelernten herzustellen und somit kann ein größerer Lernerfolg erzielt werden.
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