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Archivierungsprojekt „Google News” bringt Zeitungen in digitale Form


06.10.2008 (A. Zeuschner) Kategorie: Computer

Bild: www.sxc.hu

Nachdem Google bereits vor einigen Jahren damit begonnen hat, Bücher zu digitalisieren, sollen nun auch Zeitungsartikel eingescannt und der Weltöffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Auf der Technologiekonferenz „Techcrunch 50“ in San Francisco verkündete Google Vizepräsidentin Marisa Mayer am 8. September 2008: „Weltweit existieren Milliarden Zeitungsartikel zu allen möglichen Themen – diese wollen wir allen Usern zugänglich machen.“

Bereits vor zwei Jahren wurde damit begonnen, amerikanische Tageszeitungen zu digitalisieren. Diese sollen zukünftig wahlweise als vollständige Zeitung, ganze Seite oder nur als einzelner Artikel mit allen zugehörigen Anzeigen und Fotos zur Verfügung stehen. Zunächst ist über „Google News“ eine Suche nach entsprechenden Zeitungsartikeln möglich. In Zukunft soll aber auch die reguläre Suche bei Google passende Ergebnisse aus Zeitungsartikeln liefern, sofern genug Artikel digitalisiert werden können.

Bislang haben mehr als 100 Zeitungen der Zusammenarbeit zugestimmt. Unter ihnen sind beispielsweise die „New York Times“, die „Washington Post“ und der „Quebec Chronicle- Telegraph“, der seit 244 Jahren erscheint. Geplant ist ein umfassendes Archiv mit Artikeln aus 200 Jahren Zeitgeschichte. Für die meisten kleineren Zeitungen bietet das Projekt von Google die einmalige Chance ihre Artikel zu digitalisieren und einem breiten Publikum zu präsentieren. Die anfallenden Kosten will Google nach eigenen Angaben selbst übernehmen. Die Refinanzierung soll danach über geschaltete Werbeanzeigen erfolgen.

Google hat jedenfalls aus seinen Fehlern gelernt und arbeitet dieses Mal eng mit den Verlegern zusammen. Bei der Digitalisierung von Büchern hatte es damals rechtliche Probleme gegeben, die vor Gericht entschieden werden mussten. Digitalisiert werden jetzt nur Artikel von Verlagen, die ihre ausdrückliche Zustimmung gegeben haben. Es ist sogar geplant, sie an den Werbeeinnahmen von „Google News“ zu beteiligen.

Wann das Projekt online geht, ist gegenwärtig noch offen, da zuvor ausführlich geklärt werden muss, inwieweit den Autoren und Fotografen der Artikel juristisch gesehen bei einer digitalen Veröffentlichung eine erneute Vergütung zusteht. Auch ist noch unklar, wann das Projekt für Deutschland zugänglich sein wird.

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) sieht das Projekt eher kritisch. „Die Digitalisierung ist für einige Zeitung sicherlich sehr interessant. Inhalte sollten jedoch nicht zu leichtfertig aus der Hand gegeben werden“, so eine BDZV-Sprecherin.



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