|
So oder ähnlich könnte sich demnächst die Entschuldigung ihres Partners anhören, wenn er die Beziehung beendet. Schwedische Forscher berichten im „Proceedings of the National Academy of Scienes“ (PNAS), dass sie bei männlichen Wühlmäusen ein Gen gefunden haben, welches beeinflusst, ob die Maus monogam oder polygam lebt.
Dasselbe Gen ist auch beim Menschen vorhanden. Untersuchungen zeigten jedoch, dass dieses Gen keine Auswirkungen auf das Beziehungsverhalten von Frauen hat, nur auf das der Männer. Eine Studie von Paul Lichtenstein vom Karolinska Institut Stockholm (Schweden) an mehr als 2.000 verheirateten sowie unverheirateten Paaren stellte die Zufriedenheit und Funktionsfähigkeit einer Beziehung mit einem bestimmten Gen in Zusammenhang. Das trägt Informationen für die Bildung eines Arginin-Vasopressin-Rezeptors. Arginin-Vasopressin (AVP) ist ein Hirnbotenstoff.
Botenstoffe sind Substanzen, die eine Information zu einem anderen Bereich im Körper transportieren. Damit die Information überhaupt erst registriert werden kann, um eine Reaktion auszulösen, ist ein Rezeptor nötig. Die sind spezifisch für die jeweiligen Stoffe, was bedeutet, dass nur diese Substanz an ihnen „andocken“ kann. Arginin ist eine Aminosäure, Vasopressin ist eine stark blutdrucksteigernde Substanz. Welchen Einfluss die Komponenten bei dem „Beziehungsgen“ haben, ist noch unklar.
Eine spezielle Form des Gens, die sogenannte „334“-Variante, zeigt besondere Auswirkungen. Hatte ein Mann die Mutation mindestens einmal, war die Wahrscheinlichkeit groß, dass er nicht verheiratet war. Von den Männern, welche die Genvariante gleich doppelt besaßen und verheiratet waren, hatten 34 Prozent im letzten Jahr eine Ehekrise durchgemacht. Deren Ehefrauen waren besonders unglücklich in der Beziehung.
Im Vergleich dazu hatten nur 15 Prozent der Männer ohne dieses Allel (Genvariante) schwerwiegende Eheprobleme. Von allen Probanten waren die Partnerinnen der Männer mit doppeltem334-Gen also um einiges unzufriedener in ihrer Beziehung, als die anderen Teilnehmerinnen. „Die Männer, die ein oder zwei Kopien dieses speziellen Allels haben, haben ein doppelt so hohes Risiko, in ihrer Beziehung auf Probleme zu stoßen“, so Professor Paul Lichtensein.
Bei Autismus scheint dieses Gen ebenfalls eine Rolle zu spielen, wie schon frühere Untersuchungen ergaben. Genauere Zusammenhänge sind jedoch noch nicht klar. Doch um das zu ändern und mehr über die Zusammenhänge zu verstehen, forscht das Team von Paul Lichtenstein weiter, bis es die Erkenntnis erlangen wird.
|