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Der Waldmeister ist in jeder Generation bekannt. Kinder lieben ihn als grünen Wackelpudding oder Saft und Erwachsene mögen ihn als Mai-Wein. Das sind jedoch nur einige Produktbeispiele, in denen das pflanzliche Aroma enthalten ist. Dabei kann er nicht nur als Geschmacksaroma sondern auch als Kopfschmerz- und als Schlafmittel verwendet werden.
Der Waldmeister (Galium odoratum) ist auch unter den Namen Mäschtee, Sternleberkraut oder Herzfreund bekannt und steht in sehr enger Beziehung zu seinem Namen. Das gilt sowohl für den lateinischen als auch für den deutschen. Im Lateinischen hieß Waldmeister ursprünglich Asperula odoratum. Der lateinische Begriff lässt sich in die zwei Wörter „asper“ und „odortus“ zerlegen. „Asper“ heißt übersetzt „rau“ und beschreibt die Blattstruktur. „Odortus“ bedeutet „wohlriechend“ und charakterisiert den Duft der Pflanze. Die deutsche Bezeichnung „Waldmeister“ gibt hingegen Auskunft über das Vorkommen der Pflanze. Der Name „Wald“ verrät, dass sie bevorzugt unter Gehölz wächst. Hierbei handelt es sich um krautreiche Laub- und Buchenwälder, die besonders feucht sind und im Halbschatten liegen. Die Verbreitung der Pflanze erstreckt sich deshalb von Mittel- und Nordeuropa bis ins nördlichen Asien.
In den Wäldern fällt die Pflanze aufgrund ihrer circa 60 Zentimeter Wuchshöhe kaum auf. Angaben über die Breite fallen bei ihr unterschiedlich aus, denn sie bildet einen Blütenteppich, durch den die einzelnen Pflanzen miteinander verbunden sind. Weitere Merkmale sind der vierkantig-quirlige Stängel und die weißen Blüten. Die Blüten formen sich von Mai bis Anfang Juni und schaffen sternförmige Trugdolden. Als Dolde wird im botanischen der Blütenstand bezeichnet. Da es sich aber nicht um eine echte Dolde handelt, wird hier von der Trugdolde gesprochen. Die Früchte der Pflanze sind in der Trugdolde zu finden und mit winzigen Borsten besetzt. Die sechs bis neun lanzenförmigen Blätter sind eine andere Besonderheit des Waldmeisters, denn sie sind ein Kennzeichen seiner Pflanzenfamilie der Rötegewächse, die aus circa 500 Gattungen besteht. Die Pflanzung empfiehlt sich vor allem durch Aussamung ab März. Voraussetzungen sind lediglich feuchter Boden und leichte Sonneneinstrahlung.
Von der Pflanze werden nur die Blätter und Stängel genutzt, denn die Wurzeln und Blüten können aufgrund ihrer toxischen Bestandteile nicht verwendet werden. Die Sammlung der Pflanze erfolgt von Mai bis Juni. Allerdings verlangen einige Rezepte die Ernte vor der Blütezeit, also im März. Dabei sollte auf die Milch der Pflanze geachtet werden, die Flecken hinterlassen kann. Für die Trocknung gilt, dass die Temperatur um die 40 Grad Celsius liegen muss damit keine Feuchtigkeit zurück bleibt. Das Kraut wird im Anschluss in Papierbeuteln oder Blechdosen aufbewahrt.
Neben dem berühmten Aroma existieren auch andere Wirkstoffe wie Cumarin, Gerbstoffe und organische Stoffe. Diese helfen unter anderem gegen Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Nervosität und Verdauungsbeschwerden. Ihre gerinnungshemmende Eigenschaft sorgt zudem dafür, dass sie bei Thrombosen zur Behandlung eingesetzt werden kann. Vom Cumarin geht jedoch auch eine toxische Wirkung aus, weshalb eine Überdosierung im Extremfall zu Benommenheit und Kopfschmerzen führen kann. Aus diesem Grund sollte die Pflanze nur in Maßen für den Eigenbedarf genutzt werden.
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