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Gehaltsstudie 2008: Geringverdiener werden immer weiter abgehängt


22.10.2008 (C. Schaper) Kategorie: Wirtschaft

Die Gehaltsstudie des „Instituts für Arbeit und Qualifikation“ hat offengelegt, dass zwischen 1995 und 2006 die Reallöhne von Geringverdienern dramatisch gesunken sind. So verdienen geringfügig Beschäftigte und Menschen in Teilzeitstellen heute im Schnitt 14 % weniger als vor 13 Jahren. Die Schere vom unteren Einkommensviertel zu den Gutverdienern scheint sich also auch weiterhin zu öffnen, denn die Besserverdiener konnten ihre Löhne im selben Zeitraum durchschnittlich um 3,5 % steigern.

Diese Zahlen veranlassen Angehörige der SPD und der Linken dazu den Mindestlohn wieder ins Gespräch zu bringen. Die CDU hingegen würde es eher bevorzugen, wenn die Arbeitnehmer sich wieder verstärkt in Gewerkschaften organisieren würden, was vor allem im Einzelhandel kaum noch üblich sei. Zudem würde schon seit einiger Zeit vermehrt in Hilfen für Arme und das Wohngeld investiert werden, was sich in der Studie noch nicht niedergeschlagen hätte. Ebenso sind in der Studie die neuesten Gehaltsentwicklungen der Aufschwungjahre 2007 und 2008 noch nicht enthalten, was zu einer Verzerrung des Ergebnisses führt.

So wie die CDU sieht auch die „Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände“ die Studie eher kritisch. Es sei unter Anderem nicht berücksichtigt worden, dass Menschen die zuvor arbeitslos waren jetzt immerhin einen Job aufwiesen, auch wenn dieser im Niedriglohnsegment sei. Dadurch und auch durch das Abrutschen von Vollzeitbeschäftigten in die Teilzeit sei der Anteil der Niedriglöhne von 15 % auf über 22 % gestiegen. Das entspricht schon fast dem Anteil in den USA. Ein weiterer Grund für den Anstieg seien aber auch die Privatisierungen von Staatsunternehmen in dem Zeitraum. So sind Stellen bei der Post, der Telekom und der Bahn, die früher für Staatsdiener waren, heute entweder weggefallen oder in Niedriglohnjobs umgewandelt worden.

Das Institut geht davon aus, dass sich die Situation der Geringverdiener auch in den nächsten Jahren verschärfen wird. Wie genau die Entwicklung vonstatten geht, wird sich in der nächsten Studie zeigen. Bis dahin liegt es somit an der Politik etwas gegen eine negative Entwicklung zu tun.



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