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Die Philosophie und das Glück


23.10.2008 (J. Wagner) Kategorie: Panorama

Bild: www.sxc.hu

Die Suche nach dem Glück ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit. Im Laufe der Zeit haben sich viele verschiedene Wege herausgebildet. Oft finden sich in den einzelnen Religionen Anweisungen oder Hinweise um ein glückliches Leben zu führen. Einige Soziologen untersuchten nun, wie viel hinter den Lehren steckt und ob die Vorstellungen in der heutigen Welt überhaupt brauchbar sind. Die Ergebnisse wurden in der Septemberausgabe 2008 des Fachmagazins „Journal of Happiness Studies“ veröffentlicht.

In der Studie wurden zuerst 57 sogenannte Selbsthilfebücher analysiert um heraus zu finden, welche Elemente der moderne Mensch als Glück bringend ansieht. Dabei handelt es sich um die am besten verkauften Psychologie-Bücher der Niederlande. (Hierzu zählt der Titel „So bekommst Du, was Du willst und willst, was Du hast“ von John Gray. Andere Titel sind zum Beispiel „Emotionale Intelligenz“ von Daniel Goleman und „Das kleine Buch der Ruhe“ von Paul Wilson.) Danach wurden zufällig ausgewählte Personen verschiedenen Alters und sozialen Status zu ihren Lebensumständen befragt. Im Vordergrund stand dabei die Frage, ob sie glücklich sind. Schließlich verglichen die Forscher die ermittelten Ergebnisse mit den Ansätzen verschiedener Philosophien und Ethiken.

Hauptsächlich handelt es sich dabei um Lehren, die um etwa 600 vor Christus in China entstanden sind, wie der Konfuzianismus, der Taoismus und der Buddhismus. Interessant sind aber auch die Ideen des griechischen Philosophen Epikur (300 vor Christus) und von Arthur Schoppenhauer (19. Jahrhundert). Besonders der Buddhismus erlebt heutzutage einen Aufwind in der westlichen Welt. Dabei erklärt der Dalai Lama, dass die Menschen zuerst der Religion ihres Kulturkreises folgen sollen, in Deutschland also dem Christentum. Die buddhistischen Lehren seien eher der „letzte Ausweg“ für Westeuropäer, so das religiöse Oberhaupt der Tibeter.

Die Studie belegt auch, dass der klassische Buddhismus Indiens nicht der beste Weg zum Glück ist. Wichtig sind für die Menschen nämlich vor allem Spaß, Erfolg, enge Freundschaften und Engagement in der Gesellschaft. Das ist jedoch schwer mit der in Indien entstandenen Religion vereinbar. Der Gläubige erkennt, dass Leben Leiden bedeutet und Glück nur erreicht wird, in dem er der Welt den Rücken kehrt und sich in Meditation übt.

Der Konfuzianismus hilft schon eher bei der Suche nach dem Glück. Nach der Lehre soll der Mensch weise, gerecht und mutig handeln. Außerdem soll er sich seiner Rolle entsprechend in der Gesellschaft verhalten. Das heißt jedes Individuum hat seinen Platz und erfüllt seine Pflichten. Das bedeutet jedoch auch, dass der Einzelne in den Hintergrund rückt und das gemeinschaftliche Interesse im Vordergrund steht. Dennoch eignet sich der Konfuzianismus laut der Studie am besten um sein persönliches Glück zu finden, denn wichtig ist hier vor allem ein aktives Leben zu führen.

Der Philosoph Epikur und der Taoismus sehen den Schwerpunkt in einer gesunden Lebensweise. Das ist natürlich ein wichtiges Element für ein glückliches Leben. Weiterhin fordert der Taoismus, das Leben zu genießen und jeden Moment als wertvoll anzuerkennen. Epikur geht zudem davon aus, dass enge Bindungen und Freundschaften glücklicher machen als Materialismus.

Weniger geeignet scheinen die Ideen von Arthur Schoppenhauer zu sein, denn er war Pessimist und der Meinung, es gäbe kein reales Glück. So empfahl er dann auch eine negative Grundeinstellung und völlige Resignation um sich Enttäuschungen zu ersparen. Der einzige hilfreiche Ansatz Schoppenhauers Weltanschauung, der offenbar auch in die heutige Gesellschaft passt, ist, dass Reichtum nicht glücklich macht. Seine restlichen Hinweise finden jedoch keine Übereinstimmung mit den Ergebnissen der Studie.

Am Ende bleibt die Frage stehen: „Wie werde ich glücklich und welche Religion oder Philosophie hilft mir dabei?“ Es wird dafür aber keine allgemein gültige Antwort geben. Jeder Mensch muss für sich selbst den richtigen Weg finden. Die hier erwähnten Ideen und Hinweise verschiedener Lehren können dabei sicherlich hilfreich sein. Die Suche nach dem Glück wird wohl solange bestehen wie die Menschheit selbst.



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