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„Google“, die Internetsuchmaschine, feiert 2008 ihren zehnten Geburtstag. Größere und kleinere Konkurrenten wie „Yahoo“, „MSN Search“, „Altavista“, „Lycos“, „Wikia“ oder „Searchcloud“ können dem Unternehmen bisher nichts anhaben. „Google“ ist Marktführer in seinem Segment mit über 50 Prozent aller weltweiten Anfragen. Doch das könnte sich ändern: Ein neuer Anwärter namens „Cuil“ könnte „Google“ seinen Platz streitig machen.
„Cuil“ (gesprochen wie das englische „Cool“), was auf Gälisch „Wissen“ bedeutet, ist seit Juli 2008 auf dem Markt. Es wurde von Tom Costello, einem Forscher der Universität Stanford, und ehemaligen IBM-Mitarbeitern sowie von seiner Frau Anna Patterson gegründet, die zuvor bei „Google“ gearbeitet hatte. Ihr erklärtes Ziel ist es, eine bessere Sortierung der Ergebnisse nach Relevanz und inhaltlichen Zusammenhängen zu erreichen. Außerdem soll eine wesentlich größere Anzahl an Suchergebnissen dargestellt werden. Auf der Informationsseite von „Cuil“ wird bereits angepriesen, dass die Suchmaschine dreimal mehr Ergebnisse als „Google“ und gar zehnmal mehr als Microsoft anzeige.
Doch kann „Cuil“ sein ehrgeiziges Versprechen halten? Life-Go hat die neue Suchmaschine im modernen Design einem kleinen Praxistest unterzogen. Wir suchen zuerst nach einer Pflanzenart der Sukkulenten namens Sedum, den so genannten „Fetthennen“. Ungewöhnlich ist zunächst die Sortierung der Ergebnisse bei dem Neuling. Sie werden in drei Spalten nebeneinander angeordnet. Die Suchmaschine „Google“ bietet hingegen als Resultate Links und kurze Stichworte an. Das lässt es auf den ersten Blick schwierig erscheinen, den Artikel mit der höchsten Relevanz zu finden.
Es gibt auch eine interessante Neuerung: In einer Kategorienbox werden die Ergebnisse nach übergeordneten Begriffen, hier beispielsweise medizinische Pflanzen oder Gartenpflanzen, geordnet. Stellenweise werden kleine Bilder angeboten, um einen besseren Eindruck vom Suchergebnis zu erhalten. „Cuil“ findet neben dem Wikipedia-Eintrag und diversen Pflanzenliebhaberseiten kaum kommerzielle Angebote zum Kauf der Pflanzenart. Die Suchmaschine macht rund 115.000 Einträge ausfindig. „Google“ hat dagegen über eine Million Einträge gefunden, die neben einem Lexikoneintrag bei Wikipedia überwiegend kommerzielle Seiten beinhalten.
Ein zweiter Versuch: „Google“ und „Cuil“ sollen den weniger bekannten Pop-Musiker David Sylvian ausfindig machen. „Cuil“ bringt nur 717 Ergebnisse hervor, darunter nicht einmal die Hauptseite des Musikers. „Google“ setzt die offizielle Homepage von David Sylvian auf Platz Eins, gefolgt von einem Wikipedia-Eintrag. Über eine Million weitere Artikel warten auf den Suchenden.
Die Suche nach schwierigeren Stichwörtern zeigt, dass „Cuil“ noch nicht mit dem Suchmaschinenriesen „Google“ mithalten kann. Ein weiterer Nachteil der Seite ist, dass sie nur mit englischen Suchbegriffen arbeitet und kaum deutsche Webseiten findet. Der Newcomer wurde bereits mehrfach von Journalisten, Experten und Laien getestet. Bisher überwiegt die Kritik an unzureichenden Suchergebnissen und falsch zugeordneten Bildern.
Datenschützer hingegen sehen „Cuil“ in einem positiven Licht. Die Suchmaschine speichert im Gegenzug zu „Google“ keine Nutzerdaten in Bezug auf die Suchanfragen. Das Motto der Betreiber lautet: „Wir analysieren das Web und nicht unsere Nutzer.“ Das Unternehmen möchte sich somit deutlich von „Google“ abheben und macht dem Marktführer eine Kampfansage. Schneller, besser und sicherer soll „Cuil“ sein. Es bleibt abzuwarten, ob der neue Stern am Suchmaschinenhimmel die Erwartungen erfüllen kann.
Googeln Sie noch oder „cuilen“ Sie schon? Was halten Sie von der neuen Suchmaschine? Wir freuen uns auf Ihre Meinung im Life-Go-Forum!
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