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„Aus is!“ für das Oktoberfest in München


16.10.2005 (O. Hoffmann) Kategorie: Panorama

Bild: www.hermann-car.ch

Am 17. September 2005 war es zum 172. Mal soweit. Mit dem seit 1950 traditionellen Ruf „O’ zapft is” hat Münchens Oberbürgermeister Christian Ude am Samstagmittag das Oktoberfest eröffnet. Um Punkt 12.00 Uhr brauchte Christian Ude nur zwei Schläge für den Anstich des ersten Fasses Festbier, und damit einen Schlag weniger als im Vorjahr.

Die erste Maß Bier überreichte Ude traditionsgemäß dem Bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber. In diesem Jahr dauerte das Volksfest einen Tag länger, da der 3. Oktober - Tag der deutschen Einheit und somit bundesweiter Feiertag - auf einen Montag fiel und ein zusätzlicher „Wiesntag“ war. Das hieß, dass für siebzehn Tage das Bier in Strömen floss.

Das Münchner Oktoberfest ist aus dem Brauch der Bayern und aus der ganzen Welt nicht mehr wegzudenken. Ursprünglich war das Oktoberfest, das nun mit durchschnittlich 6 Millionen Besuchern und über 800 Fahrgeschäften das größte Volksfest der Welt ist, eine königliche Hochzeit.

Am 12. Oktober 1810 nämlich war die Vermählung des Kronprinzen Ludwig, später König Ludwig I., mit der Prinzessin Therese von Sachsen Hildburghausen. Seinerzeit dauert das Fest fünf Tage. Es sollte den Charakter eines Nationalfestes haben, um die Bande zwischen Altbayern, Schwaben, Franken und der Pfalz sichtbar zu machen.

Die Feier war ein großer Erfolg. Man beschloss, das Fest im folgenden Jahr zu wiederholen - das Oktoberfest war geboren. Unter Rücksichtnahme auf die Witterung wird das Oktoberfest aber schon seit 1872 bereits Mitte September eröffnet.

Dieses Jahr zeigte sich der „Wettergott“ an manchen Tagen gnädig und es pilgerten über 6,2 Millionen Menschen auf die „Wiesn“, wie die Feierlichkeiten in Bayern liebevoll genannt wird.

Trotz des steigenden Bierpreises, der dieses Jahr zwischen 6,80 Euro und 7,25 Euro pro Maß lag (im Vorjahr: 6,65 Euro bis 7,10 Euro) wurden über 6 Millionen Liter Bier ausgeschenkt.

Die großen Festzelte waren in diesem Jahr Augustiner-Bräu, Bräurosl / Pschorrbräu-Festhalle, Hacker-Festzelt, Hippodrom, Hofbräu-Festzelt, Löwenbräu-Festzelt, Ochsenbraterei, Schottenhamel, Schützenfestzelt und Winzerer Fähndl - Paulaner-Festhalle.

Ein besonderes Problem waren wie jedes Jahr die so genannten „Bierleichen“. Viel zu viele Jugendliche, aber auch ältere Besucher, überschätzten ihr Grenzen und fanden sich in einer Ausnüchterungszelle oder den Räumlichkeiten des Roten Kreuzes wieder.

Einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung konnten die ca. 450 Polizei- und Kriminalbeamten erzielen, da zum ersten Mal seit 2002 die Einsatzzahlen nicht über die Zahlen vom Vorjahr stiegen.

Das Fazit: Am 03.10 um 23.30 Uhr ging wieder ein gelungenes Oktoberfest zu Ende und schließt bis zum nächsten „O’ zapft is“, den 16. September 2006, die Tore.



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