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Fast 80.000 Schüler brechen jährlich die Schule ab. Das sind etwa acht Prozent eines Jahrgangs. Die Gründe dafür sind unterschiedlich und reichen von familiären Problemen bis zum Hass auf die Lehrer. Der Bund, die Länder und auch private Initiativen versuchen den Jugendlichen wieder eine Perspektive zu geben und ihre Situation auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Aus den acht Prozent Schulabbrechern werden dort nämlich 15 Prozent Jugendliche ohne Berufsabschluss. Für sie wird es schließlich schwierig eine Arbeit zu finden. Derzeit gibt es in der Bundesrepublik 510.000 Arbeitslose ohne Abschluss.
Ein Vorschlag zur Reduzierung der Abbrecherquote stammt von Arbeitsminister Olaf Scholz. Er möchte den Anspruch auf einen Hauptschulabschluss rechtlich verankern. Somit würde allen ohne Zeugnis eine zweite Chance gegeben. Für die Kosten solle zukünftig die Arbeitsagentur aufkommen. Diesbezügliche Kritik kommt zum Beispiel von der Bildungsforscherin Heike Solga. Ihr Hauptargument ist, dass ein Hauptschulabschluss heutzutage ohnehin keine Garantie mehr für einen Ausbildungsplatz bildet.
Doch die bereits bestehenden Projekte scheinen wenig erfolgsversprechend zu sein. Dazu zählt zum Beispiel das so genannte „Berufsvorbereitungsjahr“. Dort sollen Jugendliche vor allem auf die Anforderungen einer beruflichen Ausbildung vorbereitet werden. Natürlich ist es dabei auch möglich den Hauptschulabschluss nachzuholen – genauso wie in verschiedenen Programmen der Bundesagentur für Arbeit. Ein weiterer Versuch waren die so genannten „Kompetenzagenturen“ des Bundesfamilienministeriums. Sie sollten benachteiligten jungen Erwachsenen ohne Schulabschluss helfen, sich sozial und beruflich zu integrieren. Laut des Bremer Bildungsexperte Felix Rauner seien diese Maßnahmen jedoch lediglich Warteschleifen um Jugendliche zu versorgen.
Einen anderen Ansatz versucht der Sozialpädagoge Thomas Beck, der das Jugendhilfeprojekt „Fliegendes Klassenzimmer“ gegründet hat. Auch hier geht es darum, den Hauptschulabschluss nachzuholen, aber mit intensiver Betreuung. So werden nur acht Jugendliche unterrichtet und neben dem Schulstoff bleibt auch Raum für persönliche Probleme der Teenager. Der Erfolg gibt der Initiative Recht. Fast alle ehemaligen Schüler können eine feste Arbeitsstelle vorweisen und führen ein eigenständiges Leben.
Schließlich befasste sich auch der Dresdner Bildungsgipfel, welcher am 22. Oktober 2008 stattgefunden hat, mit dem Thema. Dort wurde unter anderem beschlossen, die Abbrecherquote zu halbieren. Problematisch hierbei ist jedoch, dass etwa die Hälfte der Jugendlichen ohne Abschluss von Sonderschulen kommt, zum Beispiel für lern- und geistig Behinderte. Sämtliche bisherige Maßnahmen zielen aber auf die Hauptschulen ab. Damit wird es also nicht möglich sein, die Quote auf das geforderte Maß zu reduzieren, da alle Hauptschüler erfolgreich sein müssten, was jedoch unwahrscheinlich ist.
Oftmals beginnen die Probleme, welche zum Schulabbruch führen, nicht erst kurz vor dem Abschluss. Daher wäre es notwendig, Maßnahmen zu entwickeln, welche schon während der schulischen Ausbildung greifen. Gerade Haupt- und Förderschulen gelten als „Sammelbecken für Bildungsverlierer“ wie der Focus schrieb. So werden den Jugendlichen schon bei Zeiten die Motivation und Perspektiven genommen, für ein späteres Berufsleben zu kämpfen. Der familiäre Hintergrund spielt dabei häufig eine entscheidende Rolle, denn der Großteil der Hauptschüler stammt aus sozial schwachen beziehungsweise bildungsfernen Familien oder hat einen Migrationshintergrund. Die Zusammenarbeit von Bund und Ländern mit Eltern, Lehrern sowie natürlich den Schülern ist also unbedingt notwendig.
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