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Am 16. Oktober 2008 startete mit „Hellboy – Die goldene Armee“ Guillermo del Toros zweite Verfilmung des Comic-Superhelden in den deutschen Kinos. Schon 2004 gelang es dem mexikanische Regisseur, die Abenteuer, der von Mike Mignola erschaffenen Figur mit den roten Stirnhörnern und der Betonfaust, gekonnt auf die Leinwand zu projizieren. Nach seinem Überraschungserfolg mit dem düster fantastischen Drama „Pans Labyrinth“ stand Guillermo del Toro diesmal ein deutlich größeres Budget zur Verfügung als noch vier Jahre zuvor. Das dazu gewonnene Geld investierte er in den wunderlichsten Jahrmarkt aller Zeiten.
Während der Vorgänger noch an manchen Stellen etwas leblos wirkte, zaubern die Tonnen von Spezialeffekten in „Hellboy – Die goldene Armee“ tatsächlich Leben in die bizarre Welt. Dem Protagonisten begegnen in seinem Kampf für das Gute eine derartige Vielzahl von skurril gestalteten Kreaturen und Fabelwesen, dass der Zuschauer aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. Insbesondere der Besuch auf einem Trollmarkt entpuppt sich als surreal-fantastische Entdeckungsreise für die Sinne. Eine ähnliche Wirkung erzielen die spektakulären Kampfeinlagen, die den Vorgängerfilm in Punkto Dynamik im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen lassen.
Ansonsten hat sich nicht viel geändert. Die Welt wird abermals von einem bösen Dämon – diesmal in Gestalt des verbitterten Elfenprinzen Nuada (Luke Goss, ehemaliger Sänger der 80er-Jahre Band „Bros“) – bedroht und schreit nach einem Helden. Der spitzohrige Bösewicht will den Waffenstillstand brechen, den sein Vater vor Urzeiten geschlossen hatte und das Menschengeschlecht mit Hilfe einer mechanischen Zauberstreitkraft vom Antlitz der Erde fegen. Der 1944 von den Nazis in einem okkulten Experiment freigesetzte und seitdem als Geheimagent für das „Bureau for Paranormal Research und Defense“ tätige Hellboy (Ron Perlman) nimmt sich der Sache an und bietet dem Widerling ordentlich Paroli.
Auch wenn das Drehbuch Guillermo del Toros nicht sonderlich tiefgründig oder innovativ daherkommt, bietet die Geschichte um den Zigarre rauchenden und Bierdosen zerknüllenden Teufelskerl doch einen gewissen Grad an dramaturgischer Tiefe. Hellboy ist ein Antiheld wie er im Buche steht: Er trinkt, flucht und sieht nebenher noch aus wie Luzifer höchstpersönlich. Doch unter der harten Schale schlummert ein weicher Kern. Das macht sich spätestens bemerkbar, wenn er Katzenbabys rettet oder versucht, seiner Angebeteten Liz (Selma Blair, spielte die naive Cecile Caldwell in „Eiskalte Engel“) seine wahren Gefühle zu offenbaren. Dem Regisseur gelingt das Kunststück, seinen dämonischen Helden trotz Teufelsgestalt als Menschen erscheinen zu lassen.
Eine wirklich große Geschichte lässt sich in „Hellboy – Die goldene Armee“ nicht finden. Doch dieser Zustand fällt nicht weiter ins Gewicht. Ordentlich gruseln und vergnügen kann sich der Zuschauer auf Guillermo del Toros Jahrmarkt der Absonderlichkeiten auch so. Des Weiteren wird mit Hellboys schräg klingelnder Darbietung des Barry Manilow Klassikers „Can’t smile without you“ einer der skurrilsten Höhepunkte des Kinojahres 2008 geboten.
Bei der Fachpresse kam der Film gut an. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung ehrt den Mythen-Monster-Agentenmix als „phantastisches Kino der allerbesten Art“. Besonders hervorgehoben wird Ron Perlman (bekannt aus: „Blade 2“ und „Alien – Die Wiedergeburt“), der die Rolle des Hellboy nicht nur spielt, sondern ganz und gar in ihr aufgeht. Das Onlinemagazin Blickpunkt Film spricht von einem „höllisch ergötzendem Sequel“, die Leipziger Volkszeitung lobt Guillermo del Toros Werk als zweifellos „doppelbödigste, originellste, witzigste Comic-Adaption seit Dick Tracy“.
„Hellboy – Die goldene Armee“ (Im Original: Hellboy 2 – The golden army) läuft flächendeckend in den Kinos der Bundesrepublik und hat eine Laufzeit von 120 Minuten. Der Film enthält trotz eines hohen Gruselfaktors keine extremen Gewaltdarstellungen und ist deshalb ab 12 Jahren freigegeben. Weitere Informationen zum Film sowie den Trailer finden Sie unter: http://movies.universal-pictures-international-germany.de
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