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In der Antike stürmten die Krieger noch mit Axt und Speer aufeinander zu. Während des amerikanischen Bürgerkrieges standen sich die Armeen mit Gewehren und Kanonen gegenüber. Im 20. Jahrhundert hielten schließlich Panzer, Bomben und automatische Waffen in die Heere Einzug. Doch im Zeitalter der Telekommunikation, scheint sich die Kriegsführung auf das Internet zu verlagern. Statt blutige Anschläge zu verüben, werden Webseiten blockiert oder die Internet-Auftritte von Regierungen, Banken und Firmen attackiert.
Bereits in den späten 90er Jahren war der sogenannte „Cyber-Krieg“ ein Thema gewesen. Die USA beschäftigen sich dabei als erste mit Angriffen auf Computer-Netzwerke als kriegerisches Mittel. Wegen technischer Probleme wurde die Diskussion dann aber nicht weiterverfolgt. Im Jahr 2007 erhielt sie anlässlich von Hacker-Angriffen auf Estland wieder neuen Auftrieb. Unter Hackern werden Personen verstanden, die sich unerlaubt Zugriff auf Computer und Netzwerke verschaffen. Über 20 Tage hinweg sahen sich Regierung und Banken mit sinnlosen Anfragen konfrontiert, welche zu einer Lahmlegung der Rechner führten. Unter Verdacht für den Angriff stand aufgrund des Denkmal-Streites in Tallinn der Nachbarstaat Russland. Es ist jedoch auch nicht auszuschließen, dass es sich bei den Verantwortlichen um irgendwelche Hacker handelt, die lediglich das Sicherheitssystem austesten wollten oder zumindest keine kriegerischen Absichten verfolgten.
Noch im selben Jahr meldeten auch die Regierungen von Deutschland, Großbritannien und den USA, dass ihre Rechner mit Spionage-Programmen infiziert wurden. Auch hier ist weiterhin unklar, wer sich dahinter verbarg. Im Gespräch war China, das aber jegliche Anschuldigungen von sich wies. Während die Bundesrepublik den Angriff wohl erfolgreich abwehren konnte, mussten im Pentagon etwa 1.500 Computer abgeschaltet werden. Interessant sind vor allem Informationen über Wirtschaft und das Militär. Peking hätte wohl auch bekundet sich gegebenenfalls in das Globale Positionsbestimmungssystem (GPS) einzuhacken um die amerikanische Kriegsflotte technisch aus dem Verkehr zu ziehen.
Im Juli 2008 erklärten dann türkische Nationalisten der Europäischen Union (EU) den „Cyber-Krieg“. Demonstriert hatten sie ihre technische Stärke bereits im Juni, als sich die Gruppe mit dem Namen „Ayyildiz Team“ für mehrere Stunden am Design der Internetseite des Europäischen Rates zu schaffen machte. Auch Österreich und das islamkritische Online-Medium „EuropeNews“ gehören zu den Opfern des Netzwerks. Für die Zukunft drohten die Hacker mit Angriffen auf europäische Firmen, Banken- und Presserechner, welche Milliardenschäden verursachen könnten.
Die jüngsten Meldungen über „Cyber-Krieger“ betrafen den Kaukasus-Konflikt zwischen Russland und Georgien über die Provinzen Südossestien und Abchasien. Während der Kampfhandlugen waren viele offizielle georgische Internetseiten nicht mehr erreichbar und die Server unter fremder Kontrolle. Die Vermutung lag nahe, dass die russische Regierung dafür verantwortlich war. Doch bestätigen ließ sich das nicht. Der Sicherheitsexperte Jart Armin kam nach der Analyse einiger Attacken eher zum Schluss, dass sich eine russische Hackerbande mit kriminellem Hintergrund dahinter verbarg. Jart Armin ist zudem Gründer der Webseite „RBNexploit“. Sie befasst sich mit digitaler Sicherheit in Osteuropa.
Mit Hilfe verschiedener Unterstützer gelang es Georgien die Datenblockade aber zumindest teilweise zu umgehen. Entsprechende Regierungsseiten wurden entweder auf ausländische Server verlegt oder Informationen über die Kampfsituation erschienen in sogenannten Blogs. Darunter wird ein auf einer Webseite geführtes Tagebuch oder Journal verstanden.
Ob es sich bei den hier geschilderten Fällen tatsächlich immer um Kriegsführung oder doch eher um Spionage handelt, bleibt sicherlich eine Streitfrage. Oftmals geht es den Verantwortlichen weder um das eine noch das andere, sondern schlicht um Geld. So ist die Bezeichnung „Cyber-Krieg“ sicherlich übertrieben, wenn sich die Datenräuber lediglich selbst bereichern wollen, auch wenn das für die Betroffenen trotzdem sehr unangenehm ist.
Häufig ist der individuelle Nutzer gefragt um sich und seine Daten zu schützen. Über die Gefahren des Internets und wie Sie sich davor schützen, können Sie sich hier informieren (Geben Sie Datenräubern keine Chance!). Speziell zum Thema Online-Banking (Wie sicher ist Online-Banking?) hält Life-Go ebenfalls einen Artikel bereit.
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