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Neuer Asterix-Comic: Gallien (ist wirklich) in Gefahr!


18.10.2005 (G. Elsbeck) Kategorie: Kultur

Bild: www.amazon.de

Auf einer Pressekonferenz am 28. September in Frankreich, zum neuen Asterix-Comic „Gallien in Gefahr“, kündigte Asterix-Vater Albert Uderzo vor 300 internationalen Journalisten an, dass der neue Band „ganz anders“ werde, als alle bisherigen. Darüber hinaus erfuhren die Journalisten all das, was nicht im neuen Comic stehen wird. Zum Beispiel werden Asterix und seine treuen Freunde Obelix und Hund Idefix diesmal keine Reise unternehmen. Was am Konferenztag nur sicher zu sagen war: Es wird wieder ein Schlussbankett geben und Piraten werden wieder untergehen.

Bis zum Ausgabetermin mussten alle Händler schwören, nichts vom Inhalt des neuen Asterix preiszugeben. Das erinnert stark an „Harry Potter“-Verhältnisse.

Am 14. Oktober war es dann soweit: „Gallien in Gefahr“ konnte erstmals an den Verkaufsstellen erworben werden. An diesem Tag erschien der Comic in 27 Ländern gleichzeitig. In Deutschland hatte er eine Startauflage von 2,4 Millionen Exemplaren.

Der Inhalt enttäuscht viele Fans. Die Geschichte beginnt damit, dass die Bewohner des unbeugsamen, gallischen Dorfes und die Tiere im Wald erstarrt sind. Verschont bleibt nur, wer vom Zaubertrank gekostet hat. Asterix vermutet eine Seuche, doch später stellt sich heraus: Außerirdische haben vergessen, das Antikollisions-Magnetfeld ihres Raumschiffs abzustellen - darum die Erstarrung.

Einer der Fremdlinge sieht aus, als sei er eine Art Teletubby aus dem All. Es handelt sich um Tuun, den Guten. Andere haben starke Ähnlichkeit mit Superman. All das erscheint den meisten Asterix-Fans zu abgekupfert und einfallslos.

Tuuns Widerpart vom Planeten Gemana bleibt namenlos. Zunächst erscheint er als Heuschrecke mit lilafarbenem Kopf. Dann prügelt ihm Obelix den Panzer vom Leib, woraufhin die Heuschrecke plötzlich aussieht wie eine Comic-Version des Gitarristen Slash. Dieser sucht auf der Erde nach einer „leutalen Waffe“, womit der Zaubertrank gemeint ist.

Insgesamt ist vielen Fans die Geschichte zu absurd, einfallslos und sehr dünn. Letzteres kann man wörtlich nehmen, denn das Comic-Heft ist dünner, als viele seiner Vorgänger. Alle alten Vorzüge der Asterixbände fehlen, z.B. satirische Anspielungen auf die Geschichte oder das Jetzt, sowie der viele Wortwitz. Dass die Gallier eine Hundertschaft Römer vermöbeln, kommt auch nur einmal vor.

Manche Zeichnungen im Comic lassen den Schluss zu, dass Uderzo dem Einfluss der japanischen Manga-Comics unterliegt. Ein weiterer Kritikpunkt ist der Preis. Während der letzte Asterix-Band schon 4,50 Euro kostete, muss man für den aktuellen glatte 5 Euro hinblättern. Das ist selbst vielen Fans für viel zu teuer. Das gebundene Buch mit festem Einband kostet sogar 10 Euro.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass der neue Asterix-Band seinem Namen alle Ehre macht, denn Gallien scheint wirklich in Gefahr zu sein, wenn die nächste Folge wieder so ein überteuerter, einfallsloser Abklatsch anderer Comics wird. Und der nächste Band kommt bestimmt, denn Uderzo verriet auf der Pressekonferenz: „Der Comic-Held Asterix wird mich nicht überleben, aber ich denke gar nicht ans Ableben. So lange ich lebe, schreibe ich Fortsetzungen.“

Da wollen wir hoffen, dass er die Fans nicht noch weiter enttäuschen wird und wir in der nächsten Folge wieder Asterix im alten Witz und Charme lesen können, wie zuvor.



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