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Durch Spenden Leben retten!


18.11.2008 (S. Gusenburger) Kategorie: Gesundheit

Bild: www.pixelio.de

In Deutschland beschäftigen sich nur wenige Menschen mit der Frage, was genau sie dazu beitragen können, schwerkranken Menschen eine Chance auf Heilung zu geben. Dabei ist es nur ein kleiner Schritt, der im Leben eines Kranken so viel bewirken kann. Im folgenden Artikel erfahren Sie mehr über die Vorgehensweisen bei Blutspenden, Knochenmarkspenden und Organspenden.

Blutspende

Durch das Spenden von Blut können viele Menschenleben gerettet werden. Blutspendedienste wie das Deutsche Rote Kreuz sind auf etwa 15.000 freiwillige Spender täglich angewiesen. Um Blut entnehmen zu lassen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Der Spender sollte zwischen 18 und 60 Jahre alt und kerngesund sein. Außerdem muss er ein Mindestgewicht von 50 Kilogramm haben. Die Spendenanzahl pro Jahr ist bei Männern auf sechs Vollblutspenden und bei Frauen auf vier beschränkt. Dazwischen muss ein Mindestabstand von zwölf Wochen eingehalten werden.

Bei der Blutspende werden etwa 10 Milliliter Blut entnommen. Damit einer Übertragung von Krankheiten vorgebeugt wird, werden zum einen steriles Einwegmaterial benutzt und zum anderen strengste hygienische Vorschriften eingehalten. Der eigentliche Vorgang dauert circa sieben bis zehn Minuten. Erstspender erhalten in der Regel einen Blutspender-Pass, der immer mitgeführt werden sollte, weil darin die Blutgruppe vermerkt ist.

Blutstammzell- oder Knochenmarkspende

Etwas mehr als 9.200 Menschen erkranken in der Bundesrepublik jährlich an Leukämie. Diese Krankheit kann in jedem Alter auftreten und dabei sowohl Frauen, Männer als auch Kinder treffen. Sie benötigen dann eine Blutstammzell- oder Knochenmarkspende. Für die erfolgreiche Transplantation müssen bestimmte Gewebemerkmale von Spender und Empfänger übereinstimmen. Natürlich gibt es Millionen verschiedene Kombinationsmöglichkeiten der Merkmale. Deshalb wird eine große Anzahl an registrierten potentiellen Spendern benötigt.

Leider ist die Aufnahme in die Spenderdatenbank mit Kosten verbunden. Für die reine Laboruntersuchung muss der Spender mit einer Gebühr von knapp 50 Euro rechnen. Registrieren kann sich jeder gesunde Erwachsene zwischen dem 18. und 55. Lebensjahr. Bei der Blutstammzellentnahme wird mittlerweile mit zwei Verfahren gearbeitet. Zum einen können Stammzellen aus dem peripheren Blut entnommen werden. Dabei handelt es sich um Blut, das sich nicht in den blutbildenden Organen befindet. Der Vorgang erfolgt ambulant und erfordert keinen operativen Eingriff. Zum anderen können Stammzellen durch die Punktion des Beckens entnommen werden. Der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt und erfolgt daher stationär. Diese Methode wird allerdings nur sehr selten angewendet, da eine Vollnarkose immer ein Restrisiko birgt. Die Gefahr von Komplikationen ist bei gesunden Menschen jedoch sehr gering.

Organspende

Vielen Menschen bereitet der Gedanke an den Tod Angst. Aus diesem Grund setzen sie sich nur ungern damit auseinander. Etwa 70 % der Deutschen sind bereit nach ihrem Ableben Organe zu spenden, aber nur 12 % der Bevölkerung ab 16. Jahren besitzen einen Organspendeausweis. Dabei handelt es sich um eine Willenserklärung, in der der Besitzer sich mit der Entnahme von Organen nach seinem Tod einverstanden erklärt. Gespendet werden können Organe (Herz, Muskeln, Haut, Dünndarm, Leber, Knochenmark, Lungen, Nieren, Schilddrüsen und Knochen) und Gewebe (Epithel-, Binde-, Stütz-, Muskel- und Nervengewebe). Dabei ist keine Altersbegrenzung festgelegt, weil nur der Gesundheitszustand und nicht das Alter eine Rolle spielt. Jugendliche können in Deutschland ab dem 14. Lebensjahr einer Organentnahme widersprechen und ab dem 16. einen eigenen Ausweis mit sich führen.

Das Erwerben eines Spenderausweises ist ganz einfach: Organisationen wie die „Deutsche Stiftung für Organspende“ (DSO) und die „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“ (BZgA) bieten die Ausweise auf ihrer Website zum Download an oder senden sie gratis zu. Der Organspendeausweis ist kein amtliches Formular. Theoretisch würde es sogar ausreichen, den Wunsch, einzelne oder mehrere Organe zu spenden, auf einem Blatt Papier zu notieren und bei sich zu führen.

Leider gibt es immer noch zu wenige Menschen, die bereit sind zu helfen. Die Anzahl reicht nicht aus, um allen Betroffenen die Möglichkeit auf Heilung zu geben. Die schwer Erkrankten verlassen sich auf die Hilfe und Spenderfreudigkeit ihrer Mitmenschen. Institutionen wie das Deutsche Rote Kreuz versuchen Spendewilligen entgegenzukommen. In Teilen der Bundesländer Nordrhein-Westfahlen, Saarland oder auch Rheinland-Pfalz bietet es eine kostenlose Typisierung in Verbindung mit einer Blutspende an. Mit gutem Beispiel gehen Spitzensportler wie Boris Becker, Franziska van Almsick, Franz Beckenbauer, Michael Schumacher und einige mehr voran. Sie sind bereit ihre Organe einem kranken Menschen zu spenden und ihm somit wieder Hoffnung zu schenken. Weitere Anregungen, wie Sie helfen können, finden Sie auf der Seite der BZgA. Einen Organspendeausweis finden sie in einer PDF-Datei der BZaG.



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