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OLED - Die Zukunft des Bildschirms?
24.11.2008 (P. Kohl)
Kategorie: Technik
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Flacher, schärfer und vor allem billiger als ihre Liquid Crystal Display (LCD)-Konkurrenten sollen sie sein. Die Rede ist von neuartigen so genannten OLED-Displays. Die Abkürzung steht für „organic light emitting diode“ (Deutsch: organische Licht-emittierende Diode). Noch steckt die Technik in ihren Kinderschuhen, aber für die nächsten Jahre wird bereits ein starkes Wachstum prognostiziert. Auf der Internationalen Funkausstellung präsentierte Sony mit dem XEL-1 den bisher dünnsten Fernseher der Welt. Das elf Zoll große Gerät misst lediglich drei Millimeter in der Tiefe. Tauglich für den Massenmarkt ist er aber angesichts des Preises von etwa 2.500 Dollar noch nicht.
Außer dem Vorteil von kontrastreicheren, schärferen und brillanteren Bildern sind die organischen Leuchtdioden theoretisch günstiger herzustellen und zu betreiben. Ähnlich wie Glühwürmchen leuchten OLED von alleine, sobald eine Spannung anliegt. Daher brauchen sie im Gegensatz LCD- oder Plasma-Fernsehern keine Hintergrundbeleuchtung, wodurch die Herstellung extrem dünner Bildschirme erst ermöglicht wird. Bei der Produktion werden zwischen zwei hauchdünne Glasscheiben je eine Schicht leuchtfähiger und eine Schicht leitfähiger Polymere aufgetragen. Sie werden durch über Kreuz verlaufende Anoden (positive Elektroden) und Kathoden (negative Elektroden) zum Strahlen angeregt.
Das größte Problem neben den bislang hohen Preisen, ist die begrenzte Haltbarkeit der Dioden. Das Material reagiert extrem empfindlich auf Sauerstoff und Wärme. Aus diesem Grund müssen die Displays absolut luftdicht verkapselt werden. Sorgen bereitet es den Herstellern auch, dass die Farben vergleichsweise schnell an Leuchtkraft verlieren und unter guten Bedingungen eine Halbwertszeit von „nur“ fünf Jahren haben. Die verschiedenen Grundfarben der Pixel büßen auch unterschiedlich schnell an Qualität ein. Besonders die blauen Anteile werden dann falsch dargestellt. Gegensteuern ließe sich beispielsweise über eine Messeinheit, die die einzelnen Farben korrigiert.
Sobald die Kinderkrankheiten des Displays beseitigt sind, gibt es vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Neben Bildschirmen für Handys, Kameras und Fernsehern ist auch eine Nutzung als „OLED-Tapete“ denkbar. Bis das möglich ist werden allerdings noch einige Jahre vergehen. Dass dieses Anliegen aber durchaus ernst gemeint ist, beweist das „Bundesministerium für Bildung und Forschung“, indem es die Entwicklung in den nächsten fünf Jahren mit insgesamt einhundert Millionen Euro unterstützt. Genaueres zur Herstellung und Nutzung dieser neuen Displays wird in diesem Video des Fraunhofer Instituts für angewandte Polymerforschung veranschaulicht: de.youtube.com
Zur Funktionsweise anderer Fernseher finden sich im Archiv von Life-Go weitere Artikel:
Die Zukunft des Fernsehens Teil 1: Der Röhrenfernseher
Die Zukunft des Fernsehens Teil 2: Der LCD-Fernseher
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