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Kurz, aber rasant: Ein Quantum Trost


26.11.2008 (C. Schaper) Kategorie: Kultur

Nun ist er auch in Deutschland zu sehen, der neue Bond. Der amerikanisch-britische Film, welcher im Original „Quantum of Solace“ heißt, feierte am 29. Oktober 2008 Premiere in London. Der Titel des Filmes stammt aus der Kurzgeschichte „Quantum of Solace“, die im Deutschen „Ein Minimum an Trost“ heißt und im Sammelband „007 James Bond greift ein“ erschien. Der Film ist hierzulande ab 12 Jahren freigegeben.

Fans vom Vorgänger „Casino Royale“ dürfen sich freuen, denn „Ein Quantum Trost“ setzt direkt dort ein, wo der Vorgänger endete. Vesper Lynd, die Frau in die sich James Bond (Daniel Craig) verliebt hatte, wurde getötet. Seither findet der britische Agent keine Ruhe mehr. Es keimt ein für ihn ungewohntes Gefühl in ihm auf: Rache. Das ist auch das Hauptthema des Filmes, denn so wie James Bond will sich auch die Agentin Strawberry Fields (Gemma Arterton) rächen. Ihre Familie wurde vom entlassenen bolivischen General Medrano getötet und nun möchte dieser mit Hilfe des charismatischen Dominic Greene (Mathieu Amalric) einen Putsch in seinem Heimatland anzetteln. Dominic Greene ist der Kopf der Geheimorganisation „Quantum“, die ihre Mittelsmänner und Spitzel auch in der CIA und dem MI-6, dem amerikanischen und dem britischen Geheimdienst, hat.

Aufgrund seiner ziemlich rabiaten Ermittlungsmethoden wird James Bond jedoch früh vom Dienst suspendiert und seine Agentenprivilegien außer Kraft gesetzt. Auf sich allein gestellt, versucht er nun zusammen mit Agentin Strawberry Fields an Dominic Greene heranzukommen. Gemeinsam mit ihr will er versuchen herauszufinden, was er mit einem Wüstengebiet vorhat, das Dominic Greene vom General Medrano für die Hilfe beim Putsch erhalten hat. Eines wird James Bond immer klarer, er ist seiner Rache ziemlich nahe.

Der neueste Teil der James-Bond-Reihe stammt aus den Federn der Drehbuchautoren Paul Haggis, Neal Purvis und Robert Wade. Der Film besticht vor allem durch seine explosive Action und die halsbrecherischen Stunts. Regisseur Marc Foster war darauf bedacht, James Bond cooler und realistischer als jemals zuvor darzustellen. Obligatorisch ist auch diesmal wieder ein merkwürdig anmutender Name für das Bond-Girl. Sie heißt „Strawberry Fields“, was übersetzt „Erdbeerfelder“ heißt. Der Name reiht sich damit in eine Tradition einfallsreicher Namen für die weiblichen Darsteller in Bond-Filmen ein. Natürlich dürfen auch die zahlreichen exotischen Orte, die innerhalb der Handlung aufgesucht werden, nicht fehlen. So führt die Geschichte von Italien aus über England, Österreich und Haiti schließlich nach Bolivien, wo sie im „Hotel de las Dunas“ in einer gewaltigen Explosion endet. Vor allem überzeugt Daniel Craig in der Hauptrolle, zu sehen sind aber auch wieder Judi Dench als „M“ sowie die junge und bisher noch relativ unbekannte Olga Kurylenko als Bondgirl.

Da der Film direkt an den 21.Teil ansetzt, erwarten den Zuschauer auch noch Charaktere aus „Casino Royale“, denn die Handlung wird erst am Ende von „Ein Quantum Trost“ ihre Auflösung finden. So wird beispielsweise die Frage beantwortet warum James Bonds geliebte Vesper Lynd sterben musste. Auch in diesem Film wird wie seit Kurzem üblich eine Handkamera für die Actionszenen verwendet. Das vermittelt dem Zuschauer das Gefühl, direkt dabei zu sein.

Die Presse kritisiert an dem Film vor allem seinen subjektiv erscheinenden Durchschnitt. So sagt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, James Bond sei im Jahre 2008 nur ein Actionheld wie jeder andere. Die „Südwest Presse“ meint, der Film wäre straff und schnell, aber nicht das ganz große Bond-Spektakel. Die „Telepolis“ drückt es ähnlich aus, indem sie schreibt, dass Modernisierungen häufig an Größe verlieren. Der „Treffpunkt Kino“ betitelt den Film als „Höhepunkt der ganzen Serie“ und die „BILD-Zeitung“ meint sogar der Zuschauer hätte beim Verlassen des Kinos alle vorherigen Bond Darsteller schon vergessen.

Den Zuschauerzahlen scheint das jedoch nicht zu schaden, denn allein in Deutschland gingen in den ersten zwei Wochen mehr als drei Millionen Zuschauer in den Film. Er sprang auf Anhieb an die Spitze der Kinocharts. Werden nur die Zuschauerzahlen betrachtet, scheint es sich wirklich zu lohnen den Film zu besuchen. Mit 106 Minuten kommt er zwar etwas kürzer weg als die vorherigen, aber das macht ihn nicht weniger sehenswert. Es erwarten den Zuschauer eine Menge Action, heiße Verfolgungsjagden und ein noch härterer und erbarmungsloser James Bond als je zuvor. Den offiziellen Trailer zum Film gibt es hier zu sehen: www.zelluloid.de



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