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Bei der Wahl eines Berufes werden selten die Risiken bedacht, die die einzelnen Tätigkeiten mit sich bringen können. Die Gefahr, die von vielen Berufen ausgeht, wird oftmals unterschätzt. Laut dem Dachverband für gesetzliche Unfallversicherungen wurde im Juni 2008 eine Liste veröffentlicht, in der die zehn gefährlichsten Berufe aufgeführt werden. Besonders risikoreich sind Branchen wie Bau, Metallverarbeitung, Gesundheitsdienst, Handel und Verwaltung. Die Spitze der Auflistung wird von den Dachdeckern angeführt:
Aus dem „VersicherungsJournal“, dem online erscheinenden Informationsdienst für Versicherungen, geht hervor, dass Dachdecker besonders häufig von Berufsunfähigkeit betroffen sind. Nach Angaben des Branchendienstes „Map-Report“, der sich mit der Bewertung von Berufsunfähigkeitsversicherungen und Zahlung von Renten befasst, werden etwa 30 % der Renten aufgrund eines Todesfalls an die Zurückgebliebenen bezahlt. Der Beruf des Dachdeckers wird nicht ohne weiteres mehrere Jahrzehnte ausgeübt. Das Aufgabengebiet ist sehr umfangreich. Die Handwerker müssen bei Wind und Wetter in schwindelerregenden Höhen, in ungewohnten Positionen und an außergewöhnlichen Orten arbeiten können.
Gefährlich ist auch der Beruf des Krankenpflegers. Der Anteil der Erwerbsunfähigkeitsrenten liegt hier bei 41,3 %. Die Gefahren, die von diesem Beruf ausgehen, werden auf den ersten Blick gar nicht erkannt. Pfleger sind jedoch ständig in unmittelbaren Kontakt mit kranken Patienten und kommen mit Körperflüssigkeiten in Berührung. Das Ansteckungsrisiko ist daher sehr groß. Zudem kommt eine hohe psychische Belastung durch Notfallsituationen, ständig wechselnde Dienstzeiten und die Betreuung von Sterbenden hinzu.
Der Beruf des Schlachters ist gleichzusetzen mit der Berufsbezeichnung Fleischer und findet sich im Ranking an dritter Position. Der Grund dafür ist, dass Fleischer hohen körperlichen Belastungen ausgesetzt sind. Durch den häufigen Wechsel zwischen Kühlraum, Lager- und Verkaufsräumen sind sie hohen Temperaturschwankungen ausgeliefert. Der Kontakt mit Tierblut kann zu Hautreizungen führen. Zuletzt geht Gefahr von unsachgemäßem Umgang mit scharfem Werkzeug wie beispielsweise Schneidemaschinen aus, die schwere Schnitt- und Stichverletzungen verursachen können.
Gefahren lauern überall, aber laut dem Report bringen die aufgeführten Berufe ein besonders hohes Unfallrisiko mit sich. Alle diese Berufsstände sind besonders häufig von Erwerbsunfähigkeit betroffen. Insgesamt lässt sich aber eine positive Entwicklung erkennen. Im Zeitraum von 1993 bis 1995 wurden knapp 24,4 % der beantragten Renten wegen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit gewährleistet. Zwischen 2000 und 2003 sank der Anteil auf 19 %, im Jahr 2006 sogar auf 17,4 %. Zurückzuführen sind diese Zahlen mehr auf die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, als auf ein höheres Gesundheitsbewusstsein. Laut „Map-Report“ sind gerade in den Berufen mit hohem Berufsunfähigkeitsrisiko, die Zahl der Beschäftigten zurückgegangen, was sich entsprechend auf die Renten auswirkt. Junge Menschen sollten sich also gut überlegen welchen Beruf sie wählen.
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